Zwei Hühner sorgen für verspäteten Anpfiff

Beim gestrigen Ligaspiel des Quilmes Atlético Club gegen River Plate erlaubten sich die heimischen Fans des Cervecero einen bizarren Streich. Noch bevor die Partie angepfiffen wurde, flogen zwei in Gästetrikots bekleidete Hühner vom Fanblock auf das Spielfeld. Ein besonderer Willkommensgruß für die Riverfans, die landesweit abschätzig als Gallinas, Hühner, bezeichnet werden. Die Hühner konnten nach einer kurzen Verfolgungsjagd eingefangen werden und die Partie wurde erst eine Viertelstunde später als geplant freigegeben, argentinische Lässigkeit eben.

River mit Rückenwind, Quilmes mit Verletzungssorgen

Bei den Gästen fehlte Superstar David Trezeguet verletzungsbedingt. Jedoch verfügt River Plate über die stärkste Offensivreihe der Liga, sodass der letztjährige Torschützenkönig Carlos Luna zu seinem zweiten Startelfeinsatz kam. Außerdem trat man mit breiter Brust an. Die letzten beiden Spiele gegen Arsenal (4:0) und Godoy Cruz (5-0) verwandelte man in ein Spektakel.

Die Cerveceros durchschreiten aktuell schwierige Zeiten. Nach gutem Saisonstart konnte man seit sieben Spielen nicht mehr gewinnen, den letzten Sieg gab es am 3. Spieltag (2-1 San Martín). Nun kommt auch noch Verletzungspech dazu. Gegen River mussten gleich fünf Stammspieler ersetzt werden. Insbesondere die Ausfälle der Schlüsselspieler Pablo Garnier (Kreuzbandriss) und Miguel Caneo wiegen schwer. Letzterer saß jedoch trotz anhaltender Sehnenprobleme auf der Bank.

Ausgelassene Stimmung im Centenario zu Quilmes. Foto: Indios Quilmes

Cauteruccio bestraft Querschläger

Der erste Spielabschnitt war von vielen Zweikämpfen geprägt, insbesondere Carli und Luna lieferten sich packende Duelle. Spielerische Feinheiten gab es nicht zu sehen und so resultierte die erste Torchance nach einem Abwehrfehler von Quilmes Lema, aber Luna fand seinen Meister in Tripodi. Die Gäste hatten zwar mehr Ballbesitz, Quilmes gewann dafür die wichtigen Zweikämpfe und hatte auch die besseren Tormöglichkeiten. Die größte vereitelte der glänzend reagierende Barovero gegen Martín Cauteruccio.

Quilmes agierte auch im zweiten Abschnitt sehr konzentriert, presste gut gegen Ball und Gegner und profitierte nach Bottinellis haarsträubenden Querschläger von Cauteruccios Abschlussstärke (60.). Es war der sechste Saisontreffer des Uruguayo, der nun zusammen mit Ignacio Scocco (Newell´s) und Ivan Borghello (All Boys) die Torjägerliste anführt.

Almeyda riskiert – Caneo verletzt sich schwer

Mit der Einwechslung von Funes Mori für Cirigliano stellte Almeyda von 4-4-2 auf ein 4-3-3 um und riskierte fortan mehr, war dadurch aber auch anfälliger für Konter. Einen solchen leitete Chisito Mansilla ein, als er den eingewechselten Telechea steil schickte, der jedoch im Duell mit Rivers Schlussmann Barovero vom selbigen zu Fall gebracht wurde. Elfmeter und womöglich Rot wegen Notbremse wäre die korrekte Entscheidung gewesen, stattdessen ließ Schiedsrichter Silvio Trucco unter lauten Protesten von den Rängen weiterspielen.

„Es terrible por lo que significa Miguel, lo deja fuera de las canchas por un tiempo largo“, kommentierte Sturmpartner Diz. Foto: La Pagina del Cervecero

Zehn Minuten vor Spielende musste der kurz zuvor eingewechselte Publikumsliebling Caneo verletzungsbedingt wieder ausgewechselt werden. Die bittere Diagnose: Achillessehnenruptur. Bei gutem Heilungsverlauf könnte Quilmes 10er die Schlussphase der Rückrunde bestreiten. In den letzten Spielminuten drängte River noch einmal auf den Ausgleich. Der vom AC Florenz umworbene Funes Mori und Neuzugang Rodrigo Mora machten ordentlich Alarm, doch Sánchez (84.) und Bottinelli (90.) vergaben aus aussichtsreichen Positionen.

Quilmes gewinnt dank einer engagierten Leistung unterm Strich verdient und verschafft sich etwas Luft im Abstiegskampf. Doch der sportliche Erfolg steht deutlich im Schatten der schwerwiegenden Verletzungen von Garnier und Caneo. Es ist davon auszugehen, dass ein oder zwei Mittelfeldspieler noch kommen, um die Ausfälle zu kompensieren. Als möglicher Garnier Ersatz ist bereits Racings Martín Pérez Guedes (21) im Gespräch.

3 Antworten zu “Zwei Hühner sorgen für verspäteten Anpfiff

  1. Hallo Jungs,
    finde euren Blog super, weiter so.
    Schade, dass ihr diese Runde keine Zusammenfassung vom Spitzenspiel Racing – NOB gebracht habt, jetzt wo mein Lieblingsklub Racing wieder einmal vorne mitspielt,🙂.

  2. @sivori: gracias viejo!! Racing wird schon sehr bald wieder Thema sein!
    Übrigens habe ich gerade gesehn, dass man bei twitter ein von Vietto getragenes Trikot gewinnen kann. Du musst den Racing-Tweet nur retweeten.

    Check mal: https://www.facebook.com/photo.php?pid=13481837&l=5cb5aa766c&id=222764644244

    Viel Glück dabei!

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