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Valencias Gago vor Unterschrift in Vélez

Der argentinische Nationalspieler Fernando Gago (26) kehrt nach sechs Jahren in die argentinsiche Hauptstadt zurück und steht kurz vor einem Engagement beim aktuellen Meister Vélez Sarsfield. Argentinische Medien berichten übereinstimmend, dass der in Valencia ausgemusterte Gago bereits auf dem Weg nach Buenos Aires ist, um die letzten Details mit dem Klub aus Liniers zu klären. Gago soll vorerst für sechs Monate ausgeliehen werden, die kolportierte Kaufoption über 3,5 Millionen Euro ist dagegen nicht Gegenstand des Vertrags. Für Boca Juniors ist dieser Transfer ein Schlag ins Gesicht, denn nur zu gerne hätte man seinen ehemaligen Zögling wieder im Hafenviertel spielen sehen. Der bekennende Boca-Fan wird nun aber blau-weiss anstelle von blau-gelb tragen. Ein spektakulärer Transfer für Vélez, den sie letztlich der berühmten Tennisspielerin Gisela Dulko zu verdanken haben. Weiterlesen

Caruso Lombardi übernimmt San Lorenzo

Der abstiegsgefährdete Traditionsverein San Lorenzo de Almagro hat mit Ricardo Caruso Lombardi einen neuen Trainer verpflichtet. Mit „El Bombero“ Lombardi, dem Feuerwehrmann, ziehen die Klubbosse den nächsten Joker im Kampf gegen den Abstieg, der charismatische Trainer ist ein Spezialist für schwierige Situationen.

Lombardi folgt auf Madelón

Die Gerüchte eines Engagements Lombardis bei San Lorenzo hielten sich in den letzten Wochen hartnäckig. In Quilmes hoffte man bis zuletzt seinen starken Mann an der Seitenlinie halten zu können, doch der (monetäre) Ruf der Blau-Roten aus Almagro war letztlich stärker. Heute wird Caruso Lombardi beim elfmaligen argentinischen Meister vorgestellt, er tritt die Nachfolge von Leonardo Madelón an.

Von links: Enzo Kalinski, Gaston Corvalan, Pablo Garnier und Caruso Lombardi. Foto: Shooresh Fezoni

Wie schon vor gut einem Jahr folgt Lombardi auf Madelón. Damals wurde Madelón nach einem total verkorksten Ligastart beim akut abstiegsgefährdeten Quilmes Atlético Club entlassen. Lombardi übernahm und schaffte es binnen kurzer Zeit, einer total verunsicherten und spielerisch toten Mannschaft neues Leben einzuhauchen und startete eine respektable Aufholjagd. Erst nach dem letzten Saisonspiel stand der Abstieg fest, nach großartigen 90 Minuten verloren die Cerveceros mit 1-2 gegen Abstiegskonkurrent Olimpo, die mit jenem Dreier selbst die Klasse hielten und damit den späteren Absteiger River Plate in die Relegation schickte. Olimpos damaliger Trainer Omar De Felippe steht nun seinerseits vor einem Engagement in Quilmes – der Kreis schließt sich.

Hasstiraden und ein mögliches Wiedersehen

Noch am Wochenende feierten die Cerveceros unter Lombardis Regie einen deutlichen 4-1 Heimsieg. Seit 13 Spielen (27-6 Tore) ist die Mannschaft ungeschlagen, die letzte Niederlage setzte es am 12. November gegen Defensa (1-2). In der Tabelle steht man aktuell hinter Instituto und River Plate auf einem guten dritten Rang, der zur Relegation gegen den Drittletzten der Primera División berechtigt. Trotz der guten Ausgangslage entschied sich Lombardi elf Spieltage vor Saisonende für diesen kurzfristigen Wechsel, eine Entscheidung, die in Quilmes für Empörung sorgte und auch neutrale Beobachter vom moralischen Standpunkt her mindestens bedenklich stimmt.

