Saisonvorschau Apertura 2010, Teil II

Hier, wie versprochen, der zweite Teil unserer Vorschau auf die in Kürze beginnende Apertura. Natürlich kommen wie im ersten Teil wieder einige Gastkolumnisten zu Wort.

Der 17. und 18. muss gegen den 4. bzw. 3. der zweiten Liga in der Relegation antreten. 19. und 20. steigen direkt ab.

Die Angst im Nacken bei den Millionarios

Manuel Lanzini

Ein Blick auf die Abstiegstabelle (s.o.) verdeutlich noch einmal wie prekär die Lage doch ist bei River Plate. Zu Saisonbeginn ist man bereits abgeschlagen und zum Punkten verdammt. Gleichzeitig muss man hoffen, dass gleich zwei Aufsteiger nur gar nicht bzw. mäßig punkten.

Hierzu der Experte Vandegeip:

Die abgelaufene Clausura verlief wie auch schon die Vorsaisons enttäuschend. Die Millionarios verschlechterten gar ihre Position im Kampf gegen den Abstieg. Mit einem Punktedurchschnitt von nun 1.105 weist man den geringsten Wert aller Mannschaften der Primera Division auf (Aufsteiger ausgenommen). Trotzdem hofft man in Nunez auf bessere Zeiten: Mit Angel Cappa wurde zum Saisonschlussspurt einer der besten Trainer Südamerikas verpflichtet.

Rivers Einkaufsliste vor dieser Saison schien endlos und erinnerte in gewisser Weise an Maradonas Tross der rund 100 Testspieler. Jeden Tag geisterten neue Namen durch die Gazetten. Letztendlich kaufte man jedoch gut und sinnvoll ein, weitere Transfers sollen zudem noch folgen (Mittelfeld). Das Hauptaugenmerk galt, die schwächelnde Offensive zu verstärken. Cappa suchte Torjäger und fand sie auch: Von Betis wurde der wuchtige Mariano Pavone ausgeliehen und mit Leandro Caruso (zuletzt Velez) wurde der laut Cappa aktuell beste 9er der argentinischen Liga für ein Jahr mit Kaufoption unter Vertrag genommen. Die beiden sollen die magere Torausbeute von nur 17 Buden aus der letzten Spielzeit deutlich steigern. El Tanque Pavone konnte zwar in Europa nicht wirklich überzeugen, jedoch genießt der Ex-Estudiantes in Argentinien einen hohen Stellenwert (Torjäger Clausura 2005, bester Spieler der Apertura 2006). Fürs Mittelfeld wurde mit Walter Acevedo ein weiterer Kandidat für die Startelf eingekauft. Der zentrale Mittelfeldspieler absolvierte eine ordentliche Saison bei Independiente und war zudem Mitglied der Meistermannschaft San Lorenzos 2007. Darüber hinaus wurde der peruanische Nationalspieler Josepmir Ballón für ein Jahr ausgeliehen. Ballón ist eigentlich im defensiven Mittelfeld zu Hause, kann aber auch auf der rechten Seite spielen. Für die anfällige Defensive wurden die Innenverteidiger Jonatan Maidana (Banfield) und Adalberto Roman von Libertad aus Paraguay geholt. Der 23jährige Neueinkauf gilt als Cappas Wunschspieler und kostet 3 Millionen Euro Ablöse. Zudem kehrte mit Cristian Nasuti (war an Aris Salónica ausgeliehen) eine weitere Alternative für die Abwehrzentrale zurück. Für die linke Verteidigerposition sicherte sich man die Dienste des erfahrenen Carlos Arana (kam ebenfalls von Aris), der den Platz des abgewanderten Villagra einnimmt. Cappa und Arano arbeiteten bereits in Huracan erfolgreich zusammen. Auch die Torwartposition wurde neu besetzt. Von Lazio Rom wurde Juan Pablo Carrizo ausgeliehen, der bereits von 2001-2008 für River durch den Strafraum hechtete.

Die größte Neuentdeckung ist jedoch ein anderer: Manuel Lanzini, 17 Jahre jung, wegen seiner hervorspringenden Augen Ojon genannt. Cappas neuer Liebling dürfte sich wohl dank hervorragender Testspiel- und Trainingsleistungen einen Platz neben seinem Idol Ariel Ortega und Vereinsjuwel Diego Buonanotte erspielt haben. In Nunez richten sich derzeit alle Blicke auf den Jungspund und stolz schwärmt man bereits vom neuen Pablo Aimar!

