Zweiter Akt in Santa Fe

Argentinien empfängt in der Nacht zum Donnerstag (2.45h) den Gruppenersten Kolumbien. Nach dem enttäuschenden Unentschieden gegen Bolivien steht die Albiceleste in einer gewissen Bringschuld, aber das Spitzenspiel der Gruppe A wird sicherlich ein schwieriges Unterfangen für die Himmelblauen auf dem Weg zum erhofften Titelerfolg. Argifutbol wirft einen Blick auf das anstehende Duell.

Albiceleste vs. Cafeteros

Voraussichtliche Aufstellung:

Arg: Romero – Zanetti, G. Milito, Burdisso, Zabaleta – Banega, Mascherano, Pastore (Cambiasso) – Lavezzi, Messi, Tévez

Col: Martinez – Aremro, Yepes (Zapata), Perea, Zuniga – Bolivar, Aguilar, Guarin – Ramos, Falcao, Moreno

Stadion: Brigadier General Estanislao López, Santa Fe

Wie spielt der Gegner?

Kolumbien spielt mit einem auf Ballbesitz ausgerichteten 4-3-2-1 System.

In der Abwehrreihe ragen insbesondere die beiden Innenverteidiger Luis Perea (32) und Mario Yepes (35) heraus. Die beiden Routiniers sammelten jahrelang Erfahrung im Ausland. So gehört der pfeilschnelle Luis Perea seit Jahren zum Stammpersonal vom letztjährigen UEFA-Cup Sieger Atlético Madrid, Kollege Yepes (aktuell AC Milan, davor Chievo, Paris St. Germain, Nantes und River Plate) besticht durch Robustheit und Kopfballstärke. Außerdem zählte Yepes im Jahr 2001 zum Kader des bisher einzigen Triumphs bei einer Copa América. Womöglich auch aus diesem Grund setzte Trainer Bolillo Gómez im ersten Gruppenspiel auf Altmeister Yepes, denn Kolumbiens herausragender Innenverteidiger Cristian Zapata (24, Udinese) sitzt derzeit nur auf der Bank. Gegen Argentiniens Superstürmer wird das Innenverteidigerpärchen – egal wer neben Perea auflaufen wird – 90 Minuten auf der Hut sein müssen.

„Messi ist der Beste, einfach nicht zu  stoppen!“  (Bolillo Gómez, Trainer Kolumbiens)

Um die Kreise eines Lionel Messi einzuengen, wird der defensive Mittelfeldspieler Gustavo Bolivar wohl als erster auf den Füßen der Pulga stehen. Schon gegen Costa Rica agierte Bolivar fast wie ein Vorstopper. Abel Aguilar (26, Hércules CF) und Fredy Guarín komplettieren das Mittelfeld, wobei Letzterer die Fäden im Mittelfeld zieht und für die gefährlichen Anspiele in die Spitze sorgen soll. Der 25-jährige Guarín spielt wie Nationalmann- schaftskamerad Falcao für den FC Porto, fiel aber gegen Costa Rica in erster Linie wegen einem halben Dutzend Distanzschüssen auf. Dafür musste er sich den Vorwurf gefallen lassen, dass angesichts des dezimierten Gegners (Platzverweis für Brenes, 27.min) und der stark besetzten Offensive die Angriffe besser ausgespielt werden sollten. Gerade weil Guarín zu oft selbst den Abschluss suchte, waren hochkarätige Chancen Mangelware und Mittelstürmer Falcao bekam nur sehr wenige brauchbare Bälle serviert. Neben dem zentral positionierten Torgarant Falcao agieren die Cafeteros mit zwei Halbstürmern. Über die linke Seite wirbelt Herthas Adrían Ramos (Siegtorschütze und Man of the Matchgegen Costa Rica), sein Pendant auf der rechten Seite heißt Dayro Moreno. Denkbar wäre auch der Einsatz von Hugo Rodallega (Wigan) oder Téofilo Gutiérrez (Racing Club, Torschützenkönig der Clausura 2011).

Batistas Umbaupläne

Mit dem tollen Volleytreffer von Kun Agüero konnte ein Fiasko gegen Bolivien zwar noch verhindert werden, doch die offenen Baustellen in Argentiniens Elf wurden sichtbar deutlich. Als größte Achillisverse gilt dabei die Abwehr mitsamt Torhüter Romero. Angesichts mangelnder Alternativen werden gegen Kolumbien erneut die üblichen Verdächtigen auf dem Platz stehen, was die Frage aufwirft, warum Batista auf den besten Verteidiger der abgelaufenen Clausura, Lisandro López (Arsenal de Sarandí), verzichtete. Der 21-jährige Innenverteidiger ist für sein Alter schon sehr abgeklärt und gilt mit seinen 1,87m als einer der kopfballstärksten Akteure der Liga, was seine vier Kopfballtore in der Clausura 2011 belegen. Auf der linken Seite der Viererkette könnte Pablo Zabaleta für den jungen Marcos Rojo auflaufen.

