Saisonrückblick auf die Apertura 2010 – Teil III

Tore, Tore, Tore – im dritten Teil unseres Rückblicks konzentrieren wir uns ausschließlich auf die Scharfschützen der Liga. Keine Sturmreihe wusste in der Apertura so zu begeistern, wie die des Vizemeisters Vélez. Juan Manuel Martínez und Santiago Silva haben uns Woche für Woche mit atemberaubenden Auftritten verwöhnt, keine Frage, dass dieses kongeniale Sturmduo auch in der Top 11 der Apertura zu finden ist. Auf den Verfolgerplätzen stellen wir euch zwei bisher noch weniger bekannte Torjäger vor, und natürlich vergessen wir auch nicht die 300.

Sturm

Juan Manuel Martínez (Vélez Sarsfield)

Der aus Patagonien stammende Martínez feierte neben einigen wunderschönen Toren auch endlich den Durchbruch in seiner Karriere. Mithilfe seines frischen und technisch anspruchsvollem Geschwindigkeits-Fußballs lehrte er seinen Gegenspielern reiheweise das Fürchten, legendär ist sein Solo im Saisonfinale gegen Racing. Ganze sieben Mal nominierten wir das Eselchen (sein Vorbild ist Altmeister Ariel Ortega) in die Elf der Woche, zweimal sogar als Spieler der Woche. El Burrito Martinez drückte der Apertura zweifelsohne seinen Stempel auf. Trotz zehn Saisontoren und sechs Torvorlagen reichte es jedoch nur zur Vizemeisterschaft. Nach der Saison wurde Martínez von den argentinischen Sportjournalisten zum besten Spieler Argentiniens 2010 gewählt (Lionel Messi gewann den Titel als bester argentinischer Spieler im Ausland, übrigens zum vierten Mal in Folge). Darüber hinaus wurde der bekennende River-Fan von Albiceleste-Trainer Batista für das morgige Freundschaftsspiel gegen Portugal nominiert.

Santiago „Tanque“ Silva (Vélez Sarsfield)

Ob mit seinem starken rechten, mit links, mit dem Kopf oder gar per Heber von der Strafraumgrenze, der Panzer aus Liners feuerte aus allen Lagen. Neben seinen elf Saisontoren zeichnete sich der bullige Stürmer aber auch durch großen Siegeswillen aus und hielt die gegnerischen Abwehrreihen meist über die gesamte Spielzeit auf Trab. Viermal wählten wir den Panzer in die Top 11 der Woche, am 17. Spieltag nach Galaauftritt und Doppelpack gar zum Spieler der Woche. Insgesamt gelang Silva ein Saisontreffer mehr als seinem kongenialer Sturmpartner Burrito Martínez, in der Wertung des Topscorers muss sich der Uruguayer jedoch mit dem zweiten Platz begnügen (15 Scorerpunkte). Der ehemalige Cottbuser (2003/04, 9 Tore und 3 Vorlagen) ging in der höchsten argentinischen Spielklasse neben Vélez auch für Newell´s, Gimnasia und Banfield erfolgreich auf Torejagd. Überall konnte er seine Knipserqualitäten nachweisen, in insgesamt 139 Liga-Spielen erzielte er ganze 66 Tore.

Das Verfolgerfeld

Luciano Leguizamón (Arsenal Sarandí)

Leguizamón setzte die spielerischen Glanzlichter in einer sonst eher diszipliniert und nüchtern aufspielenden Mannschaft. Solange Arsenal noch zum Kreis der Titelanwärter zählte, lieferte der Sturmführer eine Sahnepartie nach der nächsten ab. Nachdem sich jedoch der Zweikampf zwischen Estudiantes und Vélez um die Meisterschaft abzeichnete, hatte Leguizamón keine Lust mehr. Seine Leistungen wurden immer schwächer bis indiskutabel. Trainer Gustavo Alfaro setzte ihn daraufhin in den letzten drei Partien nicht mehr ein. In der Endabrechnung stehen fünf Tore und sieben Vorlagen zu Buche. Damit rangiert Leguizamón auf dem vierten Platz der Scorerwertung und teilt sich mit Racings Toranzo den Podiumsplatz des besten Vorlagengebers.

Denis Stracqualursi (Tigre)

Der hünenhafte Mittelstürmer ist die Lebensversicherung von Abstiegskandidat Tigre. Mit seinen elf Saisontoren (teilt sich mit Santiago Silva die Torjägerkanone) erzielte der Goalgetter vom Dienst fast die Hälfte aller Tigre-Tore. Stracqu gilt as immens kopfballstark, vollstreckt aber auch mal gerne mit einem satten Schuss. Der ehemalige Rugbyspieler startete seine Profikarriere bei Gimnasia de La Plata und zeigt sich v. a. gegen den Lokalrivalen Estudiantes meist von seiner Schokoladenseite: In insgesamt drei Spielen traf er dreimal ins Schwarze, auch in der abgelaufenen Apertura besorgte der Torjäger den Siegtreffer gegen den späteren Meister. Wahrscheinlich wird Tigre den 23-jährigen Angreifer nach Ende der kommenden Clausura nicht halten können. In Boca könnte er vom Spielertyp her in die Fußstapfen eines gewissen Martin Palermos passen.

Martín Palermo (Boca Juniors)

Wenn man in Argentinien über die besten Angreifer und Knipser spricht, darf natürlich einer nicht fehlen:El Loco Palermo beendet das Kalenderjahr 2010 als saisonübergreifend bester Torjäger Argentiniens (18 Ligatore). Eine beeindruckende Leistung des WM-Torschützen. In der Apertura hing der Stoßstürmer aber über weite Strecken in der Luft, zu acht Toren reichte es dann doch noch. In Boca blickt man ernüchternd einer weiteren verpatzten Halbserie hinterher. Der einzige wirkliche Grund zum Jubel stellte Palermos Rekordtor dar. Gegen seinen persönlichen Lieblingsgegner Gimnasia netzte der mittlerweile 37-jährige Palermo zum 300. Mal in seiner Profikarriere ein – Der Tor-Optimist, Klappe, die Dreihundertste!

Nachfolgend ein paar Statistiken zu den gefallenen Toren:

Tore gesamt: 421 und damit 44 weniger als in der Clausura 2010

Heim – Auswärtsmannschaft: 248 – 173

1. Halbzeit – 2.Halbzeit: 196 – 225

Wie fielen die Tore?

Tore nach Schüssen: 261 (davon 217 innerhalb und 44 außerhalb des Strafraums)

Kopfballtore: 107

Elfmetertore:  33

Freistoßtore:    8

Eigentore: 10

Wer schoss die Tore?

Abwehrspieler: 67
Mittelfeldspieler: 130
Stürmer: 214

Tore von Ausländern: 64  (36 Uruguayer, 11 Kolumbianer, 13 Paraguayer, 2 Chilenen, 1 US-Amerikaner, 1 Venezulaner)

Weitere Besonderheiten:

Fallrückziehertor: Franco Niell (Argentinos)

Hackentor:  Gabriel Hauche (Racing)

Hattricks: Palermo (7. Spieltag) und JM Martínez (10.Spieltag) jeweils gegen Colón

Höchster Sieg: Vélez 6-0 Colón (10. Spieltag)


2 Antworten zu “Saisonrückblick auf die Apertura 2010 – Teil III

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