Superclásico ohne Sieger

Im wichtigen Derby gegen den großen Rivalen Boca Juniors ist es River Plate mit einem 1:1 Unentschieden gelungen das Gesicht zu wahren. Die Millonarios waren durch einen Freistoß von Marcelo Gallardo in Führung gegangen, mussten aber in der zweiten Halbzeit den Ausgleich durch Xeneize-Legende Martin Palermo hinnehmen. Kurz vor Schluss vergab Mathias Abelairas die riesen Chance zum Sieg als er frei vor Abbondanzieri auftauchtend nur den Pfosten traf.

Gleich von Anfang an war klar, dass es das Spiel der Saison für River Plate in einer erneut verkorksten Spielzeit sein würde: mit nur sechs Punkten aus neun Spielen lag das Team aus Nunez vor der Partie erneut nur auf einem enttäuschenden 16. Platz. Trainer Gorosito hatte vor knapp drei Wochen seinen Hut genommen und die Mannschaft musste sich zuletzt schon vor dem Spiel Pfiffe der eigenen Anhänger anhören. Schlechte Vorzeichen für das Zusammentreffen mit dem ewigen Rivalen, trotzdem kam der argentinische Meister der Clausura 2008 besser ins Spiel und setzte Boca gleich unter Druck. Die sichtlich überraschten Xeneizes versuchten das Tempo rauszunehmen und den Ball in den eigenen Reihen zu halten, in der Offensive ging aber zunächst wenig.

Besonders Ariel Ortega gelang es dem Spiel der Millonarios Impulse zu geben, immer wieder  verwaltete der 35jährige geschickt den Ball und schaffte es sein Selbstvertrauen auf die Mannschaft zu übertragen. Bereits in der sechsten Minute hatte Nicolas Domingo die große Chance zur Führung, verzog allerdings knapp. Auch in der Folge dominierten die Rot-Weißen und als Monzon in der 25. den quirligen Diego Buonanotte von den Beinen holte, zeigte Schiedsrichter Saul Laverni auf den Punkt. Zu Unrecht, denn der Angreifer hatte den Ball bei der Annahme klar mit der Hand mitgenommen. Doch Ortega brachte die Dinge wieder ins Lot, als er mit seinem schwachen Schuss an Pato Abbondanzieri scheiterte. Die überfällige Führung besorgte dann schließlich Marcelo Gallardo mit einem unhaltbaren direkten Freistoß nur drei Minuten nach dem Elfmeter.

Eine Reaktion von Boca blieb zunächst aus, doch Ex-Albiceleste Coach Alfio Basile hatte in der Pause wohl die richtigen Worte gefunden und Riquelme und Co gaben direkt von Anfang an Volldampf. Zuviel für Cristian Villagra: schon eine Minute nach Wiederanpfiff wurde der Verteidiger von Laverni mit einer berechtigten gelb-roten Karte in die Kabine zurückgeschickt. Fortan war nichts mehr von River und es spielte nur noch gelb-blau, daran änderte auch Julio Caceres Platzverweis nach einer oscarreifen Schauspielleistung von Ortega, nichts. Der argentinische Rekordmeister drückte jetzt, doch dem starken Torwart Vega gelang es zunächst alle Situationen zu entschärfen.Doch dann kam der Mann, dem in den letzten Wochen einfach alles gelingt: Gaitan passt zu Riquelme, der legt auf Palermo ab und El Loco netzt per flachem Linksschuss zum Ausgleich ein. In der Folgezeit gab es noch einige Möglichkeiten für beide Mannschaften das Spiel für sich zu entscheiden, Abelairas für River und Chavez für Boca vergaben die größten kurz vor Spielende.

Für Boca ist der Punkt zu wenig im Rennen um den Titel, River kann nach den zuletzt grausamen Leistungen wieder ein wenig Selbstvertrauen gewinnen. Matias Almeyda war trotzdem unzufrieden: „Wir hätten den Sieg verdient gehabt, River war heute besser als Boca“, meinte der Routinier nach dem Aufeinandertreffen. Kurios: in der ersten Halbzeit verweigerte sich Boca-Verteidiger Hugo Ibarra nach einer vermeintlichen Verletzung der Auswechslung. Der bereitstehende chilenische Nationalspieler Gary Medel durfte sich den Pullover wieder überziehen und kam erst zur zweiten Halbzeit ins Spiel.

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