Boca gewinnt den Superclásico gegen River

Mit zehn Mann gewinnen die Boca Juniors zum ersten Mal seit fünf Jahren bei River Plate. Das Tor des Spiels erzielte Lucas Viatri nach einem Freistoß von Riquelme. Nach den Querelen der letzten Wochen kommt der Sieg für Boca genau zum richtigen Zeitpunkt.

Die Xeneizes im Siegesrausch

Es war das Bild des Spiels: Juan Román Riquelme und Julio Cacéres, die Protagonisten des Streits, der in den letzten Wochen die argentinische Presse beherrschte, liegen sich in den Armen. Man hat sich wieder lieb bei den Xeneizes. Heute konzentrierten sich beide Spieler auf das, was sie am Besten können: Fußball spielen. Riquelmes Leistung war fundamental für den Sieg Bocas. Besonders nach der 1:0 Führung, die Riquelme selbst durch einen Freistoß vorbereitete, zeigte sich die Wichtigkeit Románs: Die Nummer 10 fungierte als zentrale Anspielstation im Spiel der Blaugelben, verschleppte immer wieder das Tempo und war von River nur durch Fouls vom Ball zu trennen.

Tor in Unterzahl

Lucas Viatri - Der Schütze des goldenen Tores

Lucas Viatri - Der Schütze des goldenen Tores

Mit Lucas Viatri bot Carlos Ischia lediglich einen Stürmer auf, dementsprechend wenig Chancen konnte Boca im gesamten Spiel für sich verbuchen. River Plate machte in der ersten Hälfte das Spiel und kombinierte gefällig bis zur Strafraumgrenze, dort angekommen, fehlten Buonanotte, Falcao und Co allerdings die Kaltschnäutzigkeit im Abschluss. Zum Glück für Boca, denn Caranta-Vertreter García machte nicht den sichersten Eindruck. Mit 0:0 ging es in die Halbzeitpause. Sieben Minuten nach dem Wiederanpfiff konnte sich Hugo Ibarra bereits wieder auf den Weg in die Kabine machen: nach einem Zweikampf mit Gustavo Cabral ging der Ball ins Seitenaus, der Assistent zeigte Einwurf für River an, Ibarra sahs anders und machte seinem Ärger ein wenig zu heftig Luft. Konsequenz war die rote Karte durch Schiedsrichter Baldassi. Doch River konnte die 38 Minuten in Überzahl nicht ausnutzen, im Gegenteil, in der 61. Minute erzielte Lucas Viatri das 1:0 für die Xeneize. Vorausgegangen war ein Foul an Jesus Dátolo ca. zehn Meter in der Hälfte von River Plate, Riquelme zirkelte den Freistoß perfekt in den Strafraum, Viatri köpfte lehrbuchmäßig und ließ Juan Ojeda keine Chance.

Wechsel brachten keine Veränderungen

Nach dem 0:1 reagierte Diego Simeone und brachte Andrés Ríos, vorher schon war Mauro Díaz für Salcedo ins Spiel gekommen. Weder Ríos noch Díaz konnten allerdings die gewünschten Veränderungen bringen, Bocas Abwehr rund um die starke Innenverteidigung Cáceres/Paletta hatte alles im Griff. Eine Chance hatte River noch, aber Ríos schoss in der 70. Minute nach einem Freistoß von Abelairas rechts am Tor vorbei.

Die Zuschauer waren mit den Einwechslungen Simeones nicht zufrieden, sie hatten bereits nach dem 0:1 lautstark Mauro Rosales gefordert, doch der 27jährige zählt nicht zu den Lieblingen des Trainers, und so musste sich Rosales das Spiel 90. Minuten lang von der Bank aus ansehen.

Boca souverän

Den Rest des Spiels brachte Boca souverän über die Bühne, man hatte River den Schneid abgekauft. Ein ums andere Mal eroberten Cáceres, Morel, Paletta und Battaglia in der Defensive den Ball und leiteten schnell auf Dattolo und Riquelme weiter. Gerade Román konnte in dieser Phase durch viel Ruhe und Übersicht seine Wichtigkeit für Boca unter Beweis stellen.

Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung gewann Boca schließlich verdient den Superclásico und konnte zum ersten Mal seit dem 9.9.2003 die drei Punkte aus dem Estadio Monumental entführen.

El Cholo mit seinem Latein am Ende?

El Cholo mit seinem Latein am Ende?

Geht jetzt Simeone?

Die große Frage ist nun, ob Rivers Coach Diego Simeone die Konsequenzen aus der desolaten Saison und dem verlorenen Superclásico zieht und von seinem Amt als Cheftrainer zurücktritt. Acht Punkte aus zehn Spielen bedeutet den geteilten letzten Platz für den Vorjahresmeister. Gerüchten zufolge soll Simeone sein Schicksal an das Spiel in der Copa Sudamericana kommende Woche gegen Chivas geknüpft haben. Sollte River gegen das mexikanische Team verlieren, könnte es sein, dass El Cholo nur ein halbes Jahr nach dem Titelgewinn das Handtuch bei den Millionarios wirft.

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