Saisonrückblick auf die Apertura 2010 – Teil I

Vor gut einem Monat ging die Apertura in ihre letzte Runde und eine bis in die Schlussminuten spannende Saison bescherte uns ein grandioses Finale mit einem verdienten Meister,  Estudiantes de La Plata. Nun stehen noch vier Wochen aus bis das Leder wieder zu rollen beginnt. Grund genug noch einmal einen Rückblick auf die vergangene Apertura zu werfen. In den nächsten Tagen präsentieren wir Euch daher Statistiken, Serien, Kurioses und natürlich die Top Elf der Apertura. Wer hat den Sprung in der Elf des Jahres geschafft? In unserem ersten Eintrag starten wir mit der Basis, dem Grundstock einer jeden gut funktionierenden Elf, der Abwehr. Aus dem sonnigen Buenos Aires wünschen wir viel Spaß beim Lesen! 

Torwart:

Marcelo Barovero (Vélez Sarsfield)

Der „Jäger“ Barovero und sein Kollege Sebastian Peratta von Newell´s Old Boys haben sich lange Zeit ein Kopf an Kopfrennen um den Titel des besten Torwarts geliefert. Letztendlich sprechen die Zahlen deutlich für den Schlussmann von Vélez, obwohl vor ihm auch die etwas stärkere Defensive verteidigte. Barovero wurde dreimal für die Elf der Woche nominiert und hielt in insgesamt 16 Spielen 12 mal seinen Kasten sauber, bei sechs Gegentoren (zwei gegen Newell´s und Banfield, je eins gegen River und Tigre).

Verteidigung:

Jonathan Bottinelli (San Lorenzo de Almagro)

Der Blondschopf gilt beim Traditionsklub aus Almagro als Mister Zuverlässig. In der abgelaufenen Spielzeit verpasste er keine Spielminute und gefiel zudem als der Fels in der Brandung. Mit seinen fünf Nominierungen in die Elf der Woche weist er die meisten Berufungen aller Abwehrspieler der Liga auf. Das Klub-Urgestein – Botti ist seit 2000 im Verein, unterbrochen durch ein halbjähriges Intermezzo bei Sampdoria Genua im Jahr 2008 – erzielte zudem zwei Tore, darunter der Siegtreffer gegen Olimpo.

Sebastián Domínguez (Vélez Sarsfield)

Seba gilt als umsichtiger, abgeklärter Innenverteidiger mit Gardemaßen, der diese auch gewinnbringend einzusetzen weiß. El Oso – der Bär – verkörperte die größte Konstanz unter all seinen Defensiv-Mitstreitern. Der Abwehrchef ging in allen 19 Ligaspielen über die volle Distanz, Vélez blieb dabei 13 mal ohne Gegentor (Ligahöchstwert). Neben seinen herausragenden Defensivqualitäten runden ein Torerfolg und eine Torvorlage eine starke Saisonleistung ab.

Gabriel Mercado (Estudiantes de La Plata)

Der vor der Saison von Racing verpflichtete Mercado schaffte beim Meister endlich seinen Durchbruch! Und wie! El Negro verkörperte den modernen Außenverteidiger (wie auch sein Pendant Marcos Rojo auf der linken Seite) mustergültig. Bei eigenem Ballbesitz als Mittelfeldspieler, gar als verkappter Rechtsaußen agierend, präsentierte sich der 23-jährige aber auch sehr diszipliniert in der Rückwärtsbewegung. Hinten rechts dichtgehalten und vorne für Furore gesorgt: Vier Tore und vier Vorlagen steuerte Mercado zur Meisterschaft bei. Damit war Mercado der mit Abstand torgefährlichste Verteidiger der Liga und auch klubintern findet er sich auf dem zweiten Platz bei der Tore- wie auch der Scorerwertung wider.

Im Blickfeld:

Sebastian Peratta (Newell`s Old Boys)

Der Schlussmann der Lepra verlor den Zweikampf mit Barovero nur ganz knapp, konnte aber immerhin Rivers Carizzo auf den dritten Rang verweisen. Eine Vielzahl an Glanzparaden und eine im Grunde fehlerlose Saison stehen Peratta zwar zu Gute. Allerdings zeigte auch seine Formkurve (genau wie die seiner Teamkollegen) gegen Saisonende etwas nach unten, was letztlich den Ausschlag zu Gunsten Baroveros gab. Peratta stand über die komplette Spielzeit auf der Linie und hielt dabei neunmal seinen Kasten sauber. 12 Mal musste er das Leder aus dem Netz holen. Insgesamt schaffte er es dreimal in unsere Top11.

Cristian Tula (San Lorenzo de Almagro)

Der Kapitän des Ciclon war bis zu seiner Verletzung vom siebten Spieltag unstrittig der beste Verteidiger der Liga. Bis dato mischte ein ungeschlagenes San Lorenzo in der Liga noch ganz oben mit und der Abwehrchef führte die interne Torjägerliste mit drei Treffern an. Während seiner Abstinenz stürzte seine Elf jedoch jäh ab. Nach einer fünfwöchigen Verletzungspause konnte Tula aber nicht mehr an seine hervorragenden Leistungen anknüpfen, der Abwärtstrend des Ciclons hielt bis Saisonende an.

