7 mal auf den neuesten Stand gebracht

Die argentinische Meisterschaft hat wieder begonnen! Für Argifutbol beginnt damit auch wieder die regelmäßige Berichterstattung über den Fußball am Río de la Plata. Hier geht es um den 1. Spieltag und seine Topelf, die umstrittene Vertragsverlängerung von Riquelme, ein teures Foul von Mauro Camoranesi, den endgültigen Abschied von José Luis Calderón, den vorläufigen Nationaltrainer Batista und dessen Debüt gegen Irland. Lest selbst in dieser Reihenfolge…

1. Erster Spieltag der Apertura im Überblick

Arsenal de Sarandí – Lanús 1-2 Video
Quilmes – Colon 1-1 Video
Argentinos Juniors – Huracán 1-2 Video
Newell’s Old Boys – Estudiantes 0-1 Video
Racing Club – All Boys 1-0 Video
Banfield – Olimpo 2-1 Video
River Plate – Tigre 1-0 Video
Gimnasia La Plata – San Lorenzo 0-0 Video
Velez Sarsfield – Independiente 2-1 Video
Godoy Cruz – Boca Juniors 1-1 Video

2. Die Top-11 des ersten Spieltages

Das Tor hütet Adrian Gabbarini. An ihm hat es wahrlich nicht gelegen, dass sein Independiente Velez Sarsfield unterlag und somit einen mißglückten Einstand in die neue Saison feierte.
Vor ihm verteidigt eine Dreierkette: Der Siegtorschütze Racings  Lucas Aveldaño bildet diese gemeinsam mit den routinierten Cristian Tula (San Lorenzo) und Leandro Desabato (Estudiantes).
Im Mittelfeld macht Matias Almeyda den Ausputzer. Im Spiel gegen Tigre bewies der Altmeister in Diensten von River Plate, dass er immer noch stark aufspielen kann. Walter Erviti ist Stammgast in derartigen Auswahlen: Er ist der wichtigste Spieler von Banfield und präsentiert sich auch schon jetzt in beeindruckender Frühform. Seltener gelesen wird dagegen der Name Hernan Encina. Doch der Außenbahnspieler von Gimnasia La Plata spielte richtig stark gegen San Lorenzo. Leandro Somoza komplettiert das Mittelfeld und eröffnet den Reigen von Spielern von Velez Sarsfield in dieser Top-Elf.
Die Offensive besteht einzig aus Spielern vom Clausura-Meister des Jahres 2009. Sowohl Maxi Moralez als auch Juan Martinez und Tanque Silva hielten die Hintermannschaft von Independiente ordentlich auf Trab. El Rojo konnte am Ende zufrieden sein nur ein Gegentor gegen die stark aufspielende Angriffsreihe aus Liniers bekommen zu haben.

Football Fans Know Better

(Christof)

3. Dickkopf Riquelme erstreitet Vierjahresvertrag bei Boca Juniors

Es war die Telenovela der argentinischen Winterpause: Bekommen die beiden Routiniers und Publikumslieblinge Martín Palermo und Román Riquelme Anschlußverträge bei Boca? Während sich der 36jährige WM-Fahrer Palermo zügig mit einem Zweijahresvertrag begnügte, drohte Riquelme mit dem Abschied, wenn seine Forderungen nicht erfüllt würden. Wenn auch Gerüchte über einen Wechsel nach Mexiko oder in die Türkei wirklich nur dem üblichen Transfertheater zugeschrieben werden konnten, so wurde es zwei Tage vor Ablauf der Meldepflicht für Spieler der argentinischen Liga dennoch beinahe dramatisch. Bocas Schatzmeister Daniel Angelici versuchte verzweifelt seine Kollegen im Vorstand der Xeneizes davon zu überzeugen, dass sich der Verein mit einem Vierjahresvertrag, noch dazu ausgestattet mit einem schweren Salär in US-Dollar (insgesamt über 5 Millionen), zu weit aus dem Fenster lehne. Vehement erklärte Angelici, dass ein Gehalt in argentinischen Pesos gekoppelt an die Einnahmen aus den Eintrittskarten und den Vereinsmitgliedschaften vernünftiger wäre und der wirtschaftlichen Realität des Landes  eher entsprechen würde. Bei der politisch brisanten finalen Abstimmung war es das Lager des Ex-Präsidenten Mauricio Macri, welches Riquelmes Wünschen letztendlich entsprach. Acht Stimmen für einen Vierjahresvertrag und ebenso viele dagegen standen neben einer Enthaltung im Raum. Also musste Präsident Jorge Ameal, der dafür gestimmt hatte, entscheiden und segnete Riquelmes Rentenversicherung ab. Die meisten Bosteros wird diese Entscheidung freuen. Zumindest im hier und jetzt – aber auch nach zwei bis drei Jahren mit weiteren Verletzungen, Streiterein in der Mannschaft und launischen Leistungen?

