Verletzte beim Derby Huracan vs. San Lorenzo

Beim ersten Clasico des Wochenende siegte San Lorenzo beim Erzrivalen Huracan mit 2-0. Vor der Partie war es zu gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen den Fans von Huracan und der Polizei gekommen. Huracan wollte die sportliche Talfahrt mit einem Heimsieg im heißen Duell gegen San Lorenzo zumindest aufhalten, der Gegner wollte den Fans einen Sieg angesichts der jüngsten Rückschläge im Titelkampf und des Rücktrittes des „Machers“ Tinelli einen Triumph über den verhassten Nachbarn gönnen. Es war der erste Clasico im Estadio Tomas A. Duco seit 2002, danach wurde sieben Jahre renoviert. In den bislang 151 Begegnungen der beiden Traditionsklubs hat bislang überwiegend San Lorenzo dominiert.

Dominiert hat man diesmal keineswegs. Huracan ließ den Ball gut laufen, zeigte aber die in dieser Woche allzu oft gezeigte Durchschlagskraft. Bereits in der achten Minute konnte man zu allem Überfluß Renato Civelli nach Hereingabe von Juan Torres nicht am Kopfball hindern. Der ehemalige Frankreich-Legionär sorgte für das erste Tor des Tages. Nach dem Führungstreffer stellte San Lorenzo seine Bemühungen um ein weiteres Tor weitgehend ein. Bei Huracan wieder mal offenkundig: Es mangelt einfach an einem tauglichen Stürmer, im letzten Jahr kompensierten das Matias de Federico und vor allem Javier Pastore mit ihren kreativen Aktionen. Das einzige Mittel was der Mannschaft aus Parque Patricios momentan einfällt um ein Tor zu erzielen scheinen Distanzschüsse zu sein. Nach einer Stunde sah zu allem Überfluß Kapitän Paolo Goltz die gelbe Karte, dem Foul folgte ein Disput mit dem Schiedsrichter und die rote Karte.

Brachte Schwung - Felix Orode

Nach dem Platzverweis kamen die Gäste wieder etwas besser ins Spiel und spielten sich einige Chancen herraus, beim uninspirierten Gastgeber indes nichts neues. Einzig Keeper Monzon bot die gewohnte Form und hielt die Hoffnungen der Huracan-Fans mit guten (Re-)aktionen am Leben. Dieser konnte auch einen Versuch von Felix Orode entschärfen. Der Nigerianer, mit dem Schwung ins Angriffsspiel San Lorenzos kam, bediente in der Schlussminute Juan Torres mit einem schönen Pass. Der Mittelfeldspieler sorgte für das zweite Tor und die Entscheidung.

 

Vor der Begegnung präsentierten die Huracan-Anhänger den Fans des Gegners eine erbeutete Fahne. Die Provokation verfehlte ihre Wirkung nicht. San Lorenzo’s „Fans“ versuchten in Teilen ihrem Gegenüber an den Kragen zu gehen, wurden aber von der Polizei von diesem Vorhaben abgebracht. Die Ordnungshüter verwendeten unter anderem Tränengas und schoss mit Gummiprojektilen. Am Ende gab es Verletzte sowohl bei der Polizei als auch unter den Fans. Mit einer Verspätung von ca. 30 Minuten wurde das Spiel dann angepfiffen.

Eine Antwort zu “Verletzte beim Derby Huracan vs. San Lorenzo

  1. Bei der gestohlenen Fahne handelt es sich um einen so genannten ‚Trapo‘. Die Trapos sind schmale, sehr lange Fahnen, die meistens vom Hintertorzaun bis an das obere Ende der Tribüne gebunden werden.

    Zwischen Hurácan und San Lorenzo herrscht in den letzten Jahren ein wahrlicher Krieg um die Fahnen und Trapos. Der am Samstag präsentierte Trapo von San Lorenzos Barra Brava ‚La Gloriosa Butteler“, soll fast hundert Meter lang sein und wurde wohl in der Nacht vor dem Spiel von Mitgliedern der Barra Brava Huracán gestohlen (und nicht in einem Kampf erobert) – widerum Anlass für Häme seitens der Anhänger von San Lorenzo.

    In diesem Video sieht man (leider nicht besonders gut), wie am rechten Rand der Tribüne von Huracán (im Bild hinten) die Barra Brava (mit Regenschirmen) auf die Tribüne kommt und über ihren Köpfen den ewig langen rot-blauen ‚Trapo‘ herzieht.
    Die Fans singen: „Vamos los Quemeros, yo te vengo a veeeer, TENEMOS LOS TRAPOS, de la Butteler…“

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