Abgänge: Insgesamt mussten 15 Akteure ihre Koffer packen. Der bekannteste darunter ist River-Urgestein Marcelo Gallardo, dem kein neuer Vertrag mehr angeboten wurde. Das gleiche Schicksal widerfuhr u.a. den Innenverteidigern Nicolás Sánchez, Facunda Quiroga, Gustavo Cabral, Mittelfeldspieler Martín Galmarini sowie Offensivallrounder Mauro Rosales.

Erwartungen: Das Fehlen der Schlüsselspieler Buonanotte (tragischer Verkehrsunfall) und Ortega (Alkoholprobleme) war der Mannschaft stark anzumerken. Beide sind nun wieder zurück und scheinen in großer Spiellaune zu sein. Vom vorhandenen Spielermaterial kristallisiert sich die Offensive als neues Prunkstück der Millionarios heraus, was auch genau Cappas Philosophie entspricht. Oder wie mir ein River-Fan glaubhaft versichert: Es muss vorne einfach wieder klingeln, dann hauen wir sie alle weg!

Prognose: Das neue River hat mit dem aus der Clausura nicht mehr viel gemeinsam. Dank des hervorragenden Verhandlungsgeschicks von Manager Passarella wurde die Mannschaft in allen Bereichen mit geringem finanziellen Aufwand erheblich verstärkt. Zudem herrscht im Verein und bei den Anhängern eine riesige Euphorie. Mit den Millionarios ist dieses Jahr zu rechnen. Gelingt ein guter Saisonstart (Stichwort Abstiegsangst), könnte es die ausgewogene Mischung aus Jung und Alt sogar bis zum Meistertitel schaffen.

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Erfahren im Abstiegskampf – wenigstens etwas

Aufgrund einer halbwegs erfolgreichen Clausura 2010 und der Schwäche der unmittelbaren Konkurrenten, der Chacarita Juniors und dem Club Atletico Tucuman, welche letzlich als Aufsteiger den Gang in Liga 2 direkt wieder antreten mussten, konnte Gimnasia La Plata den Abstieg noch vermeiden. Dies gelang wieder im Rückspiel der Relegation, wieder gegen Atletico de Rafaela (wie 2009) und wieder im heimischen Del Bosque.

Im Vergleich zur Vorsaison kann man nicht von einem Substanzgewinn im Kader der Platenser sprechen. Abgängen wie jenem von Álvaro Ormeño, Sebastian Romero, Juan Cuevas und Denis Stracqualursi stehen die Verpflichtungen von Walter Jimenez, Pablo Fontanello und Alejandro Capurro gegenüber. Sonst beschränkten sich die Transferaktiväten eher auf das Verpflichten bzw. Abgeben von Ergänzungsspielern.

Was soll man also vom El lobo in diesem Jahr erwarten? Knüpft man an den Trend der abgelaufenen Clausura an und versucht sich durch stetiges Punkte sammeln peu a peu zu verbessern? Oder legt man wieder ein grottenschlechtes Halbjahr wie 2009 hin und bringt sich somit wieder um die (noch) halbwegs anständige Ausgangsposition? Ein weiterer, schwer zu kalkulierender Faktor: Wird es wieder gleich mehrere Teams geben die noch schlechter sind? Ein einstelliger Tabellenplatz ist aufgrund der zweifelhaften Qualität des Kaders ausgeschlossen.

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Estudiantes im Jahr eins ohne Boselli

Der Fan Leandro Blanco von http://www.pinchapasion.net

Die von Alejandro Sabella trainierte Mannschaft hat die Vorbereitung wie üblich im Country Club von City Bell absolviert und steht vor einer Saison mit vielen Wettbewerbseinsätzen (Recopa, Apertura und Copa Sud).

Im Vergleich zur ersten Jahreshälfte weist der Kader der Pincha einige Abgänge auf und man musste auf dem Transfermarkt aktiv werden, um Ersatz für Cellay, Angeleri, Clemente Rodríguez (alles Abwehrspieler), José Sosa (Mittelfeldmann) und Mauro Boselli (Stürmer) zu finden. Alle verließen den Verein nach dem Ausscheiden gegen Inter de Porto Alegre.

