Die Nerven liegen blank: Bei Boca und Racing fliegen die Fäuste

Es ist kaum drei Wochen her, da berichteten wir an dieser Stelle von erhöhter Anspannung im argentinischen Fußball – zu messen an den Ausschreitungen unter Fans und auch  Spielern. An diesem Wochenende folgt das nächste Kapitel: Racings Teo Gutiérrez bedroht Mitspielern mit einer Waffe und Santiago Silva von Boca prügelt auf einen Fan ein.

Der Tag begann so gut für den kolumbianischen Stürmer in Diensten von Racing: Am Samstag Mittag hatte der exzentrische Teofilo Gutiérrez die Blauweißen gegen den Lokalrivalen Independiente in der 26. Minute in Führung gebracht.  Es hätte der erste Derby-Auswärtssieg nach mehr als acht Jahren für la academia werden können. Aber die Roten drehten das Spiel durch zwei Tore von Facundo Parra (35. & 58.). Bereits dezimiert nach einer Notbremse von Bruno Zuculini (Bruder von Ex-Hoffenheimspieler Franco), bewies Gutiérrez seinen Kameraden in der 67. Minute einen Bärendienst, als er nach einer Schiedsrichterbeleidiung ebenfalls des Feldes verwiesen wurde. Independiente gewann schließlich 4:1 und Avellaneda gleicht einem einzigen roten Freudenfest. Und bei Racing? Aus den Katakomben berichtete man, dass einige Mitspieler furios den jungen Kolumbianern für seine erneute Eselei kritisierten. Allen voran Torhüter Saja wollte Gutiérrez an die Gurgel, dem sein Landsmann Giovanni Moreno zur Seite stand, aber sich mit einem blauen Auge aus dem Handgemenge verabschiedete. Und Teo Gutiérrez, ganz Klischee-Kolombianer, zückte wahrhaftig eine Schrecksschußpistole aus seiner Sporttasche. Seine Teamkollegen verwiesen den Angreifer umgehend aus der Kabine und dieser verließ schließlich das Stadion im Taxi.  Aufgrund der sportlichen Talfahrt legte Trainerlegende Coco Basile nach dem Spiel sein Amt als Coach von Racing nieder. Sein Assistent Ubeda äußerte, dass Gutiérrez unter ihm nie wieder für Racing spielen würde. Unterdessen ist als Nachfolger für Basile der junge Luis Zubeldía (Ex-Trainer von Lanús und Barcelona de Guayaquil) im Gespräch.

Silva prügelt sich mit Tigre-Fan

Nach einem 3:0 Erfolg gegenüber Banfield übernahm vorerst Newell’s Old Boys aus Rosario die Tabellenführung. Der bisherige Spitzenreiter Boca Juniors, der unter der Woche in einer starken Partie in der Copa Libertadores Fluminense auswärts geschlagen hatte, verlor derweil mit 2:1 beim Abstiegskandidaten Tigre. Bei der Abreise der Bosteros spielte sich in Victoria eine unglaubliche Szene ab: Bocas urugayischer Stürmer Santiago Silva wurde von einem Fan von Tigre beschimpft und fühlte sich derart provoziert, dass er den Mannschaftsbus verließ, um den Provokateur zur Rede zu stellen. Völlig außer sich stürmte der Glatzkopf auf den Fan zu und streckte ihn mit einem Fausschlag nieder. Seine Mannschaftskameraden, unter anderem Orion, Erviti, Somoza und Schiavi versuchten den Stürmer zwar zunächst zurückzuhalten, stürzten sich aber danach ins Getümmel und damit auf den bemitleidenswerten Tigre-Anhänger. Verlierer bleibt aber dennoch Santiago Silva, der sich bei der Aggression die linke Hand brach.

 

4 Antworten zu “Die Nerven liegen blank: Bei Boca und Racing fliegen die Fäuste

  1. Wie sind den so die Leistungen von Moreno bisher?

  2. irgendwie immer etwas licht und schatten bei gio. zwischendruch extrem dominant und kreativ, dann wieder übermässig arrogant in seiner spielweise. technisch sicher einer der besten spieler in argentinien, wird deswegen auch immer wieder sehr hart angegangen.

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