Racings Starspieler von eigenen Fans mit Waffe bedroht

Es war ein Dienstag wie jeder andere in Buenos Aires Vorstadt Avellaneda, doch für die beiden Offensivspieler Giovanni Moreno und Federico Santander (Racing Club) wurde es nach dem gestrigen Training gar lebensgefährlich.

Racing-Spielmacher Gio Moreno wurde gestern zur Zielscheibe der eigenen Barra Brava. Als Sturmpartner Federico Santander und der Kolumbianer nach dem Training zusammen nach Hause fahren wollten, näherte sich ihnen ein Auto und es stiegen drei Männer aus. Einer davon gab sich als der Chef der Racing-Barra aus und begann sogleich den Kolumbianer für die sportlichen Krise (nur 15 Punkte aus 15 Spielen) verantwortlich zu machen. Als Moreno auf die Fragen der sportlichen Talfahrt antworten will, eskaliert die Situation fast: Der Mann zieht einen Revolver, setzt diesen auf den Oberschenkel Morenos und gab dem Kolumbianer unmissverständlich zu verstehen, das seine Zeit bei Racing abgelaufen sei: „Verpiss dich und bestehle unseren Klub nicht mehr!“
Doch die bedrohliche Situation sollte sich nicht so schnell auflösen. Ganze 40 Minuten mussten sich die beiden Spieler von den Barras bedrohen und beleidigen lassen, bis sie diese endlich und unverletzt gehen ließen.

Moreno vor dem Abflug, Santander am liebsten auch
Santander und Moreno kamen mit dem Schrecken davon. Zwar erschienen sie zum heutigen Training, doch beide fühlen sich nicht mehr wohl bzw. haben große Angst. So gestand Santander in einem Interview mit Fox-Sports, dass er am liebsten sofort mit seiner Frau in sein Heimatland Paraguay zurückkehren möchte, währenddessen Morenos Berater, Agustín Jiménez, erklärte, dass Moreno nicht bei Racing bleiben werde und aller Voraussicht nach ins Ausland (Club Olimpia gilt als heißer Kandidat) wechseln wird.
Wie schlimm die Aktion insgesamt auf die beiden Spieler gewirkt haben muss, lässt sich anhand der Aussagen Santanders verstehen:

„Das Schlimmste war, dass der Typ wusste wo Gio wohnt, mit welchen Leuten er sich trifft und die Drohung ihm jederzeit die Karriere beenden zu können.“

Die Barra Brava schreibt die nächste schwarze Episode in einer der korruptesten und gewalttätigsten Ligen überhaupt. Dass Spieler von der eigenen Barra bedroht oder erpresst werden, daran hat man sich in Argentinien fast schon gewöhnt. Doch ausgerechnet einem Giovanno Moreno, Publikumsliebling und spielerischer Glanzpunkt der Academia, mit einer auf ihn gerichteten Schusswaffe das Karriereende anzudrohen, bricht in neue Dimensionen vor. Doch wie kam es dazu? Die Gerüchteküche brodelt bereits. Moreno hat am Sonntag nach der 0-2 Heimniederlage gegen Boca Juniors mit Matchwinner Lucas Viatri das Trikot getauscht. Hat diese Aktion das Fass zum überlaufen gebracht? Andere Stimmen behaupten, dass der neue Trainer Luis Zubeldía nicht mehr mit Moreno plane und lieber Rohdiamant Luis Fariña (21) an dessen Stelle spielen lassen möchte. Will man seinen teuersten Spieler nun schnell vom Hof jagen? Wie dem auch sei, Giovanni Moreno ist derzeit der Sündenbock einer ganz schwachen Clausura. Man kann nur hoffen, dass dieses fußballverrückte Land sein hausgemachtes Barra-Problem endlich in den Griff bekommt. Selbst die Fans vom großen Rivalen Indep´te stehen solidarisch hinter dem kolumbianischen Spielmacher. Denn auch bei den Roten aus Avellaneda kracht es aktuell an allen Enden. Präsident Cantero hat der Barra schon vor Wochen den Kampf angesagt, worauf diese eine Schule hochjagen wollten. Wir berichteten darüber. Gestern trat Vize-Präsident Claudio Keblaitis nach Morddrohungen zurück. Die Situation bei beiden Avellaneda-Klubs ist hochexplosiv und einigen der Akteure scheinen die Finger zu jucken – Fortsetzung folgt, garantiert.

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