(Viktor)

4. Mauro Camoranesi muss für brutales Foul vor 16 Jahren zahlen

Der Neuzugang von Birmingham City Mauro Camoranesi muss für ein Foulspiel an Roberto Pizzo im Spiel von Alvarado gegen Aldosivi 1994 ein nachträgliches Schmerzensgeld von umgerechnet etwa 40.000Euro zuzüglich Zinsen zahlen.

Camoranesi, der acht Jahre für Juventus Turin auflief und ebenso mit der italienischen Nationalmannschaft 2006 Weltmeister wurde,  spielte zu besagter Zeit für den C.A. Aldosivi in Mar del Plata, mit dem er in der lokalen Meisterschaft zum Derby beim großen Rivalen C.A.Alvarado antrat. Camoranesis Team führte 2:0, als er übermotiviert in einen Zweikampf an der Mittellinie springt und dabei seinem Kontrahenten Roberto Pizzo auf das linke Knie. Während Camoranesi mit einer Roten Karte vom Platz musste, verlies Pizzo mit gerissenen vorderen und hinteren Kreuzbändern, zerstörtem Meniskus sowie weiteren Verletzungen das Spielfeld. Dieser musste nicht nur, wie Die Zeit gestern berichtete, „mehrere Wochen pausieren“ sondern konnte seine Karriere als Fußballer nicht wieder aufnehmen.

In Argentinien, wo schon mal der Staat für verletzte Fans oder der Fußballverband für von Hooligans verprügelte Spieler aufkommen muss, ist dies ein Präzedenzfall. Angesichts der für einen seit fast einem Jahrzehnt mit Jahresgehältern in Millionenhöhe ausgestatteten Fußballprofi relativen geringen Summe, kann man nur hoffen, dass Camoranesi nicht in Berufung geht und diese vielleicht dennoch ungewöhnliche Strafe für ein vor 16 Jahren begangenes Foul bereitwillig zahlt.

(Viktor)

5. Jose Calderon im Ruhestand

Am vergangenen Wochenende machte ein alter Fahrensmann des argentinischen Fußballs sein letztes Spiel als Profi. Ein letztes Mal trug Caldera das Trikot in dem er einst seine lange und erfolgreiche Karriere begann. Für die Defensores von Cambaceres gelang ihm gar ein Tor durch einen verwandelten Elfmeter.
Für Camba netzte er einst 44mal in 84 Spielen ein ehe es ihn zu den höherklassig spielenden Estudiantes de la Plata verschlug. Mit diesen stieg er 1995 in die Primera Division auf. Einem Wechsel zu Independiente folgten zahlreiche weitere, er spielte u.a. noch für Napoli (ITA), für America (MEX) und Arsenal de Sarandí. Im besten Fußballeralter von damals bereits 37 Jahren verschlug es ihn nochmals an eine die alte Wirkungstätte nach La Plata. Mit den Estudiantes konnte er die Copa Libertadores gewinnen. Eineinhalb Jahre später liebäugelte er mit dem Karriereende nachdem er in den Planungen von Trainer Alejandro Sabella für die anstehende Clausura 2010 keine Rolle mehr spielte, entschloß sich sich jedoch ein Angebot der Argentinos Juniors anzunehmen. Diese Liason war außerordentlich erfolgreich – es gelang der Gewinn der Meisterschaft.
Vier nationale und zwei kontinentale Titel konnte er in dieser Zeit erringen. Zudem konnte er bewies er fortwährend seine Torgefährlichkeit. Insgesamt gelangen in ihm in der 21 Jahre währenden Laufbahn 271 Tore.
39-jährig wurde ihm ein warmer und stimmungsreicher Abschied gegönnt. Immer wieder berichtete der 5-malige Nationalspieler, dass er beabsichtige später einmal als Trainer zu arbeiten. Bereits vor der just gestarteten Apertura war er als solcher bei den Argentinos Juniors (als Nachfolger von Borghi) im Gespräch.
6. Sergio Batista – Interimstrainer oder langfristig Coach der Nationalelf?
Nach dem emotionalen wie dramatischen Abgang von Diego Maradona als Trainer der Albiceleste dauert es nur wenige Tage, bis ein vorläufiger Nachfolger präsentiert wurde: Sergio Batista soll bis mindestens Ende des Jahres die argentinische Auswahl betreuen. Eigentlich ist Batista Trainer der U20 des Landes, mit der er bei den Olympischen Spielen in Peking die Goldmedallie gewann. Nun soll der Weltmeister von 1986 in den kommenden Monaten bei den prestigeträchtigen Duellen gegen Spanien (7. September in Buenos Aires),  gegen Brasilien (17. November in Katar) und bei einer Asienreise dem jungen Team mit taktischer Führung zur Seite stehen. Aufgrund seiner Erfahrung sagt man dem Ex-Mittelfeldspieler von Argentinos Juniors ein gutes Händchen für den Nachwuchs nach. Dass ein Nationaltrainer mit einem solchen Curriculum durchaus auch scheitern kann, zeigte aber auch das Projekt José Pekerman vor einigen Jahren.
Aber Baptistas Schützlinge wie Lionel Messi und Ángel di Maria äußerten sich bereits positiv über die taktischen Angaben ihres Übungsleiters. Ersterer verlautete gar nach dem gestrigen Sieg gegen Irland, dass el checho Baptista gewiss nicht nur Interimstrainer sei und Real Madrids Neuzugang di Maria, der auch den Siegtreffer in Peking erzielte, traf auch in Dublin zum 1:0.
(Viktor)
7. Testspiel: Irland – Argentinien 0:1 (0:1)
Argentinien: Romero – Burdisso (45. Zabaleta), Demichelis, Samuel (85. Coliccini) , Heinze (72. Insúa) – Banega, Mascherano, Gago – Messi (58. Lavezzi), Di Maria (75. Gutiérrez) – Higuaín (45. Milito)
Gelbe Karte: Heinze (58.)
Tor: Di Maria (20.)