Marcos Rojo (Estudiantes de La Plata)

Der 20-jährige Außenverteidiger spielte als fester Bestandteil der Meistermannschaft eine Riesensaison. Rojo kam in allen Spielen zum Einsatz, lediglich im ersten Saisonspiel zählte er nicht zur Startelf. Seine Rolle und Leistungen sind vergleichbar mit denen seines damaligen Klubkollegen Mercado, allerdings ein wenig zurückhaltender im Offensivdrang. Sein persönliches Saisonhighlight dürfte wohl sein Siegtor gegen die Boca Juniors gewesen sein, bei dem ihm ein Traumtor nach wenigen Sekunden glückte. Gegen den anderen Großen aus Buenos Aires – River Plate – feierte er seinen zweiten Torerfolg. In seinen 19 Auftritten hielt die Abwehr ganze 12 Mal dicht (nach Vélez Domínguez bester Ligawert). Im vergangenen Dezember wechselte Rojo für zwei Millionen Euro nach Moskau zu Spartak. Er unterschrieb dort einen Vertrag über fünf Jahre.

Serien & Statistiken

Die häufigsten Ergebnisse:

1:0  38mal (31 Heimsieg, 7 Auswärtssieg)

2:1  37mal (15 Heimsieg, 22 Auswärtssieg)

1:1  31mal

0:0  23mal

Karten und Spielverweise:

Platzverweise insgesamt: 73, davon 27 für die gastgebende Mannschaft, 46mal für die Gästeelf

Klub mit den meisten Platzverweis: 8, Tigre

Klub mit den wenigsten Platzverweis: 0, San Lorenzo

Die meisten Platzverweise wurden am 4. Spieltag ausgesprochen, stolze achtmal!

Trainer: 23mal wurden die Teamchefs von der Trainerbank auf die Tribüne geschickt. Hintergrund ist eine neue Regelung, die eine rote Karte für jenen Trainer nach sich zieht, dessen Truppe mit Verspätung aus der Halbzeit kommt. Der Rekordhalter unter den Trainer ist übrigens Caruso Lombardi (Tigre), der gleich viermal des Feldes verwiesen wurde.

Gelbe Karten: 834 insgesamt (380 Heim – 454 Auswärts)

Kartenkönige: Rodrigo Braña (Estudiantes) sammelte 10 gelbe Karten aus 18 Spielen, Cristian Trombetta (Tigre) holte sich in 13 Spielen dreimal gelb und zweimal rot ab. Lanús Kapitän Pelletieri absolvierte 14 Spiele, sah dabei viermal gelb und je einmal gelbrot bzw. glatt rot.

Schlussmänner in weißen Westen und mit den richtigen Nerven

Argentinos Navarro räumt auf

Weiße Weste: Marcelo Barovero (Vélez) hielt in 16 Spielen 12 mal die Null und Meistertormann Augustín Orión schaffte 12 zu Null Spiele in 17 Versuchen. Auf dem Dritten rangiert Sebastián Peratta (Newell`s, mit 9 aus 19), gefolgt von Juan Carrizo (River) und Enrique Bologna (Banfield) mit jeweils 8 aus 19. Elfmeterkiller Monzón hielt lediglich im Derby gegen San Lorenzo seinen Kasten sauber (1 aus 16).

Mitten ins Herz der La Doce – Pelletieri behält in der Nachspielzeit vom Punkt die Nerven

Elfmeter: Insgesamt wurden 41 Strafstöße ausgesprochen. 27 mal für die Hausherren und 14 mal für die Gäste. Von den 41 Strafstößen wurden 33 verwandelt, sechs gehalten (Gastón Monzón von Huracán hielt zweimal, je einen gegen Rolando Schiavi und Jairo Castillo), zwei wurden verschossen. Die Erfolgsquote eines Elfmeters lag demnach bei 80%.

Der zweite Teil folgt in wenigen Tagen!

Fotos. Guille Rusconi

Andreas

4 Antworten zu “Saisonrückblick auf die Apertura 2010 – Teil I

  1. schade das ihr nichts zum sub20 tunier bringt… die albiceleste bis jetzt gut dabei mit 2 siegen gegen uruguay (2:1) und peru(2:1).die leistung der mannschaft bis jetzt eher schlecht aber vieleicht kommt noch eine steigerung.die quali für die u2o wm muss unbedingt geschaft werden(als rekord u20 weltmeister pflicht)… es ist auch die quali für das olympiatunier(als titelverteidiger auch wichtig)…bei der letzten quali für die u20 wm hatten sie als titelverteiger ja jämmerlich abgeschnitten und die quali verpasst,das darf nicht noch mal passieren…….

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