Banfield verdient Meister!

„Offense wins games, defense wins championsships“

Dies trifft wohl nicht nur im Basketball oder American Football zu. Auch die argentinische Liga erlebte den nunmehr zweiten Klub in Folge der dank gut organisierter Abwehr und einer gehörigen Portion Kaltschnäuzigkeit des Offensivspersonal den Meistertitel erringen konnte während der aufregendere, spielstärkere Kontrahent leer aus ging. Die Clausura im Frühjahr 2009 konnte Velez Sarsfield für sich entscheiden und Angel Cappa’s Huracan schaute dumm aus der Wäsche. Gestern wurde nun Banfield zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte argentinischer Meister, Newell’s zog den Kürzeren.

Doch war der Meistertitel unverdient? Kann ein solcher überhaupt „unverdient“ sein? Antwort: Nö!

Cesar Falcioni gelang es aus einer Truppe, der höchstens eine Position im Mittelfeld zugetraut wurde, eine gutfunktionierende Spitzenmannschaft zu formen.

Im Tor war Christian Lucchetti der gewohnt sichere Rückhalt und stellte einmal mehr unter Beweis dass er zu den besten Torhüter im Land gehört.

Für die Defensive erwies sich die Verpflichtung des Leaders Sebastian Mendez (von San Lorenzo) als Coup. In ihm und Victor Lopez verfügt man über ein schwer zu überwindendes Pärchen in der Innenverteidigung. Komplettiert wird die beste Abwehr der Liga (11 Gegentore!) durch gute Rollenspieler wie Julio Barraza, Marcelo Bustamente und/oder Santiago Ladino.

Im Mittelfeld setzte Falcioni auf einen guten Mix aus defensivstärkeren Akteuren wie Marcelo Quinteros, Maxi Bustos oder Roberto Battion und auf die gehobene offensive Qualität von Walter Erviti und James Rodriguez. Letzterer, ein junger Kolumbianer, gilt als die Entdeckung der Saison. Über die linke Flanke kommend überzeugte er einige Male durch gute Technik, Schnelligkeit und Mut zum Abschluß.

Sebastian Fernandez

Im Sturm steht der beste Scorer der Liga, Tanque Silva. Der Uruguayo erzielte 14 Tore selbst und bereitete fünf weitere vor. An seiner Seite sein junger Landsmann Sebastian Fernandez – unter Falcioni erste Wahl und die perfekte Ergänzung zum Toptorjäger. In der Hinterhand hatte man noch den jungen Cristian Garcia der in Abwesenheit Fernandez‘ den Clausura-Campeon Velez quasi im Alleingang versenkte.

Aprospos Alleingang: 80% der Tore des neuen Meisters erzielten mit Fernandez, Rodriguez und vor allem Silva drei Ausländer.

Die ersten 15 (!) Spiele der Apertura gestritt man ungeschlagen, erst Racing konnte diese Serie brechen. Danach rehabilierte man sich aber flugs wieder durch zwei Siege in Folge ehe es am letzten Spieltag eine Niederlage bei den Boca Juniors setzte.

Außer Boca konnte man sämtliche Größen des argentinischen Fußballs schlagen. Am ersten Spieltag erwischte es River Plate, dann die Estudiantes,  später San Lorenzo, Velez Sarsfield und Independiente (an drei aufeinander folgenden Spieltagen!). Auch den Rivalen um den Meistertitel, die Newell’s Old Boys, konnte man besiegen, ebenso der in dieser Saison starke Club Colon aus Santa Fe.

Und auch einen weiteren entscheidenden Faktor wusste man auf seiner Seite: das Glück. Manche Spiele gewann man nur knapp, offensiv zeigte sich oft nur Leerlauf und am letzten Spieltag profitierte man von der Niederlage der Newell’s Old Boys gegen San Lorenzo. Doch Newell’s hat die Meisterschaft auch mit den unnötigen Niederlagen, daheim, gegen Arsenal de Sarandi und die Argentinos Juniors verloren.

Im Stadion der Boca Juniors, der Bombonera, feierten 4.500 Hinchas von Banfield den Titel. Um ein Vielfaches höher die Zahl derer die ins eigene Estadio Florencio Sola kamen um dort mitzufiebern. Sicherlich war das Stadion damit besser besucht als zu vielen Heimspielen der Elf. Besonders beliebt sind die Grün-Weißen in Argentinien und auch in der Region nämlich nicht.

Banfield war eh schon für die Copa Libertadores qualifiziert und wird es als Meister in der Gruppenphase mit Nacional Montevideo, Deportivo Cuenca (ECU) und Morelia zu tun bekommen. Kann man nur hoffen dass man das Team zusammenhalten und evtl. gar verbessern kann. Tanque Silva liegt wohl ein Angebot seines Ex-Klubs Velez vor (wenngleich Banfield die Kaufoption wohl ziehen und Silva an sich binden wird), Sebastian Mendez liebäugelt (wieder einmal) mit einem Karriereende und ein James Rodriguez ist immer interessant für größere Klubs im In und Ausland.

5 Antworten zu “Banfield verdient Meister!

  1. hab gestern nach den spielen mal auf Ole rumgesurft mit meinem wenig spanisch. mendez will seine karriere nun wirklich beenden. hat er wirklich schon einige mal sein karriereende angekündigt? so alt ist er ja auch nicht, 32 jahre erst. aber am schönsten fand ich die titelseite der zeitung, provokativ für den gegner (in diesem fall lanus) aber amüsant für die gewinnermannschaft, wie mans von Ole halt kennt. glückwunsch nach banfield, rosario hat wie es aussieht den klassenerhalt auch direkt geschafft, newells kein meister, schöner gehts kaum.

  2. Okeeeeeeeeeeeeh

    Ja, Sebastian Mendez hat damals in Diensten von San Lorenzo mit dem Karriereende (war oft verletzt und auch oft unberücksichtigt) geliebäugelt. Und wie liebäugelt ein Fußballer? Via Presse, ist doch klar.

    Rosario Central hat noch rein gar nichts geschafft, es wird erst im hiesigen Sommer, nach der Clausura, abgestiegen. Werde heute nachmittag nochmal einen genauen Blick auf die Abstiegstabelle werfen und dann einen Artikel verfassen.

  3. achso, nach der clausura. hmm, dann kann es natürlich nochmal brenzlig werden. broun wird in der clausura fehlen, braghieri hat sich jetzt auch verletzt und fällt 3 monate aus, mendez wird von boca umworben . die vorbereitungsphase wird sehr heiß wie es aussieht. hoffentlich knüpft man an die leistungen der apertura an.

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