Die Apertura geht in die heiße Phase – Der 14.Spieltag in der Zusammenfassung

Aus drei mach zwei: nachdem Tigre in Colon in der Nachspielzeit noch den Sieg vergspielte, stehen nun nur noch Boca und San Lorenzo an der Spitze. Beide Mannschaften taten sich schwer und konnten gegen vermeintlich schwache Gegner erst in den letzten Minuten die drei Punkte klarmachen. River holte zuhause ein 0-3 auf und Racing gewann unerwartet in Tucumán.

Colon Santa Fe – Tigre 2-2

Die Gäste aus Victoria haben es am Samstag verpasst einen Sieg im Kampf um die Meisterschaft zu landen. Gegen die Sabaleros war man früh durch einen verwandelten Foulelfmeter von Esteban Fuertes in Rückstand geraten, konnte aber durch Routinier Rodolfo Arruabarrena ausgleichen. Zehn Minuten vor dem Ende ging El Matador gar in Führung, Martin Morel hatte wieder zugeschlagen. Alle Zeichen standen auf Sieg ehe der zweite Goalgetter in Reihen Colons, Ruben Ramirez, die Hoffnungen auf drei Punkte in der dritten Minute der Nachspielzeit zunichte machte.

Es war ein nicht ganz unverdienter Punktgewinn für die Santafesinos. Sie erwischten den besseren Start und mussten zudem fast vierzig Minuten zu zehnt spielen – Pablo Aguilar wurde mit Gelb/Rot vom Platz gestellt.

Für Tigre ist das Unentschieden indes zu wenig. Jetzt heißt es siegen um jeden Preis für Cagnas und Konsorten, will man im Meisterschaftsrennen gegen Boca und San Lorenzo weiterhin ein Wörtchen mitreden.

Godoy Cruz – Argentinos Juniors 1-1

Entgegen der ursprünglichen Vermutung, ließ Néstor Gorosito einige seiner Leistungsträger draußen. So fehlten bei Argentinos zum Beispiel Gabriel Hauche und Nicolas Pavlovich.

Die Gastgeber kamen besser aus den Startblöcken, vermochten aus der Überlegenheit aber keinerlei Profit zu schlagen. Der Copa-Sudamericana-Halbfinalist steigerte sich im Verlaufe der Begegnung und ging folgerichtig neun Minuten nach dem Seitenwechsel durch Quiroga in Führung. Der Abstiegskandidat Nr. 1 konnte zwar postwendend ausgleichen, mehr gelang dann aber nicht. Gegen Ende brachte Gäste-Verteidiger Ignacio Canuto dann noch einmal etwas Farbe ins Spiel – er wurde in der vierten Minute der Nachspielzeit mit Gelb/Rot vom Platz gestellt.

Der Klub aus der Paternal kann weiterhin auswärts nicht gewinnen und wird jetzt den Fokus auf das Copa Sudamericana Halbfinale am kommenden Donnerstag gegen Estudiantes richten.

Für Godoy Cruz ist der Punkt nicht zufriedenstellnd. So wird’s nichts mit dem Ligaverbleib.

Velez Sarsfield – Gimnasia La Plata 0-2

„Die Führungsriege kennt meine Einstellung: Wenn ich gehen soll, gehe ich.“

Hugo Tocalli, Trainer von Velez Sarsfield, gerät immer mehr unter Beschuß. Am Samstag verloren seine Schützlinge gegen den Abstiegskandidaten Gimnasia La Plata. Schmeißt der frisch gewählte Präsident Fernando Raffaini als erstes gleich mal seinen Trainer raus?

Der Gastgeber geriet bereits früh in Rückstand: El Pampa Sosa erzielte nach acht Minuten die Führung für den Lobo Platense. Es war der erste Saisontreffer des mit großen Hoffnungen zurückgeholten Sturmtank. Einige Minuten später erhöhte Franco Niell auf 0-2. Beide Tore bereitete der starke Nacho Piatti mustergültig vor. Velez Sarsfield dominierte zwar über weite Teile der Partie, Zählbares sprang aber nicht herraus. Die Gäste aus La Plata standen hinten drin und nutzten ihre wenigen Chancen effektiv.

Wichtige Punkte für die Platenser im Kampf gegen den Abstieg. Trotzdem bleibt man in der Tabla de descenso auf dem vorletzten Platz, wertgleich mit Gimnasia Jujuy.

Velez Sarsfield in zwei Hälften: Vom ersten bis einschließlich siebten Spieltag sammelte der Klub 14 Punkte, vom achten bis zum aktuellen Spieltag nur sechs Punkte. Der verwöhnte Veléz-Anhang ist not amused.

