Argentinos Juniors führt überraschend in der ‚Todesgruppe‘

Vor Beginn der Copa Libertadores 2011 munkelten nicht nur wir, dass Argentinos Juniors, geschwächt durch die Abgänge von Leistungsträgern, taumeln würde. Nichts sondergleichen. El bicho siegt im dritten Spiel 1:0 in Montevideo, führt die Gruppe 3 und steht nach dieser Woche  besser da, alles alle anderen argentinischen Teilnehmer im internationalen Geschäft.

Nach zwei überzeugenden Auftritten in den ersten beiden Begegnungen reiste der Meister des Torneo Clausura 2010 entspannt zum Auswärtsspiel bei Nacional de Montevideo. Mit einem Punkt sei man zufrieden, hatte Trainer Pedro Troglio vor der Partie ausgegeben. Aber seine Mannschaft wollte mehr und agierte ähnlich frech aber dennoch konzentriert wie am ersten Gruppenspieltag in Rio de Janeiro gegen Fluminense.

Überzeugt in der Copa: Wanderarbeiter Santiago Salcedo

Vor allem in der 1. Halbzeit brachten immer wieder Salcedo und Niell Unruhe in die Abwehrreihen der Uruguayos. Ebendieser Fernando Niell nutze nach einem Zuspiel von Prósperi in der 22. Minute eine Unaufmerksamkeit in der unsortierten Verteidung von Nacional und erzielte den Treffer des Tages.Vor allem das Mittelfeld wurde gut kontrolliert von Laba, Hernández und Oberman, so dass man trotz einer Druckphase des Gegners diesen immens wichtigen Auswärtserfolg über die Zeit sichern konnte. Argentinos führt die Tabelle der Gruppe 3 mit sieben Punkten an und blickt zuversichtlich auf die verbleibenden Rückspiele, von denen zwei in Buenos Aires ausgetragen werden. Nacional kann nach drei Spielen ohne Torerfolg und nur einem Punkt in dieser stärksten Vorrundengruppe der Copa Libertadores fast die Segel streichen.

Vélez verspielt sicheren Sieg gegen Unversidad Católica

In einem hochklassigen Duell, bei dem der argentinische Titelfavorit lange wie der sichere Sieger aussah, entführte letztendlich la cato drei goldene Punkte aus Buenos Aires.

Vélez geriet nach nur 39 Sekunden durch den Treffer von Pratto in Rückstand,  konnte das Spiel aber nach Treffern von Ortíz, Augusto Fernández und Ex-Nationalspieler Emiliano Papa noch vor der Pause drehen. Zwar bewahrte der Torpfosten Vélez beim zwischenzeitlichen Stand vom 2:1 vor dem Ausgleich, aber mit dem sicheren Vorsprung von zwei Treffern sollte bei einer der stärksten und eingespieltesten Mannschaften Argentiniens in der zweiten Spielhälfte nichts anbrennen.

Der Argentinier Lucas Pratto traf doppelt für 'la Cato'

Universidád Católica,  mit drei Argentiniern und betreut vom ehemaligen spanischen Nationalspieler (und gebürtigen Argentinier) Juán Antonio Pizzi, nutzte mehr und mehr die Feldvorteile nach dem Platzverweis für Fernando Ortíz (53.) bei den Gastgebern. In der 75. Minute gelang Tomás Costa mit einem klasse Fernschuss der Anschlusstreffer und zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit traf Pratto mit einem wuchtigen Drehschuss zum verdienten Ausgleich. Veléz lief ins offene Messer, als man versuchte in der Nachspielzeit den Sieg zurückzuerkämpfen, denn nach einem blitzschnellen Konterangriff waren es die chilenischen Jungspunde F. Gutiérrez und Pizarro, die nach einer tollen Kombinationen den umjubelten Sieg für la Cato besiegelten. Sechs argentinische Tore in einem hochspannenden Spiel der Gruppe 4 der Libertadores, dass sich vor keinem Duell der europäischen Champions League verstecken muss.

Godoy Cruz und Independiente mit Niederlagen in der Gruppe 8

Nach den Auftaktsiegen der letzten Woche mussten beide argentinischen Teams in der gemeinsamen Gruppe bittere Niederlagen einstecken. Am Mittwoch Abend verlor Godoy Cruz zu Hause mit 1:3 gegen Peñarol. Auch hier fiel nach wenigen Sekunden ein Treffer, allerdings für die Gäste aus Uruguay durch Juan Manuel Olivera. Die Angriffsbemühungen des Teams aus Mendoza wirkten konzeptlos, führten aber dennoch zum zwischenzeitlichen Ausgleich nach einer halben Stunde (Rubén Ramírez).  Kurz vor der Pause brachte aber erneut Olivera die Carboneros aus Montevideo in Führung. Nach dem Seitenwechsel setzte Godoy Cruz ohne Durchschlagskraft seine Angriffsbemühungen fort und fing sich einen Bilderbuch-Konter zum 1:3 Entstand.

Independiente verliert in der dünnen Luft von Quito verdient mit 0:3

Independiente musste zum dritten Mal innerhalb weniger Monate ein kräftezehrendes Auswärtsspiel in Ekuadors Hauptstadt Quito antreten. Anreise bereits am Montag in die Küstenstadt Guayaquil, An- und Abreise auf 2800Meter unmittelbar vor bzw. nach dem Spiel, in dem man mit LDU auf eine der stärksten Mannschaften des Kontinents der letzten Jahre traf.

Die Ziel von Trainer Mohamed, mindestens einen Punkt beim schwersten Spiel der Vorrunde zu entführten, war bereits nach 10 Minuten hinfällig, als Ambrossi  zu einem 70Meter Sturmlauf ansetzte, bei dessen abschliessendem Torerfolg ihm allerdings der Zusammenstoß von Keeper Gabbarini und Velázquez nutze.

Independientes Taktik war offensichtlich: Da es in der Höhe gilt, anstregende Dribblings zu vermeiden, beschränkte man jegliche Angriffsbemühungen auf Fernschüsse. Allein Fredes und Nuñez versuchten es jeweils etwa ein halbes Dutzend mal aus der Distanz, wobei in wenigen Fällen durchaus Torgefahr für Ligas Torhüter Domínguez entstand. Sieben Minuten nach der Pause traf dann aber der 20jährige Bolaños zum entscheidenden 2:0 im Estadio Casa Blanca. Auch die Einwechslungen von A. Silvera und Patricio Rodriguez konnten Independiente an diesem Abend nicht helfen. Urrutia sorgte mit einem Freistoss für den 3:0 Entstand.

Damit ist wohl eher diese Gruppe 8 als Todesgruppe zu bezeichnen. Nach zwei Spielen haben alle Teams drei Punkte auf dem Konto. Für Godoy Cruz könnte es am schwierigsten werden, denn wegen des unglücklichen Spielplans hatte man bereits zwei Heimspiele und muss noch auswärts in Quito antreten. In der kommenden Woche kommt es allerdings zu erst zum argentinischen Duell, wenn die roten Teufel el tomba in Avellaneda empfangen.

Auch Estudiantes ist nächste Woche wieder mit von der Partie und spielt auswärts am 3. Spieltag beim bisherigen Gruppenletzten Guaraní in Paraguay.

Eine Beobachtung am Rande: 14 der 32 teilnehmenden Mannschaften werden von argentinischen Trainern betreut.

Viktor Coco

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