„Caruso, porque te fuiste?“ fragen sich die enttäuschten Anhänger des Cervecero, während auf den Fanseiten Emotionen und Frust hochkochen und Hasstiraden gegen den ehemaligen Liebling die Runde machen: Hurensohn, Verräter, Schwätzer und Geldgeier sind dabei noch die harmlosesten Beleidigungen. Doch eines steht fest. In Quilmes hoffen sie allesamt auf ein Wiedersehen mit Caruso Lombardi und seinem neuen Klub in den Relegationsspielen am Saisonende und selbst in San Lorenzo würde man nur sehr schweren Ganges mit dieser Hypothek in ein Abstiegsendspiel gehen wollen.

Über alte Weggefährten

Mit Tigre, All Boys und Racing stehen drei ehemals von Lombardi betreute Mannschaften mit im Tabellenkeller. 2009 rettete Lombardi Racing vor dem Abstieg, musste aber in der Folgesaison nach einer Niederlagenserie gehen, kurz darauf verhinderte er einen Absturz Tigres in die unbequeme Nacional B.

Die Tabelle des sogenannten Descenso (Abstieg) berechnet sich über den Punktdurchschnitt der letzten drei Spielzeiten. Die beiden letzten Mannschaften steigen direkt ab, der 17. und 18. spielt die Relegation gegen den 3. bzw. 4.Platzierten der Nacional B. (Quelle: Olé)

Nun soll der Feuerwehrmann Lombardi die vielen Problembrände bei San Lorenzo löschen. Los azulgrana hatte bisher lediglich zwei der acht Saisonspiele gewinnen können, zu wenig um im Kampf gegen den Abstieg gerüstet zu sein. Auch weil Konkurrent Tigre eine bisher ausgezeichnete Clausura spielt und schon bald an San Lorenzo vorbeiziehen könnte. Nach den enttäuschenden Resultaten der letzten Monate kam es zudem immer häufiger zu Streitigkeiten innerhalb und außerhalb der Mannschaft. Torwart Migliore und Abwehrchef Bottinelli sind seit längerem zerstritten und wechseln kein Wort miteinander, Bottinelli selbst wurde fast von der eigenen Barra Brava vertrieben und erst kürzlich boxte sich Sturmführer Carlos Bueno nach Spielschluss mit einem gegnerischen Fan – es wartet viel Arbeit auf San Caruso. Trotzdem hat der Trainerwechsel bereits jetzt schon einen positiven Effekt auf die Mannschaft. Denn mit Nestor Ortigoza, Enzo Kalinski und Bernardo Romeo stehen drei ehemalige Schützlinge von Lombardi im Kader, die allesamt sehr angetan von der Verpflichtung des neuen Trainingsleiter sind. Dies gilt insbesondere für Ortigoza (damals Argentinos Juniors) und Kalinski (Quilmes), die unter Lombardi zu Führungsspielern aufstiegen.

Am kommenden Montag gastiert San Lorenzo in Avellaneda bei Racing Club – ein Topspiel zweier argentinischer Schwergewichte und ein besonderes Debüt für Caruso Lombardi. Bei seiner Rückkehr in den Cilindro zu Racing wird Lombardi sicherlich die richtigen Worte finden: „pone mas huevo – mehr Eier zeigen“ und damit meint er sicherlich keine Ostereier.

Dokumentarfilm „Los Cerveceros de Quilmes“ beim 11mm Fußballfilmfestival

Am kommenden Montag, den 12. März um 22h, feiert der Dokumentarfilm „Los Cerveceros de Quilmes – Die Bierbrauer aus Quilmes“ Weltpremiere beim 9. internationalen Fußballfilmfestival von 11mm. Wer also sowieso in Berlin ist, hat die Chance den Film im Babylon-Kino (Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin) zu erleben und die Macher des Films kennenzulernen.

Die Eintrittskarten kann man online über http://www.11-mm.de/allefilme2012.php?catid=394&blogid=73 kaufen.

Der 4. Spieltag der Clausura

Am vierten Spieltag war es dann soweit: Das Märchen aus Bahia Blanca fand sein Ende, die Überraschungsmannschaft wurde von der Spitze gestürzt. Dafür durfte in Liniers endlich wieder gejubelt werden, das ganze auf Kosten der Blaugoldenen aus dem so bekannten Hafenviertel von Buenos Aires. Viel schlimmer ist jedoch die Lage bei den Bierbrauern aus Quilmes, die eine unglaubliche und historische Niederlage einstecken mussten. Weiterlesen