Estudiantes – Independiente 1-0

Bereits seit vier Spielen wartet El Rojo auf einen Sieg. Auch von Estudiantes wurde man mit leeren Händen nachhause geschickt:

Nach einer guten Chance für Rolfi Montenegro stellten die Gäste das Spielen ein und überließen den Platenser das Feld. Diese gingen nach einer schönen Kombination durch ihren Top-Scorer Mauro Boselli in Führung und spielten sich in der Folgezeit weitere Chancen heraus. Independiente hatte nichts zu melden – bis auf eine  Möglichkeit gegen Ende der zweiten Halbzeit durch Pipa Higuain.

Für Estudiantes eine gelungene Generalprobe für das Halbfinalhinspiel der Copa Sudamericana gegen die Argentinos Juniors. Independiente verlangte dem Team um Juan Sebastian Verón nur wenig ab, von Doppelbelastung kann nach einem Spiel gegen harmlose Gäste also keine Rede sein.

San Lorenzo – Gimnasia Jujuy 2-1

Nach drei sieglosen Spielen in Folge und eingebüßtem Vorsprung im Rennen um die Meisterschaft war für El Ciclon im Aufeinandertreffen mit Abstiegskandidat Gimnasia de Jujuy ein Sieg Pflicht.

Der Favorit zeigte sich jedoch ideenlos und tat sich schwer. Nach sechs Minuten vergab Gaston Aguirre die beste Chance der ersten Halbzeit, als er nach einer Ecke den Ball an die Latte köpfte. Die Jujuenos verloren schon bald ihren Respekt im Nuevo Gasometro und spielten forsch auf. Die Stürmer Gonzalo Bergessio und Andres Silvera wurden gut gedeckt von den Abwehrmännern der Lobos. Trotzdem konnten die Gäste wenig klare Chancen herausspielen – ansonsten war bei San Lorenzos Torhüter Agustin Orion Endstation.

Unmittelbar nach Wiederanpfiff zog es den linken Außenverteidiger Aureliano Torres nach vorne, er spielte Doppelpass mit Diego Rivero und schon war die Hintermannschaft der Jujuenos ausgehebelt. Der Paraguayo erzielte das 1-0. Wer nun ein enthemmtes San Lorenzo erwartet hatte sah sich getäuscht, das Tor brachte keine Besserung ins Spiel des Klubs aus Boedo. Gimnasia übernahm die Initiative. Nachdem Jujuy einige Chancen vergab, flankte in der 73. Minute Silvio Iuvale auf Pablo Calandria der nahm den Ball volley und der Ball landete im Kasten Orions. Das erste Saisontor für den ehemaligen Europalegionär (Marseille, Malaga, Lens u.a.). Wenig Zeit für San Lorenzo und in La Boca feierte man schon die Patzer von Tigre und San Lorenzo, doch man hatte die Rechnung ohne Gonzalo Bergessio gemacht. Sechs Minuten vor dem Ende schaltete der bullige Stürmer einen Moment schneller als sein Gegenspieler Héctor Desvaux und konnte so zuerst an die flache Hereingabe von Santiago Solari kommen und aus drei Metern zum vielumjubelten 2:1verwandeln. Der erste Sieg seit drei Spielen kam genau zum richtigen Zeitpunkt, zwar konnte San Lorenzo nicht überzeugen, aber das interessiert ja bekanntlich am Ende der Saison Niemanden mehr. Drei wichtige Punkte auf dem Weg zur zweiten Meisterschaft in zwei Jahren.

Für Gimnasia Jujuy ist die Niederlage äußerst bitter und unglücklich, jeder Punkt wird im Abstiegskampf benötigt. Mit einem Unentschieden hätte man sich wenigstens ein bisschen vom wertgleichen Konkurrenten Gimnasia de La Plata absetzen können, so steht man zusammen mit den Platensern punktgleich auf dem vorletzten Platz, der den direkten Abstieg bedeuten würde.

Arsenal de Sarandí – Boca Juniors 0-1

Auch die Xeneizes bekleckerten sich nicht mit Ruhm und erreichten ein letztlich glückliches 0-1 beim Kleinklub aus der Avellaneda.

In einem ausgeglichenen Spiel auf schwachem Niveau im El Viaducto entschied Maestro Riquelme das Spiel in der letzten Minute der regulären Spielzeit. Leandro Gracian wurde in Strafraumnähe gefoult, ein Fall für den bis dahin schwachen Spielmacher Bocas, der Rest ist Geschichte – Campestrini im Kasten bedauernswert. Nach dem Spiel gegen San Lorenzo entschied Román das zweite Spiel in zwei Wochen für den Hauptstadtclub. Die letzten fünf Spiele konnten die Xeneizes gewinnen, vier davon mit 1:0 und eines mit 2:1.

