Argentinien geht mit 0:1 in Chile unter

Nach einer schwachen Leistung verliert die Selección verdient gegen Chile und kann sich am Schluß sogar noch dafür bedanken, dass die Niederlage nicht höher ausgefallen ist.

Mit Agüero, Messi und Milito

Entgegen aller Prognosen lief die Albiceleste in einem 4-3-3-System auf: Zanetti, Burdisso, Demichelis und Heinze in der Abwehr; Cambiasso, Mascherano und Ledesma im Mittelfeld und Messi, Agüero, Milito im Sturm. Zu keiner Zeit jedoch gelang es dieser argentinischen Mannschaft, Druck auf Chile auszüben: Cambiasso blieb auf der linken Seite wirkungslos und weder Zanetti noch Mascherano konnten auf rechts Akzente setzen. Wie zuletzt schon, war das System Basiles zu sehr von brillianten Momenten der Ausnahmespieler Messi und Agüero abhängig. Diese blieben aus, und so konnte die Selección in 90. Minuten nicht eine klare Torchance herausspielen.

Chile stark, Fernández überragend

Mit Grund zum Jubeln: Chiles Matias Fernández

Von Beginn an ging Chile agressiv zu Werke, setzte Argentinien früh unter Druck und erkämpfte sich ein ums andere Mal den Ball im Mittelfeld, um dann schnell in die Spitze zu spielen und den Abschluss zu suchen.

Besonders positiv fiel dabei Matias Fernández auf. Der Spieler von Villareal war Dreh- und Angelpunkt der chilenischen Mannschaft. Auch Medel und Orellana glänzten durch temporeiches Spiel und starke Ballsicherheit. Konstant beschäftigten die quirligen Chilenen das argentinische Mittelfeld und ließen so weder Zanetti noch Cambiasso die Chance zu Offensivaktionen, von Mascherano und Ledesma ganz zu schweigen.

Carrizo verhindert Debakel

In der 35. Minute war es dann auch Orellana, der nach guter Vorlage von Medel aus acht Metern zum 1:0 verwandelte. Das längst überfällige Tor reichte Chile zum Sieg und zu den wichtigen drei Punkten in der WM-Qualifikation. Dass das Spiel nicht zum Debakel wurde, hatte mit der starken Leistung Juan Pablo Carrizos zu tun. Der Torwart von Lazio Rom geht als großer Gewinner aus dem Doppelspieltag hervor: wie schon gegen Uruguay, zeigte er auch in Santiago eine starke Leistung und setzte eine Marke im Kampf um den Stammplatz im Tor.

Bergessio und Sand kommen zu ihrem Debüt

In der zweiten Halbzeit wechselte Basile dann zuerst Bergessio und später Sand ein. Viel änderte das nicht, zwar zeigte sich Bergessio engagiert, aber es fehlte an Unterstützung aus dem Mittelfeld. Gleiches gilt für Sand, der erst zehn Minuten vor Ende der Partie zu seinem Länderspieldebüt kam.

Argentinien spielte ideenlos im Mittelfeld, und folgerichtig blieben die Stürmer ohne Bindung zum Spiel.

Basile in der Kritik

Alfio Basile - Schon lange nicht mehr unumstritten

Alfio Basile - Schon lange nicht mehr unumstritten

Es wäre nun einfach, alles auf das Fehlen von Riquelme zu schieben. Der vermeintliche Regisseur der Albiceleste spielte zuletzt jedoch so schlecht, dass dieser Debatte jede Grundlage genommen wurde. Die Fehler sind vielfältig, und ein Sieg in sieben Spielen ist zu wenig für die Fußballnation Argentinien, Volkes Zorn wird sich nun gegen Alfio Basile richten. El Coco wird vorgeworfen, den Stars zu viele Freiheiten zuzugestehen und zu wenig auf Spieler der eigenen Liga zu setzen. Zwar steht AFA Chef Grondona zu Basile und betonte, unbedingt mit ihm zur WM fahren zu wollen, doch die Luft wird dünner, und aus internen Kreisen hört man von einer Front, die sich gegen den aktuellen Coach bildet. Basile hat nun fünf Monate Zeit zur Analyse, bevor man am 28. März 2009 Venezuela empfängt. Vorher trifft die Selección am 11.2 in einem Freundschaftsspiel auf Frankreich.

Etienne Leue

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