AFA-Chef Julio Grondona: „Messi spielt nie schlecht, aber dafür alle anderen, die um ihn herum spielen!“

Iniesta gesucht

Im Mittelfeld sollte Batista einen seiner drei Sechser opfern. Mit Banega, Cambiasso und Mascherano stehen zu viele ähnliche Spielertypen in der Startformation. Gegen Kolumbien ist damit zu rechnen, dass entweder Cambiasso oder Banega einem offensivstärkeren Spieler weichen muss. Um Messis Offensivdrang zu unterstützen, würde sich der Einsatz von Javier Pastore anbieten. Pastore sollte aufgrund seiner brillanten Technik und Spielauffassung der optimale Partner im Mittelfeld sein. Um den ungeliebten Vergleich zu der vielleicht besten Fußballmannschaft aller Zeiten, dem FC Barcelona, zu ziehen: Messi braucht einen Mitspieler wie Xavi oder Iniesta. Gerade wenn Messi sich fallen lässt und zwei, drei Gegenspieler auf sich zieht, müssen seine Mitspieler diese Freiräume nutzen. Banega überzeugte zwar als Organisator und dem Stopfen der Nahtstellen, aber seine Offensiv-Bewegung ohne Ball ist dürftig. Gegen Bolivien interpretierte er seine Rolle viel zu defensiv und rückte fast nie mit auf, obwohl Cambiasso und Mascherano hinter ihm absicherten. Pastore käme einem Iniesta sicher am nächsten, man kann nur hoffen, dass Batista das ähnlich sieht.

Di Maria für Tevez, Agüero für Lavezzi?

Fraglich sind auch die Einsätze von Tévez und Lavezzi. Beide enttäuschten gegen Bolvien, v. a. Publikumsliebling Tévez scheint mit Superstar Messi einfach nicht zusammenspielen zu können. Vielmehr beengt Carlitos Präsenz den Spielraum der Pulga und drängt ihn somit zu weit aus der Gefahrenzone. Während sich Tévez als Linksaußen (und später auch als Mittelstürmer) zu schlecht bewegte, konnte Rechtsaußen Lavezzi mit seinen Diagonalläufen Schnittstellen in der Abwehr aufreißen. Gerade im ersten Abschnitt kam die Albiceleste dadurch einige Male gefährlich vors Tor. Trotz guter Ansätze konnte Lavezzi aber nicht vollends überzeugen und könnte durch Joker Agüero ersetzt werden.

Ausblick

Das Spitzenspiel der Gruppe A verspricht ein Fußballfest zu werden, da beide Sturmreihen das jeweilige Prunkstück der Mannschaften darstellen. Insgesamt verfügt Kolumbien zwar über weniger individuelle Klasse, dafür aber über mehr Geschlossenheit. Spielen Messi&Co ihre Stärken richtig aus, sind sie von keiner Verteidigung zu stoppen. Allerdings hat sich in der Vergangenheit auch zu oft gezeigt, dass Argentinien in Druckphasen aufgrund ihrer langsamen Innenverteidigung und der zeitweise schlechten Rückwärtsbewegung des gesamten Teams besonders anfällig bei Kontern ist.

„Argentinien ist ein schlafender Riese, der in jedem Moment erwachen könne“ – Kolumbiens Stürmerstar Radamel Falcao

Andreas Geipel

9 Antworten zu “Zweiter Akt in Santa Fe

  1. danke,für die super einstimmung auf das spiel morgen nacht…den wechsel auf pastore im ofensiven mittelfeld würde ich richtig gut finden !!!habe ihn das letzte mal beim ital.pokalfinale gegen inter gesehen da hat er eine gute partie gespielt,sehr kreativ der junge…und über kun.a. brauchen wir nicht reden,das ist für mich kein joker,der muss von anfang an spielen,der ist immer gefährlich,taucht manchmal ein wenig ab,aber ist sofort da wenn’s gefährlich wird….lavezzi hat ja nun in der letzten zeit genug chancen(einsätze)gehabt…und sonst muss ich sagen mit der lösung burdisso und melito in der abwehr bin ich einverstanden,es gibt im moment (leider)keine besseren in arg.erfahrung ist mir im moment lieber als experimente(siehe WM otamendi,clemente rodriguez,guiterezu.s.w.)….für mich ist klar arg.wird gegen kolumbien sehr offensiv zu werke gehen und wir werden auf jeden fall einen sieg feiern (tip 3:1)…….

