Superclásico: River Plate empfängt die Boca Juniors

Heute um 20.10 Uhr (MEZ) heißt es wieder Superclásico in Buenos Aires. Die beiden größten Mannschaften Argentiniens treffen im Estadio Monumental aufeinander. Das Spiel der Spiele kommt für beide Mannschaften in schwierigen Situationen: River steht mit nur 8 Punkten aus 9 Spielen auf dem vorletzten Platz, und Boca machte in letzter Zeit eher durch interne Querelen als Fußball auf sich aufmerksam.

Ich will nicht euer Freund sein“

Es waren eineinhalb Wochen Theater in Boca Juniors, seit Julio César Cáceres sich im paraguayanischen Radio über seinen Mitspieler Román Riquelme beschwerte. Riquelme sei ein „schwieriger Mensch, der mit keinem Trainer zurechtkäme“. Cáceres empfahl dem argentinischen Nationalspieler, „einen Schritt zur Seite zu machen“ und andere Spieler spielen zu lassen, wenn er keine Lust habe.

Nun folgte die große Aussprache. Beim Training am Donnerstag besprachen die Spieler ohne den Trainer die Geschehnisse der letzten Wochen. Moderiert wurde die Mannschaftssitzung vom verletzten Kapitän Martin Palermo: Cáceres entschuldigte sich , Palacio forderte mehr Einsatz von Román, und Riquelme machte der Mannschaft klar, dass er nicht an zwischenmenschlichen Beziehungen mit seinen Kollegen interessiert ist: „Ich bin wie ich bin und ich werde mich in diesem Leben nicht mehr ändern“, so Riquelme, „wir sind Kollegen, ich will nicht euer Freund sein. In der Saison 2000 war die Mannschaft noch mehr zerstritten und trotzdem haben wir alles gewonnen“.

Boca ohne Caranta

Durch die Seifenoper um Riquelme und Cáceres ist der Problemfall Mauricio Caranta in den Hintergrund gerückt. Der Torwart hatte vor dem Heimspiel gegen Estudiantes darum gebeten, nicht eingesetzt zu werden. Ein privates Problem im Zusammenhang mit einer seiner Töchter sei der Grund gewesen, so Caranta später. Ischia kam Carantas Wunsch nach und ließ ihn draußen. Unverständlicherweise wendete sich Caranta später an die Presse und kritisierte den Trainer, daraufhin verbannte Ischia Caranta auf die Bank. Im Superclásico muss Caranta nun auf die Tribüne. Der 21jährige Javier García wird gegen die Gallinas das Tor hüten. Wie die Geschichte zwischen Caranta und Ischia weitergeht bleibt abzuwarten, der Torwart hat noch zweieinhalb Jahre Vertrag, während der des Trainers in einem halben Jahr ausläuft. Ischia konnte bislang nichts mit Boca gewinnen, und es ist denkbar, dass sein Vertrag nicht verlängert wird.

River auf dem vorletzten Platz

Den schlechtesten Start der Vereinsgeschichte legte diese Saison River Plate hin: lediglich acht Punkte aus neun Spielen schlagen zu Buche. Normalerweise ein Grund für Unruhe rund ums Estadio Monumental, aber nachdem das Team von Diego Simeone in der letzten Saison die Meisterschaft gewinnen konnte, hat man in Nunez nun Spielraum. Nichtsdestoweniger ist die derzeitige sportliche Situation zu wenig für River, nun will man durch einen Sieg gegen Boca die Saison in ein anderes Licht rücken. Wieder mit dabei ist Radamel Falcao, der Kolumbianer war nach einem rüden Foul von San Lorenzos Mendez für mehrere Wochen ausgefallen. Im vorletzten Superclásico zeigte Falcao eine hervorragende Leistung und konnte ein Tor erzielen.

Die Formationen

Boca wird mit einer defensiven Aufstellung im Estadio Monumental, in dem die Xeneize seit 2003 nicht mehr gewinnen konnte, auflaufen. Die Rede ist sogar von einem 5-3-1-1, in diesem Fall würde Forlín in die Mannschaft rücken. Lässt Ischia mit 4-3-2-1 spielen, würde Nicolás Gaitán Riquelme im offensiven Mittelfeld unterstützen. Lucas Viatri ist der einzige Stürmer im Team der blaugelben, Luciano Figueroa, der vor rund zwei Wochen auf Leihbasis zu Boca kam, wird gegen seinen früheren Club erstmal auf der Bank sitzen.

Anders als sein Kollege Carlos Ischia macht Diego Simeone kein Geheimnis aus der Aufstellung seiner Mannschaft: River wird mit einem 4-3-1-2 versuchen, die drei Punkte gegen Boca zu holen. In der Abwehrkette ist Eduardo Tuzzio wieder mit dabei, der Ex-Wolfsburger Facundo Quiroga wird also wieder auf der Bank Platz nehmen müssen. Im Mittelfeld laufen Fernández, Abelairas und Ahumada auf, hinter den Spitzen eines der großen argentinischen Talente Diego Buonanotte und im Sturmzentrum Radamel Falcao und Santiago Salcedo.

Es ist also alles gerichtet für den Superclásico, und bald wird klar sein, welches der beiden Teams sich durch einen Sieg im Duell der beiden großen Mannschaften Argentiniens aus der Krise katapultieren kann.

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