Gemischte Gefühle in der Copa Sud

Ein breites Spektrum von Emotionen wurde dem geneigten Beobachter der drei Auftritte der verbliebenen argentinischen Klubs in den Rückspielen des Achtelfinales der Copa Sudamericana angeboten. Hoffnung, Aggression, Wut, Verzweiflung, Euphorie, Ekstase, Erleichterung, Freude… alles war dabei.

Für einige Fans von Colon endete der Ausflug nach Paraguay in Gewahrsam.

Die Sabaleros aus Santa Fe versuchten im La Olla zu Asunción die Scharte des verlorenen Heimspiel gegen  Cerro Porteño auszuwetzen und hofften sich vielleicht doch noch in die Runde der letzten Acht einzuziehen. Alles verlief auch nach Plan – Colon ging bereits nach einer Minute durch einen Treffer von Emanuel Gigliotti in Führung. In der Folge ließ der Gastgeber aber seine Klasse, vor allem in der Offensive, das ein oder andere Mal aufblitzen und erzielte zwei Tore. Die Tore des Argentiniers Roberto Nanni und des einstigen Spielers des FC Bayern, Julio dos Santos, bedeuteten das Aus für die Santafesinos. Letzterer ist im Übrigen in bestechender Form und bester Scorer des laufenden Wettbewerbs.

Im Verlauf der zweiten Halbzeit und im Anschluss an das Spiel fielen einige der 600 mitgereisten Anhänger der Rot-Schwarzen negativ auf. Während des Spiel leisteten sie sich Auseinandersetzungen mit den keineswegs friedfertigen Fans der Heimmannschaft und der Polizei, nach dem Spiel gingen die Provokationen und Gewalttätigkeiten dann in eine weitere Runde. Die Partie musste zwischendurch für fast zwanzig Minuten unterbrochen werden. Torhüter Diego Pozo und Maxi Caire bekamen die rote Karte, weil sie die Maßnahmen der Deeskalation seitens der Polizei torpedierten und auf diese einschlugen(!).  Im Moment versuchen die Verantwortlichen des Clubs die Wogen zu glätten und bieten den Geschädigten des Exzesses finanzielle Entschädigung an. Da diese bislang nicht reichte um die Kosten zu decken, bleiben einige der Randalierer einstweilen inhaftiert.

Sowohl im Hin als auch im Rückspiel besiegte indes Independiente seinen Gegner Liverpool aus Montevideo mit 2:1 und zieht damit ins Viertelfinale ein. Dort wartet nun die Universidad Católica aus Chile. Es hätte schlimmer kommen können…

In einem Duell überwiegend auf Augenhöhe gewinnen abermals die etwas torgefährlicheren und zielstrebigeren Argentinier – wieder einmal aber ohne großartig zu überzeugen.  Sie gerieten nach dem Führungstor von Carlos Núñez am Ende der ersten Hälfte nochmal unter Druck, erwischten aber einen optimalen Start in den zweiten Spielabschnitt. Kurz nach Wiederanpfiff besorgte Federico Mancuello den Ausgleich, dennoch mussten die Fans der Roten bis zur Schlussminute um das Weiterkommen ihrer Mannen zittern ehe Roberto Battion den Bann brechen und das entscheidende 2:1 erzielen konnte.

Ein echtes Highlight aus argentinischer Sicht wurde uns dann in Victoria geboten.  Der dort heimische Club Atlético Tigre ging mit dem Handicap eines 0:2 gegen Deportivo Quito in der Höhe der ecuadorianischen Hauptstadt in das Rückspiel.  Mit Néstor Gorosito stand ein neuer Trainer bei den Argentiniern an der Seitenlinie. Nach dem eher enttäuschenden Saisonstart hatte er das Ruder am Anfang der Woche vom scheidenden Rodolfo Arruabarrena übernommen. Nun sah er also zu, wie sein Team bereits nach zehn Minuten durch den Routinier Ezequiel Maggiolo in Führung ging. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit kam man zwar zu weiteren Chancen,  Deportivo hielt aber lange Zeit sehr gut mit. So auch über weite Teile der zweiten Hälfte. Im Spiel zehn gegen neun suchten die Hausherren dann ihre Chance und konnten sie nutzen. Dem Platzverweis ihres Außenbahnspieler Ramiro Leone (67.) folgten jene für die Akteure der Gäste Jefferson Hurtado (Ex-Argentinos Jrs., 70.) und Michael Castro (75.). Letzterer bekam seine zweite gelbe Karte für ein Foul gegen Mariano Echeverría  im Strafraum. Den fälligen Freistoß verwandelte Gastón Díaz zum 2:0 und zum Ausgleich in der Serie. Mit diesem waren die Quiteños dann völlig von der Rolle, fingen sich wenige Minuten vor dem Ende das dritte Tor. Den Schlusspunkt setzte dann Rubén Botta mit einem echten Traumtor. Von Matías Pérez García bediente fummelte er sich in den Strafraum und ließ Keeper Bone mit seinem Rechtsschuss keine Chance zur Abwehr.

In der nächsten Runde bekommt es der in der Liga vom Abstieg bedrohte Klub nun seinerseits mit Cerro Porteño zu tun. Weder die Fans von Independiente noch die des CA Tigre werden dem jeweils anderen Klub spätestens von nun an keine weitere Erfolge in diesem Wettbewerb gönnen. Schließlich wird der argentinische Teilnehmer, der am weitesten kommt mit einem Startplatz bei der nächsten Auflage der Copa Libertadores belohnt. Im letzten Jahr wurde Arsenal de Sarandí diese Ehre zuteil.

Eine Antwort zu “Gemischte Gefühle in der Copa Sud

  1. Independiente muss es ja nicht sein (Racing parasiempre!!!), wobei ich ihnen mehr als Tigre zu traue,😦

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