Maradonas Debüt – Schottland empfängt Argentinien

Heute um 21 Uhr (MEZ) beginnt in Argentinien die Ära der 10. Diego Maradona und elf Feldspieler treffen mi Glasgower Hampden Park auf Schottland. Nicht mit dabei ist Sergio Agüero: El Kun flog auf Bitten seiner Frau Giannina Maradona nach Madrid.

Streit um die Hand Gottes

Knapp drei Wochen nachdem sich Diego Maradona vorzeitig selbst zum Nationaltrainer ausgerufen hat, läuft die Selección nun zum ersten Mal unter der Regie der argentinischen Fußballheiligkeit auf. Der Gegner heißt Schottland, der Vollständigkeit halber. Schottlands Trainer heißt George Burley und dessen Assistent Terry Butcher. Butcher war seinerseits Verteidiger der englischen WM-Elf die 1986 zuerst Zeugen eines historischen Handspiels wurden und knapp 49. Minuten später mit 2-1 aus dem Turnier flogen. Jener Butcher kündigte gestern an Diego Maradona nicht die Hand schütteln zu wollen (weder vor noch nach dem Spiel) und Diegos Antwort ließ gewohntermaßen nicht lange auf sich warten: “Er (Butcher) will mich also nicht grüßen? Das interessiert mich nicht. Er soll sein Leben leben und ich lebe meins”, sagte El Diez auf der Pressekonferenz und fügte hinzu: “als die Engländer ’66 gegen Deutschland gewonnen haben, gab es auch ein Tor das keins war. Wir haben es alle gesehen und es sagt auch keiner was”.

Agüero und Messi nicht dabei

Neben dem Privatduell Maradona/Butcher geht es aber auch noch um Fußball und da gab es gestern eine Überraschung: Sergio Agüero wird gegen Schottland nicht mit dabei sein. Seine schwangere Frau Giannina Maradona wurde heute in ein Madrider Krankenhaus eingeliefert, angeblich nichts Ernstes, trotzdem setzte sich El Kun sofort in den Jet nach Spanien. Für ihn könnte nun entweder Germán Denis oder Ezequiel Lavezzi in die Startelf rücken. Beide Spieler stehen beim SSC Neapel unter Vertrag und spielten zuletzt konstant auf hohen Niveau. Lavezzi ist dem zweiten Stürmer Carlos Tevez vom Typ her ähnlicher, während auf Denis eher die Bezeichnung Strafraumstürmer zutrifft.

Neben Agüero ist auch Lionel Messi nicht dabei: nach Absprache mit dem FC Barcelona wird La Pulga vorerst nicht mehr in Freundschaftsspielen der argentinischen Nationalmannschaft eingesetzt.

Doppel-Sechser mit Kapitän Mascherano

Hinter dem Zweiersturm wird Maradona wohl mit zwei Viererketten spielen lassen, die Riquelme-Position hinter den Spitzen fällt weg. Stattdessen ist die Variante Doppel-Sechser wahrscheinlich, die derzeit stärksten Spieler auf dieser Position sind Fernando Gago und Javier Mascherano. Letzterer wird gegen Schottland mit der Kapitänsbinde auflaufen und damit Javier Zanetti dauerhaft als Spielführer ablösen. Auf der rechten Außenbahn scheint Maxi Rodríguez gesetzt, links streiten sich Jonas Gutiérrez von Newcastle United und Bayerns José Sosa um den Platz in der Startelf.

Papa in der Startelf?

In der Abwehr werden wie zuletzt schon Zanetti, Demichelis und Heinze beginnen, auf der linken Außenverteidigerposition bahnt sich allerdings eine Überraschung an: Emiliano Papa von Veléz Sarsfield könnte zu seinem Debüt im Trikot der Albiceleste kommen und das gleich von Beginn an. Maradona hatte in der Vergangenheit immer wieder durchblicken lassen, dass er den Mann vom Club aus Liniers sehr schätzt. Zudem zeigte Papa in den letzten Liga-Spielen starke Leistungen, anders als sein Konkurrent Burdisso der bei Inter Mailand zuletzt eher durch Patzer auf sich aufmerksam machte. Im Tor der Selección steht wieder Juán Pablo Carrizo von Lazio Rom.

Endlich Fußball

Wenn heute um 21 Uhr das Spiel zwischen Schottland und Argentinien angepfiffen wird, treten alle Störgeräusche der letzten Wochen kurzzeitig in den Hintergrund. 90. Minuten in denen Seifenopern, persönliche Schamützel und Eitelkeiten keinen Platz haben werden. 80 Millionen Augen in Argentinien und weit mehr auf der ganzen Welt werden gespannt verfolgen was die Elf  des vermeintlich besten Fußballer aller Zeiten auf dem Platz zustande bringen wird. Die Hoffnung der Argentinier ruht darauf, dass der Funken Genialität den Maradona als Spieler ausmachte, auf die zuletzt unkreativ und unsüdamerikanisch spielende argentinische Nationalmannschaft überspringen kann. Die Antwort wird gegeben wenn nach Wochen konstanter Unruhe heute um 21 Uhr unter dem Flutlicht des Glasgower Hampden Park endlich wieder der Ball rollt.

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