„Wie bei der Geburt meiner Töchter“

So fühlte sich Diego Maradona nach Julio Grondonas Entscheidung, ihn zum neuen Trainer der Albiceleste zu machen. La Mano de Dios kehrte gerade von einem Showmatch in Georgien zurück, als seine Freundin Verónica ihm vom Anruf Grondonas berichtete: Treffen um 14 Uhr in Buenos Aires‘ Nobelviertel Puerto Madeiro, Anwesende: Julio Grondona samt Söhnen Julio Jr. und Humberto und Altmeister Carlos Bilardo.
Rätsel um Bilardo

Spätestens da war Maradona wohl klar, wo die Reise hingeht. Argentiniens Lieblingsfußballer und Protagonist zahlreicher Skandale und Skandälchen würde Alfio Basile als Nationaltrainer beerben. Ihm zur Seite stehen wird Carlos Bilardo – Weltmeistertrainer von 1986 und derzeit beim argentinischen Fernsehen beschäftigt. Die genaue Funktion Bilardos ist aber noch unklar, so fragt man sich zum Beispiel, ob El Doctor bei den Spielen der Selección mit Diego an der Seitenlinie stehen oder das Geschehen von der Tribüne aus beobachten wird.
The Class of `86

Bilardo wird nicht die einzige Verstärkung in der Task-Force Maradona sein. Es kursieren diverse Namen im Zusammenhang mit der Nationalmannschaft, allesamt Weltmeister von ´86. Gesucht werden zwei „Ayudantes De Campo“ („Helfer auf dem Platz“). Grondonas Wunschkandidaten sind Sergio Batista (U20) und José Luis Brown (U17). Batista wäre selbst gerne Nationaltrainer geworden und stellte heute demonstrativ auf stur. Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen. Sollte Batista jedoch bei seiner Meinung bleiben, könnte das Gespann Troglio(Cerro Porteno, Par)/Gamboa (Newell`s Old Boys) zum Einsatz kommen.
Auch der Name Sergio Goycochea ist gefallen. Goyco ist als neuer Torwarttrainer im Gespräch.


„Die Mannschaft stelle ich auf“

Gegenüber der argentinischen Presse machte ein sichtlich aufgedrehter Maradona gleich einmal klar, wer zukünftig das Zepter über der Albiceleste schwingen wird, Team-Manager und Ayudantes del Campo hin oder her: „Die Mannschaft stelle ich auf, das ist klar, aber natürlich höre ich mir Carlos‘ (Bilardo) Rat an“, steckte El Diez gleich einmal das Gebiet ab.
Das Gefühl, sich im Konkurrenzkampf gegen den legendären Carlos Bianchi durchgesetzt zu haben, beschreibt Maradona wie „einen K.O Sieg gegen Tyson oder Foreman“.
Grondonas Entscheidung gegen Bianchi persönlich?

Ob Maradonas Worte Bianchi gefallen haben, ist fraglich. Zwar äußerte sich El Virrey zu keinem Zeitpunkt zur Trainerfrage, trotzdem sickerte durch, dass die Boca-Legende enttäuscht über die Entscheidung Grondonas ist. Dass die Wahl nicht auf Bianchi fiel, hat allem Anschein nach persönliche Gründe: Don Julio wurde schon immer eine schlechte Beziehung zu Bianchi nachgesagt. Im argentinischen Fußball ist das Wort der grauen Eminenz Grondona heilig, und einen Querdenker in den eigenen Reihen wollte der AFA Präsident scheinbar nicht riskieren. Auch die Söhne Grondonas Julio Jr. und Humberto wollten Bianchi auf keinen Fall in der Selección und sprachen sich gegenüber Papa ausdrücklich für ein Engagement von Bilardo und Maradona aus.

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