Basile tritt zurück

Alfio Basile zog gestern abend die Konsequenzen aus den zuletzt schwachen Leistungen der Albiceleste und trat von seinem Amt als Nationaltrainer zurück.

Die logische Konsequenz

Ein Sieg aus sieben Spielen war die zuletzt dürftige Ausbeute der argentinischen Nationalmannschaft in der Eliminatoria für die Welmeisteschaft 2010 in Südafrika. Nicht nur die Ergebnisse der Albiceleste gaben Anlass zur Sorge, auch die Art und Weise in der die argentinischen Superstars im Nationaltrikot antraten war wenig zufriedenstellend. Die Diskrepanz zwischen den herausragenden Leistungen von Messi, Agüero und Co im Vereinsfußball und der Nationalmannschaft blieb ein Phänomen. Die logische Konsequenz folgte nun mit dem Rücktritt von Alfio Basile als Coach der Seleccion.

Probleme zwischen Basile und der Mannschaft

Nicht länger Trainer der Selección - Alfio Basile

Nicht länger Trainer der Selección - Alfio Basile

Von Seiten der Spieler wurde Basile mangelnde Professionalität vorgeworfen. Wie aus den Reihen der Stars zu hören ist, ließ El Coco der Mannschaft zu viele Freiheiten. Angeblich vermissten die Akteure die starke Hand, die sie aus Europa gewohnt waren, man fühlte sich unterfordert. Ein weiterer Kritikpunkt war die mangelhafte Analyse der gegnerischen Mannschaften, zu oft wurde man überrumpelt, Beispiel Norwegen: John Carew zerlegte die argentinische Abwehr im Alleingang und führte die Skandinavier mit zwei Toren zum 2:1 Sieg. Selbst Informationen über das eigene Team fehlten: „Wir wußten nicht einmal, dass Riquelme gegen Uruguay vorbelastet war“, so ein Spieler der Mannschaft gegenüber der argentinischen Presse.


Von Hundert auf Null

Außerdem monierten die Spieler unzureichendes Fitnesstraining in den Camps der Nationalmannschaft: „Wir kommen topfit aus Europa nach Argentinien und hier machen wir nichts. Wie soll ich da keine Angst vor Verletzungen haben?“, so die Beschwerde eines Spielers der Albiceleste.


Fehlendes Verständnis für die jungen Wilden

Laut argentinischer Presse gab es große Schwierigkeiten zwischen Basile und den jungen Spielern der Mannschaft. Basile, einVertreter der alten Garde, konnte Gewohnheiten und Interessen der „Generation Pro Evolution Soccer“ nicht nachvollziehen. Andererseits kritisierte der Trainerstab Basiles die jungen Wilden: „Mit Ausnahme der Copa America hat Messi bei uns nie funktioniert“, so einer der Mitarbeiter Basiles. Man spricht von Kommunikationsproblemen zwischen Trainer und Mannschaft.


Keine Konstanz

Auch die permanenten Wechsel von Formation und Nominierungen wurden Basile vorgeworfen. Mal war Milito im Kader, mal nicht, D`Alessandro wurde für ein Spiel nominiert und ohne einen Einsatz prompt wieder aussortiert. German Denis, Ezequiel Lavezzi, nun Barrientos, die Liste ist lang. Auch Olympia-Star Angel Di María kam nach überzeugenden Leistungen nicht mehr zum Einsatz. Neben den ständig wechselnden Namen, änderte Basile in regelmäßigen Abständen auch das System der Argentinier: vom 4-3-1-2 zum 3-4-1-2 und zuletzt gegen Chile ein 4-3-3.


Derzeit Trainer bei River Plate - El Cholo Simeone

Derzeit Trainer bei River Plate - El Cholo Simeone

Grondona lässt Basile fallen, kommt jetzt Simeone?

Schließlich wendete sich dann auch noch Basiles letzter Fürsprecher von ihm ab: Julio Grondona, der noch vor dem Spiel gegen Chile ein klares Bekenntnis zu Basile abgegeben hatte, sagte gestern gegenüber den Medien, dass er sich nicht wundern würde wenn der Trainer die Konsequenzen aus den zuletzt gezeigten Leistungen ziehen würde. Ein Wink mit dem Zaunpfahl den El Coco verstand. Nun wird sich Don Julio nach einem Nachfolger für Basile umschauen müssen, als Kandidaten werden Diego Simeone, U-23 Coach Checho Batista und San Lorenzos Trainer Miguel Angel Russo gehandelt. Auch der Name Maradona war zu hören, dass El Diez aber tatsächlich die Albisceleste trainieren wird, scheint nach einer bisher erfolglosen Trainerkarriere aber eher unwahrscheinlich.

2 Antworten zu “Basile tritt zurück

  1. Wie geschrieben bzw. so sehe ich es auch: eine logische Konsequenz!

    Jetzt natürlich die Frage „Wer wird es“

    Wir haben zwar noch nicht Weihnachten, aber ich würde mir „Checo“ Batista wünschen. Er hat wirklich gute Arbeit geleistet und hat vor allem einen guten Draht zu den jungen Wilden (Messi, Kun….)
    Laut einigen arg. Medien wird er ja auch von Diego favorisiert oder nicht???

    Also wie der Kaiser sagt „Schaun mer mal“

    Anschließend meine Frage an Euch 😉

    „Wenn wollt ihr auf dem Chefsessel sehen“???

    Saludos
    Steff

  2. Ich fänd Bianchi super. Die Leistungen unter Batista bei Olympia waren ja jetzt auch so überzeugend nicht.

    Jan

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