Sabella forderte das Kommen von zwei Verteidigern, einem Mittelfeldspieler und zwei Stürmern. Die sportliche Führung erfüllte nahezu alle Wünsche (es fehlt noch ein Stürmer, welcher Emilio Zelaya von Rosario werden könnte) mit den Verpflichtungen von Gabriel Mercado, Facundo Roncaglia, Juan Pereyra und Hernán Rodrigo López.

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Ein starkes Velez Sarsfield versucht es erneut

Der Fan Kekoo aus Luxemburg:

Trotz individueller Klasse, reichte es in der abgelaufenen Clausura 2010 nur für einen lächerlichen 9.Platz, zu wenig für die hohen Ansprüche der Fans und des Umfeldes.
Da die Leistungsträger größtenteils gehalten werden konnten, strebt man nun wieder nach Höherem getreu dem Motto „Tradition und Erfolg verpflichten“.

Transfers: Augosto Fernandez, Wunschspieler von Trainer Gareca, der schon seine Klasse im Testspiel gegen Newells aufblitzen ließ, wurde nach nur einer Saison bei AS. St. Etienne aus der Ligue 1 verpflichtet und wird mit großer Voraussicht den schon abgewanderten Cabrera auf der rechten Seite ersetzen.
Im Schatten von Fernandez wollen sich auch der Rückkehrer Daniel Soto(All Boys) und der ausgeliehene Francou (Gimnasia y Esgrima de JuJuy) aufdrängen und für Furore sorgen. Nur Soto, der großen Anteil am Aufstieg der All Boys hat, scheint aber für Papa hinten links Konkurrenz zu sein. Einzige Baustelle ist und bleibt die IV. Nach dem jetzt schon (fast!) sicheren Abgang vom talentierten Goldjungen Nicolas Otamendi, scheint wohl alles auf Agustin Alayes(Newells) hinauszulaufen, der mit dem erfahrenen Domigiuez ein schlagkräftiges Duo bilden soll.

Der starke und auch noch junge Kader ist im Vergleich zur letzten Saison fast unverändert, außerdem wurde er mit der Verpflichtung von Fernandez & Co. nochmal erheblich in der Breite verbessert.
Durchaus gespannt darf man auch auf die Entwicklung der zwei Rohdiamanten Ricky Alvarez und Ivan Bella sein, besonders Bella sollte in der Lage sein Moralez zu ersetzen.
Im Sturm ist man trotz des Abgangs von Lopez überbesetzt, hier hat „el Tanque“ Silva seinen Stammplatz sicher, um die Position neben ihm werden sich wohl Martinez und Jonathan Cristaldo streiten.

Meine Prognose: Spielt Velez seine individuelle Klasse aus und bleiben auch sie vom Verletzungspech verschont, kann man ohne Überheblichkeit die Top-3 anpeilen. Mit dem breiten und jungen Kader sollte auch die Doppelbelastung keine Ausrede sein.

Ruben vom Diario Digital Infovelez y Supervelez AM 1520

Wenig Zeit bleibt bis man sich auf eine erste Elf für das Spiel gegen Independiente daheim in Liniers festgelegt haben muss. Trainer Gareca hat sich noch nicht auf eine erste Elf festgelegt vor der schwierigen Partie zu Beginn der Apertura. Bis heute ist noch keine Entscheidung zwischen Fernando Tobio und Sebastian Dominguez für einen Posten in der Innenverteidigung gefallen. Die angeschlagene Physis des Rosarino Dominguez vergrößert die Chancen des jungen Verteidigers auf einen Einsatz von Beginn an. Zumindest für das Spiel am Sonntag. Gareca hofft aber, dass Seba, den er als Stammspieler sieht, rechtzeitig wieder fit wird. Momentan erholt er sich von einer Verletzung im rechten Knie und hat, wie aus Mannschaftskreisen zu vernehmen ist aber offiziell nicht bestätigt wird, Probleme mit der Hüfte. Es wird nicht einfach die Stütze der letzten Meistermannschaft (Clausura 2009) rechtzeitig fit zu bekommen. Deswegen ist es wahrscheinlich dass zu Beginn Tobio spielen wird auch wenn er sicherlich im Laufe der Saison abgelöst wird.

