Erfolgserlebnis (?) gegen Costa Rica

Die zweite Garde der argentinischen Nationalmannschaft, von Diego Maradona liebevoll Selección local getauft, besiegte in der Nacht zum Mittwoch eine bessere U-20 Auswahl von Costa Rica mit 3:2 . Der Sinn dieser Spiele darf gerne in Frage gestellt werden, denn von den aufgebotenen Spielern konnten sich lediglich der von Bayern München an Estudiantes de La Plata ausgeliehene Jose Sosa und der ebenfalls beim Pincha aktive Clemente Rodriguez für ein weiteres Engagement empfehlen. Ansonsten gab es in San Juan bestenfalls Mittelmäßiges zu sehen.

El Principito Sosa war es auch, der nach einem Torwartfehler per Kopf das 1:0 für die (B)Selección erzielte. Wenig später markierte Barrantes, der stärkste Spieler auf dem Feld, mit einem direkten Freistoß den Ausgleich für die Ticos. Die Platzierung der Vier-Mann-Mauer blieb Torhüter Campestrini Geheimnis.  Bei den Argentiniern lief offensiv kaum etwas zusammen, Palermo blieb ohne Bindung zum Spiel und sowohl Gaitan als auch Hauche waren die großen Enttäuschungen des Abends. Es bedurfte einer Standardsituation, um die Albiceleste erneut in Führung zu bringen: Nico Burdissos kleiner Bruder Guillermo  stocherte den Ball nach eine einem Sosa-Freistoß an Torhüter  Luis Sequeira vorbei.

In der zweiten Halbzeit schlief das Spiel dann zusehends ein und erst nach dem fein herausgespielten Ausgleich Costa Ricas und den ersten Pfiffen des heimischen Publikums legten die Argentinier kurzzeitig zu und kamen im Handumdrehen zur erneuten Führung durch den im letzten Moment nachnominierten Franco Jara. Danach spielte nur noch Costa Rica, die Ticos ließen auch diese neuformierte Version der argentinischen Hintermannschaft alt aussehen und hatten mehrere Großchancen, darunter einen Pfostentreffer.

Schließlich gelang es der Seleccion local dennoch den Vorsprung über die Zeit zu retten und so bleiben Diego Maradona diesmal wenigstens die ganz unangenehmen Fragen der argentinischen Presse erspart. Noch vor dem Spiel hatte Maradona eine seiner typischen klaren Ansagen an die Kritiker gerichtet: „Die können mir sagen was sie wollen, ich probiere weiter meine Spieler und nehme am Ende die mit, die am besten drauf sind“. Maradona hat in seiner kurzen Amtszeit mittlerweile stolze 94 Spieler getestet, am Ende werden lediglich 23 in den Flieger nach Südafrika steigen, drei Plätze sind bereits vergeben (Messi, Mascherano und Veron) und ob Maradona schließlich den Mut haben wird vermeintliche Nobodys wie Franco Jara oder Matias Caruzzo  mitzunehmen scheint fraglich.

Einen Wermutstropfen gab es noch für alle Independiente Fans: Abwehrchef und Schlüsselspieler Carlos Matheu musste bereits nach wenigen Minuten verletzt vom Feld. Das rechte Knie machte Probleme, dort hatte sich Matheu bereits vor knapp einem Jahr das Kreuzband gerissen.  In Avellaneda befürchtet man nun das Schlimmste. Die endgültige Diagnose steht allerdings noch aus.

Etienne

Eine Antwort zu “Erfolgserlebnis (?) gegen Costa Rica

  1. Die Diagnose hat sich mittlerweile bestätigt: Kreuzbandriss und sechs Monate Pause für Matheu.

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