Showdown mit Fäusten: Trainer liefern sich skandalöse Auseinandersetzung auf offener Straße

Caruso Lombardi (Trainer von San Lorenzo) und Fabían García (ehemaliger Co-Trainer von San Lorenzo) sind auf offener Strasse und vor laufender Kamera heftigst aneinandergeraten. Das Resultat: Ein blaues Auge und eine strafrechtliche Anzeige – der fútbol argentino kommt nicht zur Ruhe.

Caruso Lombardi verlässt gerade das „Estudio  Fútbol“ von TyC-Sports und betritt die Straße San Juan im Viertel Constitución, als er von einem Anhänger San Lorenzos erkannt und um ein Foto gebeten wird. Der charismatische Caruso präsentiert dabei sein so bekannt verschmitztes Lächeln, wohl sein letztes am gestrigen Montag. Denn nur Momente später liegt “Feuerwehrmann“ Caruso am Boden, niedergestreckt vom ehemaligen Co-Trainer San Lorenzos, Fabían García. Caruso ist benommen, rappelt sich langsam wieder auf, streicht sich einmal durchs Haar und setzt sich wutentbrannt in Bewegung. Gefolgt von einem Polizisten sucht Caruso seinen Kontrahenten auf, beschimpft ihn aufs übelste und scheitert bei dem Versuch seinen eigenen K.O. zu kontern: Seine Linke fliegt saft- und kraftlos am Kopf von García vorbei. Dank der anwesenden Polizisten kommt es zu keiner weiteren körperlichen Konfrontation mehr und beide Streithähne werden schließlich zur Protokollaufnahme ins Polizeirevier gebracht. Dabei erklärt Caruso Lombardi, dass García ihn mit zwei Männern gezielt aufgelauert habe und verletzen wollte – Garcia hingegen bestreitet jegliche Vorwürfe und gab an, lediglich seinen Sohn von der 80m entfernten Schule abholen zu wollen.

Obwohl die Kamerabilder den Ursprung des Tathergangs nicht genau dokumentieren, kann man erkennen, dass Garcia – entgegen seiner Aussage – nicht alleine unterwegs war. Seine Begleiter (nach Carusos Darlegung „Komplizen“) tragen ein gelbes Brasilien-Trikot bzw. eine schwarze Lederjacke. Des Weiteren ist García kein unbeschriebenes Blatt. Der ehemalige Profispieler tötete 2008 einen Einbrecher aus Notwehr. Weitere kleinere Delikte reihen sich um seine Person. Nachdem Caruso Lombardi im Interview mit TyC-Sports offiziell die schlechte physische Verfassung seiner Mannschaft beklagte, und somit den im April entlassenen Co-Trainer direkt kritisierte, brannten bei diesem wohl die Sicherungen durch. Weiterhin vermutet Caruso, dass der „psychisch angeknackste García“ ihm gegenüber einen Groll hegt, da er binnen kurzer Zeit gleich zweimal von Carusos Trainerstab abgelöst wurde (letztes Jahr in Quilmes und nun in San Lorenzo). Der Fall bleibt vorerst ungeklärt, das Verfahren gegen García hingegen ist bereits eingeleitet.

Schuldfrage hin oder her, Caruso Lombardi und Fabían García haben in diesem Possenspiel eine desaströse Figur abgegeben. Ein Vater, der sein Kind von der Schule abholen will und noch schnell auf offener Straße seinen Nachfolger umboxt, erfüllt keineswegs eine Vorbildfunktion. Und auch Caruso Lombardi, schon wegen seines unehrenhaften Wechsels inmitten der heißen Aufstiegsphase seines Ex-Klubs Quilmes scharf kritisiert, reagiert wie ein angetrunkener Raufbold auf der Kirmes. Ein bisschen mehr Souveränität hätte man sich vor laufender Kamera schon gewünscht.

Muchachos, schämt euch! Der fútbol argentino schreibt seinen nächsten Skandal, der zwar einerseits amüsiert, aber im Profifußball nichts zu suchen hat.

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