Eine gute Nachricht für den Trainer, neben der Verpflichtug von Augusto Fernández (ehemals River Plate und St. Etienne), ist die von ihm verlangte Verstärkung für die Defensive. Einer Verpflichtung des erfahrenen Fernando Ortiz ging ein lebendiger Meinungsaustausch mit dem Vizepräsidente des Klubs am vergangenen Samstag vorraus. Ortiz löste jüngst seinen Vertrag beim Club América in Mexiko auf. Er wird bei Velez den durch den Abgang von Marco Torsiglieri (Sporting Lissabon) und die langwierige Verletzung von Juan Sills (Kreuzbandriss), der auf eine größtenteils gute Vorbereitung zurückblicken konnte, vakanten Posten in der Innenverteidigung einnehmen.

Eine weitere Unbekannte in den Überlegungen von Gareca gilt als aufgeklärt. Im letzten Training schien Leandro Somoza den Kampf um einen Stammplatz gegen Franco Razzotti gewonnen zu haben. Wie immer entschied sich der Trainer für die internationale Erfahrung und die Führungsqualitäten zu Ungunsten von Razzotti. Eine paradoxe Situation waren die Verantwortlichen vor kurzem noch von der Notwendigkeit eines Verkaufes von Somoza überzeugt. Wir erinnern uns: Der Fußballer war bis zum Ende der Clausura der bestbezahlte Spieler in Argentinien.

Gareca hat zum Saisonstart einen Kader von geringerer Quantität und auch Qualität zur Verfügung. Doch er zeigt sich verständnisvoll wie er Infovelez versichert: “Der Klub muss Spieler verkaufen und wir müssen uns damit arrangieren. Ich bin mir im Klaren darüber das eine stabile Finanzlage das Wichtigste für den Klub ist. Deshalb auch diese Verkleinerung des Kaders, auch wenn die uns die wichtigen Spieler fehlen werden. Nun haben wir einen kleineren Kader mit einigen jungen Spieler die größere Möglichkeiten bekommen werden.”

Seine Ausführungen werden durch die getätigten Verkäufe gestützt. Bislang gingen: Rolando Zárate (ablösefrei), Pablo Lima (ablösefrei), Leandro Caruso (nach Leihe), Hernán Rodrigo López (verkauft an Estudiantes für 700.000 US-Dollar), Marco Torsiglieri (Sporting Lissabon, 4.000.000), Leandro Velazquez (ausgeliehen an Newell’s mit Kaufoption), Nicolas Cabrera (ausgeliehen an Independiente), Alejandro Cabral (ausgeliehen an Legia Warschau ohne Kaufoption), Leandro Coronel (ausgeliehen an Quilmes) und Facundo Coria (Villarreal).

Mit möglichst gleicher Stammformation will man jedes Spiel angehen. Bekannt sind die möglichen Verluste im Falle von Verletzungen und durch die, sollte man weit kommen, Copa Sudamericana (Auftakt am 2.9.2010 mit einem Heimspiel gegen Banfield). “Die Last der vielen Partien wird von einer kleineren Anzahl Spieler getragen werden müssen. In Copa und Liga wird man möglichst mit dem gleichen Team antreten.” so Gareca.

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Ohne Doppelbelastung ganz nach vorn?

Der Fan Matias von http://www.factorgranate.blogspot.com

In den letzten Jahren war Lanus der Doppelbelastung der heimischen Liga und den internationalen Wettbewerben ausgesetzt. Im zweiten Halbjahr 2010 hat man nur noch eines im Blick: die Apertura. Man entschied sich daher die von Luis Zubeldia trainierte Mannschaft im Kern zusammenzuhalten und nur mit klangvollen Namen zu verstärken. Nun, mit der Verpflichtung des Offensivspieler Mario Regueiro (Nacional de Montevideo) und des Verteidigers Paolo Goltz (Huracan)  hat El Granate nicht nur gute, sondern gleichsam erfahrene Spieler geholt um den mit einigen Jugendspieler gespickten Kader zu verstärken. Adrian Peralta, Carlos Izquierdoz und Nicolas Ramirez kehren nach Leihe zu ihrem Stammverein zurück.

