Video-Highlights des argentinischen Saisonfinales

Das Finale im Estadio José Amaltafini hielt bereits im Vorfeld, was es versprochen hatte. Da der letzte Spieltag wegen der Parlamentswahlen um eine Woche verschoben worden war, erstreckte sich das Warm-up über ganze 14 Tage.

Die Rollen waren klar: Huracáns Tiki Tiki – offensiv-kaltschnäuziges Kurzpassspiel, würde auf die beste Abwehr der Liga treffen. Die Trainer wurden duelliert, wobei Vélez‘ jünglich- wirkender Fünfziger Ricardo Gareca trotz Erfolge mit Talleres de Córdoba oder Universitario de Lima, nicht das  Kultfigurpotenzial wie Angel Cappa aufwies. Dieser passte als Fußball-Ästhet zu gern als Erbe des jungen César Menotti, der 1973 zu Beginn seiner erfolgreichen Trainerkarriere, Huracáns erste und einzige Meisterschaft gewann.

Angesichts der Ausbreitung der Schweinegrippe, war sogar lange nicht klar, ob das zufällige Finale am letzten Spieltag der Saison überhaupt unter diesen Bedingungen ausgetragen werden konnte. Aber ein Endspiel ohne Publikum kam letztendlich nicht in Frage. Huracáns Präsident Babington forderte 8000 Tickets für die Anhänger des Globo, dessen Barra Brava sich am vorletzten Spieltag noch interne tödliche Auseinandersetzungen lieferte.

Vélez Sársfield Präsident Fernando Raffaini, selbst Ex-Barra Brava des Klubs aus dem Westen der Hauptstadt, rückte nur knapp die Hälfte raus. Deutlich in der Überzahl empfingen die knapp 40.000 Velezanos ihr Team um 15:30 Ortszeit mit Papierrollen von den Sitzplatzrängen und einer Wand aus blauweißem Rauch auf der Popular.

Die im nachhinein brisanteste Szene der ersten Halbzeit, war der nicht gegebene Kopfballtreffer von Huracáns Domínguez, der Linienrichter hatte  sich von Vélez‘ Abseitsfalle täuschen lassen, im Moment der Ballabgabe war Domínguez allerdings klar habilitado und das Tor hätte zählen müssen. Eine knapp halbstündige Unterbrechung wegen eines winterlichem Hagelschauers und der stark von Huracáns Keeper Monzón gehaltene Elfmeter vom Torjäger Lopéz waren die weiteren Highlights der ersten Halbzeit.

In der zweiten Halbzeit lieferten sich die beiden Teams einen packenden Finalkampf. Erneut scheiterte der Uruguayer Rodrigo López aus aussichtsreicher Position, auf der anderen Seite traf Nieto ansehnlich für Huracán, stand allerdings im Abseits. Beide Mannschaften riskierten nun mehr: Vélez häufig über die linke Seite mit dem starken Emiliano Papa, Huracán aus dem Mittelfeld mit Defederico. In der 84. Minute stürzte sich Larrivey für Vélez nach einer Kopfballverlägerung am Fünfmeterraum in Keeper Monzón, durchaus Foul-würdig, aber der Pfiff von Schiedsrichter Gabriel Brazenas blieb aus und von halbrechts staubte Ex-Racing Maxi Moralez zum goldenen Treffer ab. Die selten so gefüllten Tribünen des Amalfitani explodierten und der von nun an in Liniers legendäre Moralez flog nach seinem Torjubel mit Gelb-Rot vom Platz. Die turbulente Endphase war damit eingeleutet. Wie vom Teufel besessen fauchte Angel Cappa nun die Balljungen und Betreuer von Vélez an, als diese zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit den Ball nicht herausrückten. Ein Handgemenge folgte an der Seitenlinie und in der 13. Minute der Nachspielzeit gingen die Spieler vor der Auswärtstribüne der Quemeros erneut aufeinander los, so dass der blutende Domínguez der letzte Akteur vor dem Abpfiff sein sollte.

Innerhalb von Sekunden stürmten Hunderte das Spielfeld, rissen ihren Helden die Trikots vom Leib und während die Polizei mit Wasserwerfern weitere Fans am Überklettern des Hintertorzaunes hindern wollte, drehte das Team die vuelta olímpica – die symbolträchtige Ehrenrunde.

Für Spanisch-verstehende Hörer ist ein neunminütiger Radio Continental-Zusammenschnitt der Kommentatoren-Legende Victor Hugo Morales ein sprachlicher Blumenstrauß der Rhetorik und Präzision. Hier klicken.

Weitere Entscheidungen am letzten Spieltag

Für die Copa Sudamerica haben sich neben den sowieso eingeladenen Mannschaften River Plate und Boca Juniors über die Gesamttabelle der Saison 08/09 auch Meister Vélez, Lanús, Tigre und San Lorenzo qualifiziert. Tigre und San Lorenzo, die eine schwache Clausura abgeschlossen haben, profitieren hierbei vom guten Abschneiden in der Apertura.

Alle Tore des Spieltages

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