Se acabó la luna de miel

Die Flitterwochen der Albiceleste und Diego Maradona sind vorbei. Jäh beendet durch die höchste Niederlage seit dem 1-6 gegen Tschechien im Jahre 1958.

Das Stadion in der Höhe von 3600 Metern
La Paz auf 3600 Metern

In 3600 Metern Höhe im Estadio Hernando Siles trafen die gastgebenden Bolivianer auf die haushoch favorisierten Argentinier. Im Gegensatz zum überzeugenden Sieg gegen Venezuela setzte Nationaltrainer diesmal wieder auf eine Viererkette, Bayern-Decker Martin Demichelis kehrte zurück in die Mannschaft. Zudem war diesmal der linke Außenverteidiger von Velez Sarsfield Emiliano Papa von Beginn an im Spiel. Ändern konnten die neuen Defensivkräfte nichts am Debakel für Maradonas Albiceleste.

Bereits in der 12. Minute markierte Marcelo Moreno den Führungstreffer. Die Bolivianer waren in der Folge mehr als ebenbürtig, die Argentinier zeigten höchstens Ansätze ihres Offensivpotenzials und ließen jeglichen Biss und Esprit vermissen. Einzig beim Tor durch Lucho Gonzales blitzten diese Eigenschaften kurz auf: Im Mittelfeld wurde nach Ballverlust nachgesetzt und schnell auf den Spieler vom FC Porto gepasst. Dieser zog aus großer Distanz ab. Der Ball passierte Carlos Arias, der die Kugel zwar berührte aber nicht entscheidend abwehren konnte. Nach etwas mehr als einer halben Stunde begann dann die große Show des einst in San Lorenzo gescheiterten und nun in der zweiten Liga Mexikos spielenden Joaquin Botero. Alex da Rosa wurde von Javier Zanetti im Strafraum gefällt, den Strafstoß versenkte der Rekordschütze der bolivianischen Nationalmannschaft. Auch beim dritten Gegentor in der ersten Halbzeit präsentierte sich die Abwehr der Albiceleste als Hühnerhaufen. Ungestört konnte da Rosa eine Flanke aus kurzer Distanz mit dem Kopf verwerten.

Wer zu Beginn der zweiten Halbzeit eine veränderte Mannschaft der Gäste erwartete,  sah sich getäuscht: Immernoch ließen die Argentinier das zielstrebige Spiel nach vorne vermissen und hinten blieb man nicht von eklatanten Schwächen in der Abwehr nicht verschont. Neun Minuten waren gespielt als wieder der bärenstarke Joaquin Botero bedient wurde und den Vorsprung auf drei Tore vergrößerte. Bei Donezk in der Ukraine völlig links liegen gelassen spielte auch Marcelo Moreno in La Paz groß auf. Er bediente seinen Sturmpartner mit einer schönen Flanke. In der 58. Minute wurde dann Maxi Rodriguez ausgewechselt. Er bildete gemeinsam mit dem schwachen Emiliano Papa die linke Seite der Albiceleste. Für ihn kam Angel di Maria um sich nach fünf Minuten nach einer dummen Tätlichkeit wieder zu verabschieden. Der Benfica-Akteur legte seinen ganzen Frust in einen Tritt gegen Ronald Garcia. Nach dem Platzverweis hatten die Gastgeber ganz und gar leichtes Spiel und es gelang ihnen den Sieg in für die Argentinien peinliche Sphären zu schrauben. Joaquin Botero war der Nutznießer eines erneuten Aussetzers Papa`s und erzielte sein drittes Tor. Fünf Minuten vor dem Ende gelang Didi Torrico gar das 6-1 – gleichzeitig der Entstand. Juan Carrizo sah nicht gut aus bei diesem Gegentor und es war nicht die einzige Unsicherheit des Torhüters, der bei Lazio seit Januar nur noch auf der Bank sitzt.

Bei Argentinien erreichte kein Spieler Normalform. Der für seine Gala-Vorstellung gegen Venezuela hochgelobte Lionel Messi enttäuschte auf ganzer Linie, zeigte nur bei einer Aktion in der ersten Halbzeit sein Können, scheiterte mit seinem Heber aber an Torhüter Carlos Arias. In der Abwehr stimmte überhaupt nichts. Vom Offensivspiel war ebenfalls rein gar nichts zu sehen.

In den nächsten Tagen wird die Kritik an Trainer Maradona wieder lauter werden: Hat man mit der Ausbootung Riquelme’s einen Bock geschossen? Warum setzte man nicht auf das erfolgreiche 3-4-3- System vom Samstag, sondern auf 4-4-2 um? Diskutiert mit!

Christof

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Eine Antwort zu “Se acabó la luna de miel

  1. Ich hab mir das ganze Spiel angeguckt, und muss einfach sagen, dass die Enttäuschung und die Schmach sehr tief sitzt.
    Bolivien war in allen Belangen besser, und Argentinien präsentierte sich wie ein lustloser Haufen von Kreisliga-Spielern.

    Kein Spieler hat,wie im Artikel angesprochen, auch nur annähernd sein Leistungspotenzial ausgeschöpft und trotzt der starken Leistungen gegen Schottland,Frankreich und Venezuela wird man nun sicher laute Stimmen gegen Diego hören.

    Ich bin nicht in geringsten in Sorge um die Qualifikation, denoch war dieses Spiel hoffentlicha auch sehr lehrreich für Maradonna, schließlich sagt man doch immer „Never change a wining Team“[…]

    zu Riquelme: Nachdem, Messi jetzt die 10 hat wird er sicher nicht mehr zurückkommen, das Kapitel ist leider vorzeitig beendet:(
    Schade um ihn, man müsste vll gucken, wer den Gauchos in der Quali bisher zu den Punkten verliehen hat, ich bemerke da nur die Tore gegen Bolivien und Chile,,,

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