Neuzugang Requeiro scheint seinen Platz im Team bereits gefunden zu haben. Der 31-jährige Uruguayo hat in bislang fünf Vorbereitungsspielen bereits viermal getroffen, obgleich er nicht einmal in vorderster Front agiert. Goltz, andererseits, hat bislang noch nicht mit der Mannschaft trainiert. Er, ein erwiesenermaßen guter Verteidiger, wird aber sowieso am ersten Spieltag fehlen, weil er noch eine Sperre aus der vergangenen abzusitzen hat.

Den Zugängen stehen aber auch einige Abgänge gegenüber. Der letztjährige Kapitän und Aushängeschild Maximiliano Velazquez wurde zu Independiente transferiert. Es wird noch eine Herausforderung ihn zu ersetzen. Aufgrund großer Konkurrenz auf dieser Position wurden sowohl Matias Fritzler als auch Diego Gonzalez verliehen. Beide waren namhafte Alternativen für den Trainer. Desweiteren verließ in Jadson Viera (Vasco da Gama) ein weiterer wichtiger Spieler den Verein. Auch Cristian Menendez (Ecuador) und wohl auch Hernan Grana (Spanien) suchen im Ausland eine neue Herausforderung.

Lanús wird sich noch nicht vom Markt zurückziehen. Man sucht noch einen Torjäger und hat mehrere Kandidaten in der engeren Auswahl, u.a. Ismael Blanco (AEK Athen) und Santiago Garcia (Nacional de Montevideo).

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Independiente im Umbau

Experte Emiliano vom Blog http://www.lacalderadeldiablo.blogspot.com:

Eine neue Meisterschaft beginnt und bei Independiente sind noch einige Baustellen offen. Durch Niederlagen in den letzten Saisonspielen verlor man den sicher geglaubten Titel in der abgelaufenen Clausura. Das bedeutete das Ende von Trainer Americo Gallego. Diesem gelang es das letzte Mal mit Independiente eine Meisterschaft zu gewinnen – im Jahr 2002. Ihm wurde diesmal sein risikoloses Spiel zum Verhängnis.

Der neue Trainer Daniel Garnero ist ein Mann der sich mit dem Klub identifiziert, aber wenig Erfahrung als Chef hat. Man verfügt über einige erfahrene und ballgewandte Spieler, andere wiederum sind völlig unbekannt. Der junge German Pacheco, 19, wurde von Atletico Madrid ausgeliehen nachdem er bereits in jungen Jahren sein Glück in Spanien suchte und die Jugendabteilung von Velez Sarsfield verließ. Er kommt auf Empfehlung von Manager Cesar Luis Menotti. Nicolas Cabrera und Roberto Battion werden an der Seite des vorraussichtlichen Spielmachers Leandro Gracian agieren.

Eine gute Basis junger Spieler (Leonel Galeano, Julian Velazquez, Federico Mancuello, Hernan Fredes, Patricio Rodriguez) aus der eigenen Jugend blieb erhalten. Gut aufgestellt ist man auch bei den Torhütern, auch wenn einer von ihnen noch wechseln dürfte: Adrian Gabbarini, der starten sollte, Fabian Assmann und Hilario Navarro.
Die größte Baustelle ist aber die Offensive: Bis dato wurde mit einem Stürmer geprobt – Andres Silvera. Ein weiterer wurde kürzlich in Facundo Parra verpflichtet. Martin Gomez erholt sich von einer schweren Verletzung und wird am dritten oder vierten Spieltag wieder eine Alternative sein. Das sind auch schon alle Stürmer die dem neuen Trainer in der Liga und in der Copa Sudamericana zur Verfügung stehen werden.

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30-jährige Erstligaabstinez hat ein Ende

Dreißig Jahre spielten die All Boys nicht mehr in der ersten Liga. Nun hat die Leidenszeit der Anhänger des Teams aus dem Stadtteil Floresta im Westen der Hauptstadt Buenos Aires endlich ein Ende. Nach einem nur zweijährigen Aufenthalt in der Primera B Nacional gelang der Aufstieg. Vorausgegangen war eine formidable Saison und ein beachtlicher Sieg in der Relegation gegen den Traditionsverein Rosario Central. Im ersten Spiel vor heimischer Kulisse im Estadio Islas Malvinas spielte man nur unentschieden, 1-1. Im zweiten und entscheidenden Spiel gewann man aber in (!) Rosario mit 3-0.

