Argentinien testet gegen Costa Rica

Am kommenden Dienstag den 26. Januar testet die argentinische Nationalmannschaft unter Teamchef Diego Maradona in San Juan gegen die Auswahl von Costa Rica. Allerdings ist der 18-Mann starke Kader lediglich eine Auswahl von Spielern  der argentinischen Liga. Die Gaucho-Legionäre in Europa bleiben außen vor.

In den Testspielkader wurden acht Novizen nominiert, die noch nie ein Länderspiel für ihr Land bestritten haben. Inwieweit dieser Test Maradona bei der Berufung des WM-Kaders in fünf Monaten helfen wird, sei dahin gestellt. Man könnte vermuten, dass es sich bei diesem Freundschaftsspiel um den Teil einer Werbetour handelt, mit der Verbandspräsident Grondona im Inland den Ticketverkauf für die argentinischen Spiele in Südafrika ankurbeln will.

Andererseits könnte man Maradona böswillig unterstellen, bestimmten Nachwuchstalenten der nationalen Liga künstlich Länderspiele in den Lebenslauf zu schreiben, so dass in der Folge eine Vermittlung zu kaufkräftigen europäischen oder mexikanischen Teams wahrscheinlicher wird. Schließlich hat es der exzentrische Maradona in kaum mehr als einem Jahr Schaffensszeit zu Stande gebracht, für die 15 absolvierten Spiele der Selección fast 100 Spieler zu nominieren.

Aber unter sportlichen Aspekten ist dieser Test durchaus sinnvoll. So ist lobenswert, dass Argentinien nicht gegen viertklassige Nationalmannschaften testet, sondern in Costa Rica einen durchaus akzeptablen Gegner eingeladen hat. Die mittelamerikanischen Ticos waren immerhin Gruppengegner Deutschlands bei der WM 2006 und scheiterten auch vor dieser Endrunde nur knapp und sind deutlich stärker einzuschätzen als beispielsweise Deutschlands prä-weltmeisterschaftliches Kanonenfutter.

Außerdem, um gegenüber dem knapp bemessenen FIFA-Länderspielkalender Zeit zu gewinnen, testet Maradona einfach mit dem Spielmaterial, das ihm auch zu diesem Zeitpunkt des Jahres zur Verfügung steht. Außerdem lässt sich an der Struktur des Kaders auch beobachten, dass el diez gezielt in der Abwehr seiner Auswahl nach Alternativen sucht. Vier der acht potentiellen Debütanten in Maradonas Amtszeit  sind Defensivkräfte, während im offensiven Bereich mehrheitlich (relativ) gestandene Spieler nominiert wurden. Verwunderlich ist vielleicht, dass der schnelle Flügelflitzer Sebastian Blanco vom C.A. Lanús nicht nominiert wurde, ebensowenig wie Innenverteidiger Nicolás Otamendi von Veléz Sarsfield, der in den letzten Spielen der argentinischen Nationalmannschaft immerhin bereits fünfmal nominiert worden war.

Bekannte Gesichter sind für deutsche Fußballfans vielleicht der mittlerweile 36jährige Martín Palermo, seines Zeichens Toptorjäger der Boca Juniors und in Argentinien längst mit dem Status einer Legende behaftet. Außerdem erinnern sich bestimmt einige Bundesligafans an Palermos heutigen Mannschaftskameraden Federico Insúa, der vor einigen Jahren bei Gladbach eine klägliche Saison ablieferte, aber in der vergangenen Saison in einer erschreckend schlechten Mannschaft von Boca noch einer der besseren war. Außerdem ist das vielversprechende Nachwuchstalent Guillermo Burdisso von Rosario Central mit von der Partie, seines Zeichens jüngerer Bruder vom langjährigen Serie A -Profi Nicolás Burdisso.

Boca stellt mit vier Spielern die größte Fraktion in diesem kleinen Kader. Vom Sieger der Copa Libertadores Estudiantes de La Plata, die vor einigen Wochen nur knapp gegen den FC Barcelona im Weltpokal scheiterten, sind drei Spieler nominiert, ebenso wie vom Meister der vorletzten Runde in Argentinien, Velez Sarsfield. Vom letzten Titelträger C.A. Banfield wurde nur Mittelfeldspieler Walter Erviti nominiert.

Der gesamte Kader für das Testspiel am kommenden Dienstag am Fuße der Anden im Stadion von San Martín in der Provinzhauptstadt San Juan:

Torhüter: Campestrini (Arsenal) y Nelson Ibáñez (Godoy Cruz).

Verteidiger: Carlos Matheu (Independiente), G. Burdisso (Central), G. Díaz (Vélez), Clemente Rodríguez (Estudiantes), Monzón (Boca), Caruzzo (Argentinos).

