Pepe und die 2000

José Santos Romero, genannt Pepe, trat am gestrigen Mittwoch seinen 2000. Arbeitstag als Trainingsleiter der All Boys an – Rekord im schnelllebigen fútbol argentino. Schon als Aktiver kickte Pepe Romero für die Schwarz-Weißen aus dem Viertel Floresta und führte diese erstmals in Argentiniens höchste Spielklasse, musste aber kurz darauf seine Spieler-Karriere mit nur 26 Jahren verletzungsbedingt beenden. Knapp vierzig Jahre später kehrte el Albo in die Primera División zurück, mit Pepe Romero an der Seitenlinie. argifutbol blickt auf die Karriere der All-Boys Legende zurück.

Ein Mann, ein barrio, eine Geschichte

Pepe Romero und der kleine Stadtteil aus dem Westen der Hauptstadt gehören unzertrennlich zueinander. Und noch mehr, Pepe ist lebende Legende in Floresta! Sein Wohnzimmer: Estadio Islas Malvinas.

Die Erfolgsgeschichte beginnt am 9. März 1968. Mit gerade einmal 16 Jahren gibt der Linksfuß sein Debüt in der ersten Mannschaft der All Boys, die damals in der zweiten Liga spielte. Dank seiner guten Ballkontrolle und Torgefahr zählte Pepe schon bald zum festen Bestandteil der Stammelf und avancierte in den Folgejahren als Lenker der Offensive zum herausragenden Akteur seiner Farben. In der Saison 1972 erzielte Romero elf Saisontore und verhalf dem Klub zum ersten Titel, Campeón de Primera B (Zweitligameister). Doch viel wichtiger war, el Albo stieg damit erstmals in die erste Liga auf – für Romero erfüllte sich ein Kindheitstraum. Im Oberhaus angekommen, drehte Romero ordentlich auf: 10 Tore in 24 Saisonspielen. Ein beeindruckender Wert für einen linken Mittelfeldspieler!

Natürlich weckten seine Leistungen die Begehrlichkeiten der großen Klubs. San Lorenzo, Lokalrivale Vélez Sarsfield und das spanische Malaga wollten den 10er aus Floresta unbedingt haben. Doch nach einem unglücklichen Zweikampf im Spiel gegen Estudiantes erlitt Romero einen schweren Bandscheibenvorfall. Eine anschließend falsch injizierte Spritze verschlimmerte die Verletzung und setzte Romero schließlich ein Jahr außer Gefecht.

“Estaba todo bárbaro, me sentía cada vez mejor jugando, pero esa inyección de mierda me cagó la vida – Es lief alles wunderbar und ich spielte von Spiel zu Spiel besser, aber diese verdammte Injektion hat mein ganzes Leben vermasselt!“ Pepe Romero

Zwar versuchte Romero noch einmal Fuß zu fassen, doch er sollte sich nie wieder vollends erholen und beendete letztendlich im Alter von 26 Jahren seine aktive Spielerlaufbahn (131 Spiele, 34 Tore).

Rückkehr als Trainer

Im April 2007 versank el Albo nach schlechten Leistungen in den Niederungen der Primera B, der dritten Liga, und Romero löste den glücklosen Néstor Ferraresi ab. Unter Romero stabilisierte sich die Mannschaft und stieg in der Folgesaison in die Nacional B auf. Zwei Jahre später beendete man die Spielzeit auf dem dritten Rang und qualifizierte sich somit für die Relegation. Dort wartete der viermalige argentinische Meister Rosario Central auf den Außenseiter und nach einem 1-1 Remis zuhause, schossen Romeros Schützlinge in einem denkwürdigen Finalrückspiel die Traditionsmannschaft aus Rosario mit 3-0 ins Tal der Tränen.

Seither spielen die All Boys erstklassig und konnten sich sogar von Jahr zu Jahr weiter steigern. In der abgelaufenen Clausura mischte man – obwohl akut abstiegsgefährdet –  lange im Meisterrennen mit und wurde schließlich Fünfter, punktgleich mit Boca Juniors und Nachbar Vélez Sarsfield. Aktuell steht man auf dem 16. Rang, Romero hat nach den Abgängen der Routiniers Eduardo Domínguez (33) und Martín Zapata (30) seinen Defensivverbund noch nicht gefunden. Bei nun schon 12 Gegentoren hat man fast so viele kassiert, wie in der kompletten Clausura 2012 (13 Gegentore – Ligatopwert). Dafür hat Neuzugang Ivan Borghello richtig eingeschlagen. Der Mittelstürmer hat schon fünf Tore erzielt und bildet mit Mauro Matos ein starkes Angriffsduo.

„Pepe wird das schon richten“, weiß man im barrio, „er ist mit seiner Truppe noch lange nicht am Ende“. Und man darf ja auch manchmal träumen: Zum 100. Geburtstag im kommenden März (15.03. 1913 gegründet) will die Mannschaft nicht mehr um den Abstieg spielen, sondern weiter oben mitmischen, um den nächsten Meilenstein zu setzen: El Albo im internationalen Geschäft! Und wenn es noch mal 2000 Tage dauert.

Eine Antwort zu “Pepe und die 2000

  1. http://de.fifa.com/worldcup/preliminaries/news/newsid=1711021/index.html
    nach den letzten leistungen bei man city auch nicht verwunderlich…..vieleicht wirds ja irgendwann mal wieder was mit carlitos in der seleccion…..

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