Garcé? Ariel Garcé!

Die Personalie Ariel Garcé war wohl die größte Überraschung im endgültigen Aufgebot Argentiniens für die kommende WM in Südafrika. Wir können euch natürlich auch nicht genau sagen, warum Maradona ihn einem Javier Zanetti vorgezogen hat, aber wir können ihn euch vorstellen.

El Chino wurde am 14.07.1979 in Tandil im Süden in der Provinz Buenos Aires geboren. Seine ersten fußballerischen Gehversuche machte er bei Deportivo Santamarina ehe er in die Jugend vom ruhmreichen Traditionsverein River Plate wechselte. 1999 feierte er sein Profidebüt und gewann unter Trainer Ramón Diaz, später unter Manuel Pellegrini, insgesamt vier Meisterschaften.

Das zweite Halbjahr 2003 verbrachte er damals auf Leihbasis bei Morelia in Mexiko, kehrte dann aber zu seinem Stammverein zurück und ein halbes Jahr später folgte der Wechsel zum Club Colón nach Santa Fé. Sein erster Aufenthalt in der Provinzhauptstadt währte aber nur Jahr, ehe er sich dem Club Olimpo aus Bahia Blanca anschloß. In Diensten der Aurinegros wurde er des Drogenmissbrauches überführt und für die komplette Rückrundenmeisterschaft 2006 gesperrt. Garcé, damals 27-jährig, schien seine Karriere an die Wand zu fahren. Der sechsmonatigen Sperre folgte der Wechsel zu Rosario Central und nach einem weiteren Jahr zurück  zu den Santafesinos zum C.A. Colón. Dort fand er sein Glück und auch sein Verein spielt seither, spätestens mit der Verpflichtung von Trainer Mohammed, eine gute Rolle im argentinischen Vereinsfußball.

Vier Jahre nach seinem Erstligadebüt wurde er vom damaligen Nationaltrainer Marcelo Bielsa zu einer Länderspielreise der Albiceleste eingeladen. In Honduras und Mexiko bestritt er zwei Freundschaftsspiele als Innenverteidiger. Sieben Jahre später sollte er zu einem ähnlich unbedeutenden Testspiel gegen Haiti wieder berufen werden und konnte Diego Maradona trotzdem für eine Nominierung in den vorläufigen WM-Kader überzeugen. Das Kopfballtor von Martin Palermo bereitete er mit einer gefühlvollen Flanke von der rechten Seite vor.

Bei der Benennung des endgültigen Kaders entschied sich Maradona, auf Anraten seines Kumpels und jetzigen Colon-Trainers Antonio Turco Mohammed, für El Chino und gegen Juan Insaurralde von Newell’s und vor allem gegen den weitaus etablierteren Fabricio Coloccini. Für Garcé sprach auch dessen Vielseitigkeit: Er kann sowohl in der Innenverteidiger als auch als rechter Verteidiger (wie just gegen Haiti) spielen. Im Verein hat er zumeist den Posten als rechtes Glied in der Dreierkette inne. Alejandro Mancuso, ein ehemaliger Nationalspieler und Mitglied des Trainerstabes von El Diez, lobt ihn für diese Vielseitigkeit und seine Präsenz in der Umkleidekabine. Maradona bringt es etwas dosierter auf den Punkt: Er sei ein großartiger Spieler und vor allem sensationeller Typ.

Der überglückliche Verteidiger ist sehr stolz über seine Berufung: „Ohne Zweifel ist dies das Beste was mir in meiner Karriere bislang widerfahren ist.“ Und doch bleibt ein kleiner Wehrmutstropfen für den nunmehr 30-Jährigen: Er muss auf die Reise mit einigen Freunden zum Mundial am Kap verzichten. Garcé wollte dort eigentlich die Albiceleste anfeuern. Er wird es verschmerzen können auf die touristischen Attraktionen des WM-Gastgebers verzichten zu müssen.

Argentinische Medien vergleichen die Nominierung Garcés mit der von Oscar Garre für die WM 1986. Der damals für Ferro Carril Oeste auflaufende Verteidiger rutschte auch überraschend ins Aufgebot der Albiceleste und wurde später Weltmeister. Ein gutes Omen?

Im Testspiel gegen Kanada am Montag soll er ein weiteres Mal eine Bewährungschance erhalten. Beim Spiel gegen die Nordamerikaner werden die für Inter Mailand (Milito, Samuel) und Bayern (Demichelis) im CL-Finale stehenden Stammspieler noch nicht mitwirken. Clemente Rodriguez, eine weitere Alternative für die Abwehrkette, soll auch eine Pause erhalten. An der Seite seines Kapitäns Juan Sebastian Veron wird er heute gegen Internacional (BRA) um den Halbfinaleinzug in der Copa Libertadores kämpfen.

Christof

3 Antworten zu “Garcé? Ariel Garcé!

  1. also so sehr ich colon und die arbeit von turco schätze, weiß ich nicht, ob das ein guter zug war. colons abwehr dieses jahr war einfach nur miserabel (daraus resultierte leider auch das ausscheiden gegen universidad in der quali zur copa libertadores). aber ein gutes omen könnte es sein. 86 sahen die trikots nämlich fast so aus wie die jetzigen trikots, vor allem das dunkelblaue ausweichtrikot. darüber hinaus setzt niemand auch nur einen cent auf die argentinier, weil maradona an der spitze ist und die quali mehr schlecht als recht war. ich weise aber auch gerne auf 2002 hin, als brasilien sich mit ach und krach qualifizierte und dann die wm souverän gewann. ich hoffe, dasselbe wird auch argentinien widerfahren.

  2. also ich weiss nicht so recht. man sieht jetzt schon das maradona nicht nur Zanetti verschmäht sondern auch ein in Höchstform befindlichen Milito . hoffentlich rächt sich das nicht.

  3. milito hat mich auch gewundert,aber er war bei barca auch lange verletzt und in den letzten spielen bei barca fast nur auf der bank,der ist bestimmt nicht fit. ich hoffe das demichelis mal langsam in die gänge kommt den der ist eigentlich auch nicht richtig fit,aber wichtig weil kopfballstark.wo ist eigentlich fernando gago abgeblieben,ist der verletzt oder warum ist der nicht dabei,der hat doch die ganze quali gespielt?

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