Man wird sich sicherlich strecken müssen um den Klassenerhalt zu schaffen. In Hugo Barrientos, Sebastian Grazzini, Lucas Rimoldi, Carlos Castiglione und Eduardo Dominguez konnte man sich zwar durchaus erfahrene Spieler sichern, die Konkurrenz hat aber, außer dem Club Olimpo, qualitativ hochwertigere Spieler verpflichten können. In der zweiten Liga war Mauro Matos ein zuverlässiger Torjäger, scheiterte in der ersten Liga aber bereits in Diensten von Arsenal. Wird er es seine Kritiker diesmal verstummen lassen? Kritik musste auch Cristian Der Dicke Fabbiani über sich ergehen lassen: Faul, lasterhaft, phlegmatisch. Bei den All Boys wird er wohl seine mittelfristig letzte Chance in der ersten Liga bekommen.

Erfahren genug sollten die All Boys sein – weiß man doch eine ganze Reihe routinierter Spieler in den eigenen Reihen. In der Defensive ist man auch ganz gut aufgestellt. Zum Problem könnte sich aber die offensive Durchschlagskraft entwickeln, dort sucht man vergebens nach erstligatauglichen Spielern. Aber vielleicht wird man ja von den Herren Matos, Ereros oder auch Fabbiani eines besseren belehrt.

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Newell’s setzt sich fest

In den vergangenen Spielzeiten konnten sich die Newell’s Old Boys im oberen Drittel des Klassements festsetzen. So konnte man die abgelaufene Clausura als Sechster abschließen und qualifizierte sich für die Copa Sudamericana. Und dann will man es in diesem Jahr sicherlich besser machen als in der Copa Libertadores am Anfang diesen Jahres. Da schied man nämlich bereits in der ersten Runde gegen Emelec aus Ecuador aus.

Man musste schmerzhafte Abgänge verkraften. Juan Insaurralde, Jorge Achucarro, Cristian Núñez und Joaquin Boghossian waren Leistungsträger der Lepra, verdingen sich jetzt aber anderswo. Den nach Salzburg abgewanderten Boghossian soll der ebenso baumlange Sebastian Taborda ersetzen. Luis Rodriguez kommt als Ersatz für Jorge Achucarro (nach Leihe zurück nach Mexiko) vom Club Atletico Tucuman. Dort war er in der letzten Saison noch einer der auffälligeren Spieler und debütierte gar in der Nationalmannschaft bei einem der relativ unbedeutenden und zweitklassigen Kicks. Zuvor spielte er mit seinem Stammverein vorwiegend im Ascenso. Aus Ecuador vom Sportklub Quito holte man Ivan Borghello – dieser präsentierte sich dort ähnlich treffsicher wie zuvor in Diensten von Godoy Cruz und Talleres de Cordoba. Der nunmehr 27-jährige Stürmer kommt übrigens aus der Newell’s-Jugend. Auch auf den defensiven Außenbahnen hat sich einiges getan: Von Luciano Vella (Independiente) und dem Nationalspieler Venezuelas Gabriel Cichero versprechen sich die Rosarinos einiges. Ebenso von dem von Velez ausgeliehenen offensiven Mittelfeldspieler Leandro Velazquez.

Dank guter und zielgerichteter Neuverpflichtungen haben sich die Newell’s Old Boys trotz der Abgänge qualitativ gar verbessert. Und auch in der Breite ist man ganz gut aufgestellt. Natürlich vorrausgesetzt, dass die Neuzugänge auch an die Leistungen anknüpfen können die sie für ihre letzten Vereine boten. Ein Transfer von Mauro Formica (River und Catania waren interessiert) ist bislang noch nicht vollzogen. Der talentierte Offensivspieler wäre nur sehr schwer zu ersetzen. Ein Platz im oberen Drittel ist auch diesmal drin. Allerdings ist noch nicht absehbar wie sich die Doppelbelastung durch den Einsatz in der Copa Sud auswirken wird, personell ist man jedenfalls durchaus gut gerüstet.

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Die Wundertüte: Godoy Cruz

Sie waren die Überraschung der letzten Saison. Mit dem einstigen Jugendtrainer Omar Asad in der Verantwortung gelang dem Team aus Mendoza großartiges. Lange Zeit konnte man im Rennen um die Meisterschaft mitmischen und schloß die Clausura auf einem hervorragenden dritten Platz ab.

