Heraus aus der Krise: Indep´te und River siegen

Satte 33 mal ertönte das unverwechselbare GOOOOOOOOL durch die Stadien des Torneo Inicial. Gleich acht Treffer fielen dabei in Rafaela beim Schlagabtausch mit den Argentinos Juniors, sechs weitere sahen die Zuschauer beim Spiel von Vélez gegen Colón. Auch in Sarandí wurde gejubelt, allerdings nur im Gästeblock. Gegen das zuletzt glücklose River setzte es zuhause ein blamables 0-4 –  der Meister ist derzeit außer Rand und Band. Nur eine Zughaltestelle weiter schlug sich Abstiegskandidat San Lorenzo im Cilindro zu Racing selbst: nach einem Handelfmeter, zwei Eigentoren und zwei Platzverweisen hatte man letztlich Glück, nicht komplett abgeschossen worden zu sein. Und auch die Roten Teufel durften endlich ihren ersten Dreier einfahren und konnten dadurch den letzten Platz im Abstiegsklassement verlassen. Das Abstiegsgespenst bleibt aber dennoch treuer Begleiter der ruhmreichen Traditionsmannschaft.

Durchschnaufen für Almeyda

Nach zuletzt unglücklichen Auftritten, drei Punkte aus den letzten fünf Spielen, triumphierten die Millonarios mit 4-0 beim Meister Arsenal de Sarandí. Dabei profitierte der 33-malige argentinische Meister von einer erneut unterirdischen Leistung der Gastgeber. River dominierte gegen ein uninspiriertes Arsenal nach Belieben: 15-3 Torschüsse und 20-7 Fouls sprechen eine deutliche Sprache. River wollte den Sieg und gewann hochverdient. Leonardo Ponzio (42.) und der letztjährige Torschützenkönig Carlos Luna (70.), der für den verletzten Trezeguet in der Startelf stand, trafen erstmals im Dress von River Plate. Nach Carlos Carboneros Platzverweis (76.) schlug Funes Mori noch zweimal zu. Damit ist Funes Mori (21) mit fünf Saisontoren der treffsicherste Torschütze von River Plate (dahinter Lanzini mit zwei Toren). Bei Meister Arsenal ist nach der Niederlagenserie, 0 Punkte und 1-12 Tore aus den letzten vier Spielen, ganz dicke Luft.

Farías sorgt für Erleichterung bei Indep´te

Im Abstiegsduell der beiden punktschlechtesten Mannschaften der Drei-Jahres-Durchschnittstabelle setzte sich Indep´te nicht unverdient mit 2-1 in Santa Fe gegen Unión durch. Zum Matchwinner avancierte Doppeltorschütze Ernesto Tecla Farías (32). Der Torschützenkönig von 2003 (damals Estudiantes) erzielte seine Saisontore drei und vier und hat nun insgesamt 12 Tore in 28 Spielen für die Roten aus Avellaneda geschossen.

San Lorenzo schlägt sich selbst – Caruso vor dem Aus

Handelfmeter, Eigentore, Stellungsfehler, Platzverweise – el Ciclon ließ am Wochenende bei Racing kein Fettnäpfchen aus. Gerade die beiden ehemaligen Argentinos Juniors Verteidiger Gonzalo Prosperi (27) und Santiago Gentiletti (27) waren von allen guten Geistern verlassen und wollten wohl mit ihren ehemaligen Teamkollegen um die haarsträubendste Abwehrleistung wetteifern (3-5 in Rafaela, siehe unten). Prosperi verursachte erst einen unnötigen Handelfmeter, den Racings Tormann Saja (33) souverän zur Führung verwandelte, später besorgte er den 0-4 Endstand selbst durch ein Eigentor. Davor hatte auch schon sein Nebenmann Gentiletti ein Eigentor zum zwischenzeitlichen 0-2 fabriziert, beim 0-3 sahen er und insbesondere Rechtsverteidiger Masuero ganz schlecht aus, was Racings Stürmer Campora (32) zum ersten Saisontreffer nutzte. Beide Verteidiger flogen kurz darauf nach üblen Frustfouls vorzeitig vom Platz – eine erbärmliche Vorstellung.