Mittelfeldspieler: Enzo Pérez (Estudiantes), Insúa (Boca), Gaitán (Boca), Bolatti (Fiorentina), Razzotti (Vélez), Walter Erviti (Banfield).

Stürmer: Gabriel Hauche (Argentinos), Martín Palermo (Boca), Mauro Boselli (Estudiantes) y Cristaldo (Vélez).

Viktor

13 Antworten zu “Argentinien testet gegen Costa Rica

  1. christofscha

    Unklar indes ob Mario Bolatti nach seinem Wechsel zu Florenz zu diesem Länderspiel reisen wird. Vermutlich wohl eher nicht.

    Der beste 6er der Liga wechselte von Huracan zum AC Florenz. Abgebener Verein ist allerdings der FC Porto. Dieser hatte Bolatti an Huracan ausgeliehen.

  2. 1. Bei Hauche’s Verein sollte wohl Argentinos anstatt Argentina stehen.

    Ist das Hauche zu Estudiantes-Gerücht jetzt eigentlich komplett vom Tisch? Schade, in dem Spiel hätten sich Boselli und Hauche ja schon mal einspielen können. ;D

  3. Phil, Danke für deine Anmerkung.
    Ist korrigiert. Dass Hauche zu Estudiantes wechselt bezweifel ich, denn z.Z. scheint ein Wechsel zu Racing immer wahrscheinlicher zu werden.
    La AKD ist scheinbar auf Einkaufstour um den Abstieg zu verhindern. Nachdem bereits Bieler von LDU Quito gekommen ist, soll mit Hauche ein weiterer Offensivspieler folgen.

    Unterdessen hat sich Christofs Vermutung bestätigt. Fiorentina wird den gerade eben verpflichteten Bolatti nicht für das Länderspiel freigeben. Dafür hat Maradona zwei weitere Spieler nominiert: den 29jährigen Mittelfeldspieler Juan Ignacio Mercier (Argentinos Juniors) und einen weiteren alten Bekannten aus der Bundesliga: Jose Ernesto Sosa, bei Bayern München unter Vertrag aber derzeit an Estudiantes ausgeliehen.

  4. christofscha

    Racing ist jetzt auch auf der Hatz nach Leandro Cufre. Die wollen mit aller Macht in Liga 1 verbleiben.😀

    Und: Gracian zu Independiente ist fix! Preisleistungsverhältnis dufte!

  5. gracian habe ich auch gestern nacht bei ole gelesen, wenn auch nicht sehr viel verstanden. in dem interview wird auch menotti erwähnt, welche funktion hat menotti denn bei independiente im moment? sportdirektor?

  6. Nachtrag: Matias Jara von Arsenal ist auch dabei und wird so zum 94 Spieler unter Diego Maradona

  7. Franco Jara heißt er. Ist Stürmer bei Arsenal und wird von Benfica umworben. Aller Vorraussicht nach wird er im Juli dorthin wechseln, bis dahin beim Grondona-Klub bleiben.

    Matias Jara spielte jetzt eine Halbserie in der ersten Liga für Godoy Cruz, wurde jetzt aber an Huachipato weitergereicht. Hätte Diez den berufen wäre ich vom Glauben abgefallen (wenngleich Matias hier und da überzeugt haben muss).

  8. Und lt. El Dia sind es 95 Spieler die Diego berufen hat.🙂

  9. Danke für die Antwort.😀
    Woher will Racing denn das ganze Geld nehmen? Stammt das immer noch aus dem Zuculini-Transfer? Aber Bieler war ja mit 1,4 Millionen auch nicht billig…

  10. Weird…was passiert da mit den Namen? Bei Ole war er Matias Jara…Gleiches heute mit Daniel/Gustavo Villalv(b)a..Laut ole warens 94..

  11. Eigentlich egal ob 94 oder 95😉 ….
    schlimmistnur, daß noch immer kein fester Mannschaftskern feststeht ….

  12. Kann man bei diesem Spiel „ohne Probleme“ auf Argentinien spielen???
    Oder sollte man aufgrund der vielen Debütanten und dem nicht zu unterschätzenden Gegner Costa Rica keinesfalls Geld auf Argentinien spielen?

    LG,
    Andi

  13. Andi, kannst ohne Probleme auf Argentinien setzen. kommt darauf an, ob es sich lohnt. selbst bei betfair bekommt man ’nur‘ eine 1,42 Quote…
    Argentinien spielt zwar nicht mit den großen Stars, aber bei Costa Rica werden wohl auch größtenteils U 20-Nationalspieler eingesetzt. Und besser als die sollte auch eine Auswahl aus der argentinischen Liga allemal sein.

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