Die ersten argentinischen Schritte in der Copa Libertadores 2011

Bereits am 9. Februar begann für die argentinischen Vertreter die Vorrunde der Copa Libertadores. Allerdings werden bei dieser südamerikanischen Variante der Champions League die Spieltage nicht zusammenhängend ausgetragen, sondern man dekoriert von Februar bis Mitte April die Tage unter der Woche mit einigen Gruppenspielen pro Abend. So starteten Argentinos Juniors, Vélez Sársfield, Estudiantes, Godoy Cruz und Independiente.

1,62 Meter groß und kopfballstark: Fernando Niell

In der starkbesetzten Gruppe 3 konnte Argentinos Juniors bereits vor zwei Wochen einen wichtigen Auswärtspunkt landen. Beim brasilianischen Meister und Mitfavorit Fluminense gelang mit einem umkämpften 2:2 ein Achtungserfolg, wobei sogar ein Sieg möglich war. Der nur 1,62m große Fernando Niell hatte el bicho zweimal per Kopf (!) nach Vorlagen von Salcedo in Führung gebracht, aber Rafael Moura konnte beide Male für Flu ausgleichen.

Gestern Nacht empfing man América aus Mexiko, in dessen Reihen der Ex-Stuttgarter Pavel Pardo agiert. Und auch in diesem Spiel übertraf Argentinos die geringen Erwartungen, nachdem man vor der Saison einige Stammkräfte hatte gehen lassen müssen. Gegen die Alter aus Mexiko-City siegte Argentinos mit 3:1. Zwar war man zuerst durch einen Treffer des Argentiniers Rolfi Montenegro in Rückstand geraten aber diesmal war es Stürmer Santiago Salcedo selbst, der doppelt traf und damit das Spiel drehte. In der Nachspielzeit zielte sogar noch Sánchez Prette genau in den Winkel, so dass man mit diesen vier Punkten in der Gruppe überraschend gut aufgestellt ist.

Vélez Sársfield hat unterdessen im ersten Gruppenspiel keine Schwäche gezeigt und vor einer Woche den Underdog aus Caracas mit 3:0 nach Hause geschickt. Dabei ließ man rein gar nichts anbrennen, auch weil ihnen der frühe Platzverweis für Caracas natürlich in Karten spielte. Nun warten zwei Gegner aus Chile auf den Zweiten der abgelaufenen Apertura: Die Universidad Catolica und Union Española. Ersteres Team dürfte nächste Woche im Stadion Amalfitani den größeren Brocken darstellen, ist aber allemal machbar. Alles andere als ein Gruppensieg für die gute Ausgangsposition für die folgende KO-Phase  wird das Ziel sein für das stark besetzte Team aus Liniers.

Estudiantes hat bereits in der Gruppe 7 bereits zwei  Spiele bestritten. Während das erste beim brasilianischen Vertreter Cruzeiro Belo Horizonte haushoch verloren ging, konnte man am vergangenen Mittwoch zu Hause Deportes Tolima aus Kolumbien 1:0 besiegen. Kapitän Juán Sebastián Verón echauffierte sich vielleicht zu Recht nach dem Spiel über die Kritik der Journalisten zur unästhetische Spielweise. Denn letztlich war der Erfolg durch den Treffer von Neuzugang Pitu Barrientos  ein verdienter Arbeitssieg. Übrigens: Die hohe Auftaktpleite könnten el pincha auch als gutes Omen nehmen – 2009 verloren sie gegen eben jenes Cruzeiro zu Beginn mit 0:3, um am Ende dann den Pokal zu gewinnen – wiederum gegen die Brasilianer.

In der Gruppe 8 kämpfen mit Godoy Cruz und Independiente gleich zwei argentinische Vertreter um den Einzug ins Achtefinale. El Tomba aus der Provinz Mendoza im Westen des Landes konnte in seinem Debüt in der Copa Libertadores den Sieger von 2008 Liga de Quito mit 2:1 besiegen. Für Godoy Cruz trafen der Uruguayer Carlos Sánchez (16.Min) und nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich auch dessen argentinischer Namensvetter Nicolás (59.). In der Schlussphase musste der Außenseiter im Estadio Malvinas Argentinas nochmals zittern aber nach dem Abpfiff stand der zweite große Erfolg in nur vier Tagen fest, nachdem man am Sonntag zuvor am ersten Ligaspieltag Boca Juniors auswärts 4:1 geschlagen hatte.