Die Transferpolitik der vergangenen Saison fand ihre Fortsetzung auch vor der bald startenden Apertura. Der Fokus liegt eindeutig auf der Verpflichtung von No-Names – jene Spieler die bei anderen Vereinen gar keine oder nur eine untergeordnete Rolle bzw. in niederen Ligen spielten. Namen wie Mariano Donda, Israel Damonte oder ein Fabricio Núñez sollten nur den absoluten Kennern der Szene ein Begriff sein. Diego Villar ist da noch der Bekannteste. Dieser spielte schon einmal für Godoy Cruz. Zwischen 2005 und 2007 schnürte er die Schuhe für die Mendocinos ehe es ihn zur Gimnasia nach La Plata mit zwischenzeitlicher Leihe bei Arsenal verschlug. Von einer schweren Knieverletzung genesen versucht er nun bei Godoy Cruz an bessere Zeiten anzuknüpfen. Als einzigen unumstrittenen Stammspieler zog es den Offensivallrounder Federico Hiquain zu Colon Santa Fe. Ansonsten konnten die Garanten des jüngsten Erfolges gehalten werden. Von David Ramirez über Cesar Carranza bis zu Leonardo Sigali und Nelson Ibanez.

Wird es dem Trainer Asad gelingen auch in der neuen Saison ein ähnlich gefällig spielendes und gut funktionierendes Kollektiv aufzubieten so stehen die Chancen gut, dass man sich wieder achtbar aus der Affäre ziehen kann. Erwartungen, erneut einen Platz in der Spitzengruppe zu erobern, sind wohl vermessen. Bei optimalen Verlauf könnte am Ende ein einstelliger Tabellenplatz rausspringen.

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Umbruch bei Huracan

In der abgelaufenen Spielzeit konnte man sich für das katastrophale Abschneiden in der Apertura 2009 (19. Platz) rehabilitieren. Der chronisch klamme Klub aus Parque Patricios (Buenos Aires) wurde immerhin 10. gemessen an den Möglichkeiten ein respektables Ergebnis.

Nun haben die Leistungsträger Paolo Goltz (Huracan), Patricio Toranzo (Racing), Leandro Diaz (Universidad Catolica) und Eduardo Dominguez (All Boys) den Verein verlassen. Zudem suchten auch gute Ergänzungsspieler wie Pablo Jerez (Olimpo), Gaston Esmerado (Arsenal) oder Gonzalo Garcia (nach Leihe zurück zu Racing) das Weite. Mit dem hoffnungsvollen Talent Gino Clara liegt man im Clinch – ein Verbleib ist eher unwahrscheinlich.

Zahlreiche Neuzugänge sollen diese Verluste kompensieren. Die beiden Oldies Rolando Zarate und Ángel Matute Morales wollen sicherlich noch einmal ihre Tauglichkeit unter Beweis stellen. Ebenso wollen sich Talente wie der Venezuelaner Yonathan del Valle, der Kolumbianer Harrison Otalvaro oder der Uruguayo Agustín Peña in einer stärkeren Liga präsentieren. Innenverteidiger Carlos Quintana spielte immerhin einige Male für Lanus, sollte beim neuen Klub mehr Spiele machen. Gar nicht zum Zuge kamen Marcos Britez Ojeda (bei Racing), Mariano Martinez (Arsenal) und zuletzt auch Lautaro Formica (Godoy Cruz). Bei Huracan soll das nun besser werden, letzterem ist dies auch durchaus zuzutrauen. Dem guten Dutzend könnten aber noch weitere Neuzugänge folgen bestätigte der Präsident und einstige Akteur der SG Wattenscheid, Carlos Babington.

Für Huracan kann es in der kommenden Saison nur darum gehen genügend Punkte zu sammeln um nicht noch in Abstiegsgefahr zu geraten. Immerhin konnte man Torhüter Gaston Monzon und dessen Namensvetter Machin zum Verbleib überreden. Um sie herum baut Trainer Rivoira eine komplett neue Stammformation auf. Da man aber offensichtlich qualitativ nicht zugelegt hat wäre eine Verbesserung im Vergleich zum zehnten Platz der Vorsaison ein Riesenerfolg.

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