  2. mein tip…………….2:1 für argentina wird ein enges spiel……aber es kann ja nur besser werden
    das team für mich persönlich sind überflüssig

    1-Juan Pablo Carrizo (River Plate-Argentina)
    2-Ezequiel Garay (Real Madrid-España)
    3-Pablo Zabaleta (Manchester City-Inglaterra)
    4-Nicolás Burdisso (Roma-Italia)
    5-Esteban Cambiasso (Internazionale-Italia)……….ZU ALT zenit ist erreich
    6-Gabriel Milito (Barcelona-España)
    7-Ángel Dí María (Real Madrid-España)
    8-Javier Zanetti (Internazionale-Italia)…………………ZU ALT zenit ist erreich
    9-Gonzalo Higuaín (Real Madrid-España)
    10-Lionel Messi (Barcelona-España)
    11-Carlos Tevez (Manchester City-Inglaterra)
    12-Mariano Andújar (Catania-Italia)
    13-Nicolás Pareja (Spartak Moscú-Rusia)
    14-Javier Mascherano (Barcelona-España)
    15- Lucas Biglia (Anderlecht-Bélgica)
    16- Sergio Agüero (Atlético Madrid-España)
    17- Marcos Rojo (Spartak Moscu-Rusia)
    18- Javier Pastore (Palermo-Italia)
    19- Ever Banega (Valencia-España)
    20- Fernando Gago (Real Madrid-España)………………IST FEHL AM PLATZ
    21- Ezequiel Lavezzi (Napoli-Italia)…………………………..IST FEHL AM PLATZ
    22- Diego Milito (Internazionale-Italia)
    23-Sergio Romero (AZ Alkmaar-Holanda)
    altanative…….Lisandro López (Arsenal),C. Carignano (Atlético Rafaela) und im tor Juan Ignacio Carrera(AAAJ) mehr mut zum risiko …….

  3. André (El Canalla)

    Soweit ich weiß, wird River nicht mit einem Punkteabzug bestraft wie damals Nueva Chicago. Grondona hat gesagt: „Daß die Leute wissen müssen, daß Boca und River die Säulen des argentinischen Fußballs sind“. Ich bin auch der Meinung, daß ein Punktabzug schon ziemlich überzogen wäre, weil man damit auch wieder den gesamten Verein und seine Fans wegen ein paar Rowdys bestraft; und das ist für meinen Begriff einfach viel zu überzogen.

  4. Ein paar Rowsys? Der Verein hat übrigens auch mit dafür Gesorgt, dass ein Teil der Barra den Schiri in der Halbzeit „besucht“ und ihn auch ein kürzeres Leben hinweist, wenn er keinen 11er in der zweiten HZ gibt…

  5. wieso setzt batista higuain nicht ein? tevez und messi sind für mich zu „ähnlich“. higuain wäre daher eine optimale ergänzung.

    können wir die akte river nicht in einem anderen news-block diskutieren?

  6. André (El Canalla)

    @Janni
    Meiner Ansicht nach ist River in beiden Spielen aber vom Schiedsrichter eher benachteiligt als bevorteilt worden, was meiner Auffassung nach darauf zurückzuführen ist, daß der Schiri sich nicht auch nur ansatzweise Vorwürfe einer Manipulation gefallen lassen wollte. Dies gereichte dann meiner Meinung nach für River zum Nachteil, weil der Schiri bei 50:50 Entscheidungen eher gegen River tendiert hat. In der ersten Halbzeit des Rückspiels ist River ja zum Beispiel auch ein klarer Elfmeter verweigert worden und das Spiel wäre sicher anders ausgegangen, wenn der Schiri in dieser zurecht Situation auf den Punkt gezeigt hätte.

  7. Jetzt wo ich mir den Kader der Kolumbianer ansehe, merke ich, dass der Sturm unglaublich stark ist. Falcao, Ramos, Teofilo, Rodallega…findest du nicht mal bei den meisten europäischen Mannschaften.

  8. junge,war das ein krampf !!! gut das im entscheidungsspiel costa rica auf der matte steht,die sind ja nun wirklich schlagbar…heute mal ein kompliment an romero,er hat seinen kasten sauber gehalten und einige chancen vereitelt…wahnsinn burdisso und melito jeweils mit riesen bock in der abwehr,das es da nicht geklingelt hat war glücksache…einen arsch voll guter stürmer auf dem platz und die kugel will nicht ins netz,absoluter wahnsinn !!! weiter gehts argentina,VAMOS !!!

  9. Pingback: Nur 0:0 gegen Kolumbien: Ein Fall für den Psychologen? | Fußball auf Argentinisch

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