Mit Biegen und Brechen

Martin Palermo hat Diego Maradona gerade noch einmal vor dem Exodus gerettet: mit  dem 2:1 in der Nachspielzeit, sicherte El Loco einer erneut schlechten argentinische Nationalmannschaft  den so dringend benötigten Heimsieg gegen Peru. Durch den späten Überraschungserfolg von Uruguay in der Höhe von Quito bekam Palermos Tor besondere Wichtigkeit und bedeutet für die Selección vor dem Finale von Montevideo den vorläufigen vierten Platz.

Argentinien hatte trotz insgesamt acht Umstellungen über die komplette Dauer des Spieles nicht überzeugen können: Messi setzte wieder keine Glanzpunkte, Enzo Perez wirkte desplatziert, Di Maria und Higuain waren zwar bemüht, aber wenig effektiv. Trotzdem war es der lange –  zu Unrecht –  verstoßene Spieler von Real Madrid der  Blau/Weiß in der 47. Minute mit 1:0 in Front brachte:  Aimar hatte Higuain an alter Wirkungsstätte mit einem sehenswerten Pass alleine vor dem peruanischen Torwart positioniert, der hatte dann keine Probleme mehr den Ball an Leao Butrón vorbei im Netz unterzubringen.

Doch wer geglaubt hatte den argentinischen Stars würden nun Flügel wachsen, der sah sich getäuscht: Peru machte das Spiel und kam immer wieder zu guten Chancen. Oft geriet die  neuformierte Abwehr um Schiavi, Heinze, Jonas Gutierrez und Debütanten Emiliano Insua ins Schwimmen. Maradona reagierte und brachte Demichelis für Higuain um vor heimischer Kulisse gegen den Tabellenletzten das Ergebnis zu betonieren. Den Zuschauern gefiel es nicht und von den Rängen wurde „Kampfgeist“ gefordert („Y pongan huevos, la p** que les parió“). Der Bayernspieler bot indes eine indiskutable Leistung: Arrogant und ohne den Ernst der Lage erkannt zu haben schwebte Demichelis elfenhaft über den Morast von Buenos Aires und ist weiter denn je von seiner Topform aus vergangenen Jahren entfernt.

Peru drückte weiter und schnürte die Selección zeitweise in der eigenen Hälfte ein. Besonders Vargas und Routinier Nolberto Solano machten im strömenden Regen eine gute Partie. In der 45. Minute passierte dann, was den Argentiniern schon im Hinspiel widerfahren war, der späte Ausgleichstreffer der Peruanos: nach einer zu kurzen Abwehr von Demichelis brachte Palacios den Ball hoch in den Fünfmeterraum, dort stand Rengifo und durfte freistehend aus kürzester Distanz einköpfen. Der scheinbare Supergau für die Albiceleste, doch dann kam die 47. Minute  und Martin Palermo, der in klassischer Mittelstürmermanier nach einer Ecke per Abstauber zum 2:1 Endstand einschob und so gerade noch einmal die Kohlen für Maradona aus dem Feuer holte.

Nach dem Pflichtsieg muss Argentinien nun am Mittwoch im Centenario gegen Uruguay ran. Die konnten mit einem Elfmetertor von Diego Forlan in der Nachspielzeit bei Ecuador gewinnen und belegen nun den fünften Rang, einen Punkt hinter der Albiceleste. Mit einem Sieg gegen die Selección am Mittwoch, würde sich die Celeste sicher für Südafrika 2010 qualifizieren. Im Fernduell mit den Ecuatorianos, die in Chile antreten,  streiten sich die Mannschaften vom Rio de La Plata um den 4. und 5. Rang, ersterer würde die direkte Qualifikation bedeuten, während der Fünfte in der Relegation gegen ein Team der Mittelamerikagruppe ran muss.

Argentinien: Sergio Romero; Jonás Gutiérrez, Rolando Schiavi, Gabriel Heinze y Emiliano Insúa; Enzo Pérez (Martín Palermo, 45), Javier Mascherano, Ángel Di María; Pablo Aimar (Federico Insúa 75); Lionel Messi y Gonzalo Higuaín (Martín Demichelis, 66). Trainer: Diego Maradona.

Peru: Leao Butrón – Amilton Prado, Carlos Zambrano, Alberto Rodríguez, Walter Vílchez – Nolberto Solano (Norberto Palacios, 65), Rainer Torres, Josepmir Ballón, Juan Vargas – Luis Ramírez – Johan Fano ( Hernán Rengifo, 72). Trainer: José Del Solar.

E.L

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