Während Racing den Punkteabstand auf Boca und Vélez egalisieren und auf Tabellenführer Newell´s Old Boys verkürzen konnte, bekommt San Lorenzo Trainer Ricardo Caruso mächtig Gegenwind. Neun Punkte aus neun Spielen, nur sechs erzielte Treffer – Abstiegskampf. Und dabei hat man doch so viel Geld in neue Spieler investiert. Des Trainers Schuld? Nach einer Umfrage der Fußballzeitung Olé sehen die Hälfte der Befragten die Mannschaft als Hauptschuldigen der Krise an. Trotzdem wackelt Carusos Stuhl gewaltig und bis zur nächsten Partie gegen den derzeit indisponierten Meister Arsenal muss der Feuerwehrmann der Liga erstmal die Flächenbrände in eigenem Lager löschen und anschließend schleunigst anfangen zu punkten.

Schützenfest dank Carignano und Fontanini

Tollhaus Estadio Nuevo Monumental! Acht Tore fielen beim munteren Schlagabtausch zwischen Atlético de Rafaela und den Gästen aus dem Paternal. 1-0, 1-1, 2-1, 2-2. 2-3, 3-3, 4-3 und letztlich 5-3. César Carignano (30) schnürte einen Hattrick für die Gastgeber und Abwehrchef Fabricio Fontanini (22) traf doppelt. Noch nie zuvor konnte la Crema fünf Tore in einem Primera División Spiel erzielen. Nach schwachem Saisonstart spielt die Mannschaft aus der Milchprovinz ganz stark auf. Aus den letzten vier Spielen holte man zehn Punkte.

Los Sabaleros stürmen Liniers

Vélez Sarsfield ist im heimischen José Amalfitani eine Macht. Vor zwei Jahren demütigte man Colón dort mit 6-0, der letzte Sieg der Santafesinos lag schon vier Jahre zurück (damals ein 0-3 Auswärtssieg). Dazwischen waren das relativ klare Angelegenheiten: viermal siegte el Fortín, dreimal endete es unentschieden, bei insgesamt 16-5 Toren. Doch dieses Mal machte ein gewisser Emanuel Gigliotti (25, Neuzugang aus San Lorenzo) einen Strich durch die Rechnung. Der Mittelstürmer traf per Doppelschlag zur frühen Führung, Achucarro erhöhte nach gut einer halben Stunde zum 3-0. Die Hausherren verkürzten durch Cabral und Pratto, doch Curuchet machte kurz vor Ende den Deckel drauf und besiegelte damit die zweite Saisonniederlage für Garecas Truppe.

Schiavi im Mittelpunkt – Fans fordern Riquelme

Boca Juniors empfing zum Abschluss des neunten Spieltags den Außenseiter San Martín SJ in der Pralinenschachtel und hatte die große Chance mit Tabellenführer NOB gleichzuziehen. Doch trotz einstündiger numerischer Überzahl, reichte es am Ende nur zu einem schwachen Remis. Im Mittelpunkt des überschaubaren Spielgeschehens stand Routinier Rolando Schiavi (39). Der Abwehrchef verursachte erst einen Foulelfmeter (0-1 durch Bogado), verschoss dann kurz darauf einen Handelfmeter – dabei schickte Referee Pezzotta San Martíns Caprari mit rot vom Platz – um dann kurz vor der Halbzeit per Distanzschuss zum Ausgleich zu treffen. In der zweiten Hälfte passierte dann nicht mehr viel. Die Gäste verteidigten tief und Boca hatte keinerlei Ideen. Gegen Ende der Partie meldete sich dann das Xeneizes-Publikum lautstark zu Wort und forderte ihren Liebling zurück: Riqueeelme , Riqueeeelme hallte es durch das Rund! Trainer Falcioni, für viele der Hauptgrund für Riquelmes Rücktritt, wurde zeitweise ausgepfiffen. Auch für Falcioni gilt: Ruhe bewahren und Punkte einfahren.

Die aktuelle Tabelle:

Neun von 19 Spieltagen sind bereits absolviert. Ab diesem Jahr gibt es mal wieder eine Neuerung im Ligamodus: Der Hinrundenmeister spielt am Saisonende gegen den Rückrundenmeister ein Meisterschaftsendspiel auf neutralem Platz aus.

2 Antworten zu “Heraus aus der Krise: Indep´te und River siegen

  1. http://www.spiegel.de/sport/fussball/fussball-superclasico-faellt-wegen-mangelnder-beleuchtung-aus-a-859386.html
    Albiceleste auf platz 4 der fifa weltrangliste…..wurde aber auch mal zeit das da mal was passiert…….

  2. Pingback: Maxi Rodriguez Blitztor entscheidet das Spitzenspiel | Argentinischer Fußball auf Deutsch

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