Für Arsenal war es eine unglückliche Niederlage aber alles andere als ein Beinbruch, in der Tabelle liegt man nach einem durchwachsenen Turnier jenseits von Gut und Böse und kann quasi schon auf die nächste Spielzeit warten.

Boca steht derweil punktgleich mit San Lorenzo an der Tabellenspitze und empfängt am kommenden Sonntag Veléz Sarsfield, eine lösbare Aufgabe sollte man meinen. San Lorenzo muss zu den Newell’s Old Boys nach Rosario. Ein schwieriges Spiel für den Ciclón und in La Boca träumt man bereits von der alleinigen Tabellenführung.

San Martin (TUC) – Racing Club 0-2

Racing trat ohne den immer noch verletzten Mittelfeldstrategen und Mannschaftskapitän Claudio Yacob und den gesperrten Franco Zuculini (5. gelbe Karte) beim Aufsteiger an. Bereits in der ersten Minute eine Ecke für La Academia. Marcos Gutierrez kommt raus und faustet den Ball vor die Füße des jungen Jose Fernandez. Dieser ließ sich die Chance nicht entgehen und erzielte das 0-1. Zur Mitte der ersten Halbzeit bot sich für die Tucumanos die Möglichkeit zum Ausgleich. Doch Ibáñez scheiterte per Foulelfmeter am überragenden Pablo Migliore. Nur drei Minuten später gelang Peppino der zweite Treffer Racing. Torhüter Gutierrez machte dabei erneut keine gute Figur, als er einen Schuss aus der zweiten Reihe nach vorne abprallen ließ, der Rest war Formsache für Franco Peppino.

Racing verwaltete daraufhin das Ergebnis und San Martin fehlten die Mittel um die starke Abwehr Racings zu knacken. Nach zwei desaströsen Saisons spielt der Traditionsverein aus Avellaneda zuletzt wieder ansehnlich. Die Guardia Imperial, wie die Fans von Racing genannt werden, wirds freuen.

River Plate – Huracan 3-3

Die zwei Gesichter der Millionarios.

Sie hatten es ihm also doch erlaubt, Diego Simeone saß am Sonntag im Heimspiel gegen Huracán zum letzten Mal auf der Bank des Teams aus Nunez. Was der würdevolle Abschied des Meistertrainers der letzten Saison werden sollte, drohte sich in ein Desaster zu verwandeln: Bereits zur Halbzeit lag man mit 0-3 gegen den 17. der Apertura zurück. Dementsprechend hart gingen die Fans mit ihren Spielern ins Gericht: Pfeifkonzerte und Beleidigungen gegen die „wahren Verantwortlichen“ der Krise. Besonders Oscar Ahumada traf der Unmut der Hinchada. Ahumada hatte sich während der letzten Saison öffentlich über die Fans Rivers beschwert und ihnen empfohlen sich ein wenig mehr an Bocas Hinchada zu orrientieren. Kein diplomatisches Meisterstück Ahumadas und jedes Mal wenn es bei den Millionarios nicht läuft, trifft es zuerst den 26jährigen.

Huracán hatte in puncto Ballbesitz und Chancenauswertung die Partie klar dominiert. Hernan Barcos traf zweimal, Hugo Barrientos sorgte für das 0-3.

In der zweiten Halbzeit kämpfte sich das Team aus Nunez zurück ins Spiel – Matias Abelairas erzielte fünf Minuten nach Wiederanpfiff den Anschlußtreffer. River fightete weiter um den Ausgleich und wurde weiter für das Engagement belohnt. In der 68. Minute wird der starke Joker Rosales im Strafraum gefoult, der Kolumbianer Falcao verwandelt den fälligen Foulelfmeter. Nur acht Minuten später bereitet erneut Rosales den dritten Treffer der Millionarios durch Kapitän Tuzzio vor.

Wie gehts nun weiter bei River Plate? Ohne Simeone, natürlich. El Cholo wurde von den Fans mit Applaus verabschiedet. Was kommt nach ihm? Wann findet der Traditionsverein wieder in die Erfolgspur? Momentan steht man jedenfalls auf dem letzten Platz der Apertura, während Boca um die Meisterschaft spielt – die Höchststrafe für jeden River-Fan…

Huracan liegt im Mittelfeld der Tabla de descenso, muss aber weiterhin Punkte sammeln, um sich definitiv das Abstiegsgespenst vom Leib zu halten.

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