3 Antworten zu “7 mal auf den neuesten Stand gebracht

  1. das foul von camoranesi war schon brutal.er steigt ja heute immer noch robust ein(ist halt argentinier).ich mag ihn trotzdem,er ist halt ein guter fussballer und ich denke er wird auch bezahlen!!! die albi celeste hat mir gestern eigentlich ganz gut gefallen,bis auf heinze(zu viele fehler)und romero(ziemlich unsicher)war es eine gute leistung.man hätte öfter den abschluss vor dem tor suchen sollen. die kombinationen bis an den strafraum waren gefällig,doch der abschlus fehlte meist . gut das gago wieder dabei ist und auch banega hat mir gut gefallen.ich bleibe dabei heinze hat in der albi celeste nichts zu suchen,er ist immer ein unsicherheitsfaktor in der abwehr.hoffentlich hört der bald auf !!!!ich weiss gar nicht warum der ständig spielt,sein spiel ist nichts fürs auge !!!!

  2. die albiceleste/der kader der zukunft (die/der durchaus weltmeister 2014 werden kann) ist folgende/r (4-3-3):

    Tor: ROMERO (Alternativ fällt mir da jetz kein besserer ein, Carrizo und Ustari spielen beide nicht regelmäßig) –

    Abwehr: ZABALETA, GARAY, FAZIO, INSUA –

    Mittelfeld: BANEGA, MASCHERANO, GAGO –

    Angriff: MESSI, HIGUAIN, DI MARIA

    Bank: Andujar, Carrizo
    Monzón, Pareja, Burdisso
    Lucho Gonzalez, Pastore, Perotti, Bolatti,
    Lavezzi, Kun Agüero, Tevez

    und GANZ WICHTIG,

    DER TRAINER: Sr. SERGIO BATISTA

    Desweiteren find ich eure Arbeit, speziell die letzten 3 artikel, richtig strak, chapeau!
    Leider war das in der Masse zur WM nicht so ausgeprägt!
    Aber trotzdem ein dickes „HUT AB“!
    Macht bitte qualitativ so weiter, und legt quantitativ noch ein bissl was drauf (im Vergleich zur WM)!
    Und vorallem berichtet neben der Liga auch weiterhin über die Albiceleste!Nächstes Jahr ist Copa im eigenen Land (HIGHLIGHT!)

    ALSO,DANKE JUNGS
    und
    WEITER SO!!!

    PS: Zum „Kader der Zukunft“ dürft ihr gern was sagen :-)!
    LG
    SEBA

  3. @ seba: deine seleccion der zukunft hört sich nicht schlecht an,aber ich finde burdisso hat da auch auf der bank nichts mehr zu suchen.sonst vermisse ich bei deinem kader, otamendi,clemente rodriguez und maxi(noch nicht zu alt).
    bei romero geb ich dir recht wir haben halt keinen anderen.wir bräuchten hinten einen der auch mal einen unhaltbaren hält die bälle auch mal fest hält und dadurch ruhe in der abwehr ausstrahlt…aber ein torwartproblem hatte die albi celeste schon immer(leider),ganz besonders schlimm war pato abonnonceri(bestimmt falsch geschrieben).der hat auch ständig schlimme patzer gemacht. ich würde auch oft mit kun aguero vorne in der spitze beginnen.der junge ist brandgefährlich und für mich nach messi der beste spieler auf dem planeten!!! der junge ist am ball einfach unglaublich !!!

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