Der Rekordsieger und selbsternannte Aspirant auf den Titelgewinn Independiente traf am gestrigen Abend auf Peñarol aus Montevideo. Ein historisches Duell denn beide gewannen zwischen 1960 und 1987 insgesamt zwölf Mal den Wettbewerb. Nach einer blassen ersten Halbzeit drehte el rojo nach dem Seitenwechsel auf und kam über die starke linke Seite mit Patito Rodriguez und Defederico zu zahlreichen Torchancen gegen die uruguayische Verteidigung um den Ex-Schalker Dario Rodriguez. Nach einer ansehnlichen Kombination traf zuerst Parra für Independiente und wenig später Pellerano mit einem Fernschuss. Den Schlusspunkt setzte der eingewechselte Silvera. In der kommenden Woche trifft Godoy Cruz erneut zu Hause auf Peñarol und Independiente muss auf über 3.000 Metern in Quito gegen LDU ran.

Aber nicht nur für die argentinischen Mannschaften verlief die Copa Libertadores bisher erfolgreich, auch für die Gauchos in den Teams aus anderen Ländern gab es einiges zu feiern. Ingesamt wurden mehr mals die Hälfte der bisherigen Treffer von Argentiniern erzielt.

Erst seit wenigen Wochen in Brasilien: Ex-Fiorentina Mario Bolatti

Erwähnenswert ist hier vielleicht der  Neuzugang vom Titelverteidiger Internacional de Porto Alegre Mario Bolatti, der bereits dreimal traf. Auch Walter Montillo sammelte bei den starken Auftritten von Cruzeiro  fleissig Scorerpunkte. Der erst 17jährige argentinische U20-Nationaspieler Jonathan Iturbe traf für Cerro Porteño (Paraguay) doppelt.

Beim peruanischen Meister San Martín de Porres tragen argentinische Offensivspieler zum bemerkenswerten Erfolg in Gruppe 1 bei. Heber Arriola, German Alemanno oder Carlos Marinelli waren bis dato an jedem Tor ihres Arbeitgebers im Wettbewerb beteiligt. Dabei handelt es sich bei dem Trio um Spieler, die sich weder in der Heimat noch sonstwo auf der Welt -und zumindest Marinelli versuchte sich schon bei diversen Teams– recht in Szene setzen konnten, aber heuer nach zwei Spielen mit San Martín die Gruppe anführen.

3 Antworten zu “Die ersten argentinischen Schritte in der Copa Libertadores 2011

  1. André (El Canalla)

    Hallo Argifutbol!

    Ich habe mal einen Vorschlag für einen neuen Themenbereich wie zum Beispiel eure ‚Fangesänge‘ oder ‚Clásicos‘, die mir sehr gut gefallen haben. Wie wäre es denn, wenn ihr, quasi als Gegensatz zu den vielen (allseits bekannten) Clásicos in Argentinien, mal etwas über Fanfreundschaften bringt? Letztens habe ich nämlich einen kleinen Bericht über die wohl innigste Fanfreundschaft zwischen den Fans von CA Lanús und Colón de Santa Fe gelesen und auch ein Video dazu gefunden. Ich denke, dieser Themenbereich bietet eine Fülle an Stoff für schöne Anekdoten und ich würd‘ mich freuen, wenn ihr dieses Thema aufnehmend würdet, dann würde eure Seite wohl so ziemlich jeden Bereich des argentinischen Fußballs abdecken. Grüße

  2. Viktor Coco

    Hey André,
    Danke für deinen Tipp. Die Thematik ist grundsätzlich wirklich interessant, wobei ich denke, dass viele der Fanfreundschaften aus wenigen persönlichen (Barra-)Beziehung entstanden sind. Danke auch für den Video-Verweis. Ist sehr schön zu hören, wie die Jungs ihre Beziehung zum anderen Verein beschreiben. Dennoch kommt aber inhaltlich nicht so viel rum, wenn sogar der Parrillero sich zur Anzahl der Hamburger äußern darf.
    Vielleicht könnten wir aber mal eine Übersicht machen, wer mit wem befreundet ist und wie aktiv die Fanfreundschaften gepflegt werden.

  3. Pingback: Argentinos Juniors führt überraschend in der ‘Todesgruppe’ | Fußball auf Argentinisch

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