Empate justo!

In einem unterhaltsamen Superclasico trennten sich die Boca Juniors und River Plate 1:1 unentschieden. Goleador Martin Palermo brachte die Xeneize zunächst mit 1:0 in Führung (58.) bevor River-Legende Marcelo Gallardo zehn Minuten später per Freistoß für den Ausgleich sorgte.

Die Bombonera kochte, als um fünf vor drei Ortszeit die blau-gelben rund um Kapitän Martin Palermo in die ausverkaufte Arena einliefen. Fahnen, Regenschirme, Luftballons, Konfetti und alles was man sonst noch aus Papier machen kann bereitete der Xeneize einen würdigen Empfang, und auch die Bengalos in Farben des Heimteams  fehlten nicht. Wenig später dann die Inversion der Gefühle für den Auftritt der Millonarios und der Auftritt der 4.400 River-Fans, die ein Ticket für die Bombonera ergattern konnten. Die Erwartungen auf beiden Seiten waren groß: River brauchte einen Sieg um nicht endgültig den Anschluss an die Spitzengruppe zu verlieren und Boca wollte mit dem dritten Derbyerfolg in Folge die schwache Saison im Campeonato Local vergessen machen und Schwung für die Copa Libertadores aufnehmen. Verzichten musste Trainer Carlos Ischia auf Roman Riquelme, der weiterhin an einer Fußverletzung laboriert.

Zehn Minuten später pfiff der gute Schiedsrichter Bassi das Spiel mit leichter Verspätung an. Boca übernahm gegen das defensiv eingestellte River gleich die Initiative, kam allerdings zu keinen nennenswerten Chancen. Lediglich einmal tauchte Gaitan gefährlich vor Torhüter Vega auf, der konnte den Schuss des Mittelfeldspielers allerdings parieren (5.). Mit 0:0 ging es für beide Mannschaften in die Kabine. Auch in der zweiten Hälfte das gleiche Bild, Boca war zwar optisch überlegen, etwas zählbares sprang dabei aber zunächst nicht heraus. River gelang währenddessen kaum einmal etwas nach vorne und so kam dann schließlich was kommen musste: Palacio hat den Ball auf der rechten Seite, spielt auf den zentral postierten Martin Palermo, der nimmt den Ball mit rechts an und zieht mit links aus knapp 30. Metern ab, Vega kommt zu spät und der Ball schlägt im linken Eck ein. Die Bombonera zittert unter der wild auf und abspringenden Bosteros. River-Coach Gorosito musste jetzt etwas ändern und traf die richtigen Entscheidungen, für Fabbiani kam Rosales ins Spiel und Bou machte für Buonanotte platz. Besonders mit Buonanotte tat Gorosito einen Glücksgriff, denn El Enano wurde zum entscheidenden Faktor für River: nur drei Minuten nach seiner Einwechslung setzte der 1,57m kleine Mittelfeldspieler zu einem seiner Tempodribblings an und konnte von Battaglia nur per Foul gestoppt werden.  Den fälligen Freistoß legte River-Legende Marcelo Gallardo seinem Erzfeind Abbondanzieri dann aus 23 Metern ins Netz. Kurze Zeit später schickte Buonanotte per sehenswertem Pass Falcao auf die Reise, der Kolumbianer verlor alleine vor Abbondanzieri allerdings die Nerven und gab so den Sieg für die Millonarios aus Hand.

Auch Riquelme sah in Buonanotte den entscheidenden Spieler für den Punktgewinn von River: „Die Einwechslungen von Buonanotte war fundamental. Er hat ein großes Spiel gemacht“, so Román nach der Partie. Der Regisseur zeigte sich insgesamt zufrieden mit dem Unentschieden: „Man kann nicht alle Superclasicos gewinnen und wenn man nicht gewinnt, darf man wenigstens nicht verlieren“.

River agierte insgesamt zu ängstlich und Fabbiani fiel in seinem ersten Superclásico einzig durch seine schlechte Physis auf. Der übergewichtige Hoffnungsträger des Clubs aus Nunez hatte nach einer Diät zuletzt angeblich drei Kilo abgenommen, wirkte gegen Boca allerdings behäbiger denn je und musste sich den Hohn der Heimfans gefallenlassen und auch River-Idol Norberto Beto Alonso kritisierte das Schwergewicht: „Fabbiani ist ein guter Spieler, aber in dieser Form bringt er River nichts. Ihm fehlt eine Saisonvorbereitung, ausserdem muss er weniger reden und mehr spielen“.

Unzufrieden mit dem Ergebnis schien lediglich Boca-Trainer Carlos Ischia „Ich bin nicht glücklich über das Resultat. Boca war klar besser und hätte den Sieg verdient gehabt“, meinte Ischia nach dem Spiel. Gorosito sah`s naturgemäß anders: „Wir haben keine Chancen zugelassen und unsere Taktik ist voll aufgegangen. Ich bin zufrieden mit dem 1:1“. Und so bleibt in einer Welt konstanter Veränderungen wenigstens eines erhalten: eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein argentinischer Trainer einen Superclasico objektiv bewertet.

Etienne

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